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Sport

Fußball

Sie werden immer noch unterschätzt: Die Frauen bleiben die Stiefkinder im deutschen Fußball. Die Bühne Olympia gehört ihnen nun ganz allein, da sie zumindest aus deutscher Sicht fußballerisch männerfreie Zone sein wird.

Piktogramm für Fußball bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking, China. Foto: +++(c) Picture-Alliance / ASA+++

Sie ist eine, wenn nicht die populärste Sportart der Welt. Überall wird sie zelebriert. Ob auf der Straße in afrikanischen oder südamerikanischen Elendsvierteln oder vor über 100.000 Zuschauern auf extra kultiviertem Rasen in den größten und modernsten Arenen der Welt – Fußball fasziniert, weil er zugleich unglaublich einfach und kompliziert ist.

„Es ist ein Mannschaftssport in dem sich trotzdem jeder individuell verwirklichen kann und den eigentlich auch jeder spielen kann. Fußball kann man immer und fast überall spielen“, schwärmt Nationaltorhüterin Ursula Holl. Ihre Kollegin Sandra Minnert ergänzt: „Das tolle ist einfach, dass man einer anderen Spielerin auch helfen kann, anstatt auf sich ganz allein gestellt zu sein. Fußball ist was ganz besonderes.“


Nicht nur Männersache

Und vor allem nicht nur Männersache, was Holl, Minnert und ihre Mitspielerinnen der deutschen Frauen-Nationalmannschaft zuletzt eindrucksvoll bei der Verteidigung des Weltmeistertitels im letzten Jahr bewiesen haben.

Die DFB-Auswahl feiert den Gewinn der Fußball-WM 2007: Birgit Prinz mit Pokal im Kreis ihrer Mannschaftskameradinnen.(AP Photo/Anja Niedringhaus)

Jubel über den Weltmeistertitel 2007

Frauenfußball ist populärer geworden, aber noch lange nicht richtig anerkannt, findet die 144-fache ehemalige Nationalspielerin Sandra Minnert. „Man kommt von einer WM zurück, wo 50.000 Zuschauer im Stadion sitzen. Drei Tage später ist das erste Bundesligaspiel und da sind vielleicht 300 bis 500 Zuschauer da. Das ist ein bisschen traurig“.

Bei den olympischen Spielen stehen die deutschen Frauen – zumindest aus Sicht der Fußballfans – im Mittelpunkt, denn es gehen keine deutschen Männer an den Start. Ein Vorteil? „Nein, ich sehe das nicht als Vorteil. Man sollte generell trennen: Wir spielen unsere Frauenfußball, die spielen ihren Männerfußball. Ich denke, dass sich auch die Jungs eine Medaille bei den olympischen Spielen verdient hätten.“

Die deutsche Fußball-Nationalspielerin Sandra Minnert in Aktion während des Fußball-EM-Qualifikationsspiels Deutschland gegen die Schweiz (7:0) am 22.08.2007 im Koblenzer Oberwerth-Stadion. / Foto: Rolf Kosecki +++(c) Picture-Alliance / ASA+++

Nationalspielerin Sandra Minnert in Aktion

Auch wenn es sich Minnert wünscht, die deutschen Männer fahren nicht zu den Spielen nach Peking. Die U21 hat sich nicht qualifiziert und die A-Nationalmannschaft darf nicht teilnehmen. Der sogenannte Amateurstatus verbietet dies. Torhüterin Holl: „Die Olympischen Spiele waren ja ursprünglich für Sportler die Amateursport betreiben, und man muss natürlich dann irgend eine Regelung finden, um trotzdem Länder teilnehmen zu lassen, die Profiligen haben.“


Nur drei dürfen älter als 23 sein

Seit 1908 ist Fußball olympisch und von Beginn an durften keine Profis teilnehmen. Immer wieder wurden die Statuten verändert. Aktuell gilt: Nur drei Mann pro Olympiakader dürfen älter als 23 Jahre alt sein. Eine Regelung, die der Weltfußballverband FIFA gefordert hatte, damit die Olympiade nicht in Konkurrenz zur Weltmeisterschaft tritt. Der FIFA-Plan geht auf, denn im Männerfußball ist die Olympiade relativ unbedeutend, ganz anders bei den Frauen. „Eine EM ist toll, eine WM ist toll, aber eine Olympiade ist als Sportler etwas ganz Besonderes. Sie bezieht sich eben nicht nur auf die eigene Sportart. Da trifft man alle Sportler. Man kann sich auch mal im olympischen Dorf mit anderen Sportlern treffen, mal fragen wie die trainieren. Das ist eigentlich der besondere Flair der Olympischen Spiele“.


Gold wäre das Größte

Minnert weiß wovon sie spricht, sie gewann in ihrer Laufbahn nicht nur zwei Weltmeistertitel, sondern 2000 und 2004 auch zwei Mal Bronze bei Olympia und das, obwohl Frauenfußball erst seit 1996 olympisch ist. Für Gold hat es bisher noch nicht gereicht. Den Titel sicherten sich bei den bisherigen drei Turnieren zwei Mal Amerika und einmal Norwegen.

Frauenfußball-WM 2007-Finale; Brasilien - Deutschland im Shanghai Hongkou Football Stadium. Die Deutsche Simone Laudehr jubelt mit Renate Lingor über ihr Tor zum 2:0. / Foto: Foto: Carmen Jaspersen dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Frauen-WM-Finale in Shanghai: Deutschland - Brasilien 2:0

Nach dem WM-Sieg 2007 ohne Gegentor in Shanghai, soll bei der Rückkehr nach China dieses Mal der große Coup gelingen. Mit dabei sein wird dann auch erstmals die junge Torhüterin Ursula Holl. „Überhaupt daran teilzunehmen, dass ist schon eine Ehre für sich und eine olympischen Goldmedaille zu gewinnen, dass ist ja für jeden Sportler eine der größten Auszeichnungen die man erringen kann.“

Die Chancen für die Erfüllung des deutschen Goldtraums in Peking 2008 stehen gut. Die Weltmeisterinnen gehören zu der Creme de la Creme des Frauenfußballs. Holl: „Also Deutschland gehört auf jeden Fall zu den Favoriten, auch durch die souveräne Weltmeisterschaft, die wir gespielt haben. Zum engen Kreis würde ich die USA zählen, auf jeden Fall auch Südkorea und nicht zu vergessen die Brasilianerinnen.“

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