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Sport

Fußball gucken verboten

Gastgeber Ghana glänzt weiter beim Africa-Cup, Im Iran wird ein Mädchen im Stadion verhaftet, ein Balljunge überzeugt in Italien als Vorbereiter - die Fußballnachrichten.

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Zufrieden: Ein Fan Guineas

Chelsea-Star Michael Essien und Sulley Muntari haben Ghana ins Viertelfinale des Afrika-Cups geschossen. Beim hoch verdienten 2:0 (2:0)-Sieg der Gastgeber gegen Marokko in Accra erzielte Essien am Montagabend (28.1.2008) in der 26. Minute die Führung. Mittelfeldspieler Muntari machte kurz vor der Pause mit dem zweiten Treffer den dritten Sieg im dritten Spiel perfekt.

Neben Ghana folgte am Montag auch Guinea der Elfenbeinküste ins Viertelfinale. Im Parallelspiel der Gruppe A reichte dem Team in Sekondi-Takoradi ein 1:1 (0:0) gegen Schlusslicht Namibia: Souleymane Youla vom OSC Lille hatte Guinea in der 62. Minute in Führung gebracht; mehr als einen Hoffnungsschimmer und zumindest einen Punkt brachte der Ausgleich durch Brian Brendell (80.) für Namibia aber nicht.

Mit einer makellosen Bilanz sicherte sich Ghana (9 Punkte) souverän den Gruppensieg vor Guinea (4), Marokko (3) und Namibia (1). Bisher war nur die Elfenbeinküste (Gruppe B/6 Punkte) für die Runde der acht besten Mannschaften qualifiziert. Die Gruppe B ermittelt am Dienstag den zweiten Viertelfinalisten; in der Gruppe C fällt die Entscheidung am Mittwoch, in der D-Gruppe wird am Donnerstag das Viertelfinale komplettiert. Für den früheren Bundestrainer Berti Vogts und Nigeria geht es am Dienstag um Alles oder Nichts: Die „Super Eagles“ müssen gegen Benin unbedingt gewinnen und zugleich auf Schützenhilfe der bereits für das Viertelfinale qualifizierten Ivorer gegen Mali hoffen.

Polizeischutz für Stürmer

Die Familie von Ghanas Torjäger Asamoah Gyan ist unter Polizeischutz gestellt worden, nachdem der 22-Jährige vom italienischen Fußball-Erstligisten Udinese Calcio Morddrohungen erhalten hatte. Gyan hatte mit dem Rückzug vom 26. Afrika-Cup in seinem Heimatland gedroht, weil er seine Leistung in der Partie gegen Namibia von Medien und Fans falsch beurteilt sah. Dabei schien sich das angespannte Verhältnis zwischen Fans und Gyan allerdings wieder zu entspannen. Der Angreifer wurde von 45.000 Besuchern frenetisch gefeiert.

Schauen verboten für Mädchen

Ein 16-jähriges Mädchen ist im Iran von der Polizei vorübergehend festgenommen worden, weil sie sich ein Männer-Fußballspiel angeschaut hatte. Sie hatte sich als Junge verkleidet und war so unbemerkt in das Stadion von Abadan gelangt. Mit ihrer hellen Stimme hatte sie sich bei der Anfeuerung ihres Teams jedoch verraten. Ein Zuschauer alarmierte daraufhin die Polizei, die das Mädchen in Gewahrsam nahm. Die Polizei übergab das Mädchen später seiner Familie. Das berichtet die iranische Zeitung Etemad. Seit der islamischen Revolution von 1979 ist es Iranerinnen untersagt, Stadien bei Männer-Spielen zu betreten.

Balljunge mit Scorer-Punkt

Im Land von Fußball-Weltmeister Italien scheint nichts unmöglich: Palermo Calcio verlangt die Wiederholung des am vergangenen Samstag mit 0:1 verlorenen Meisterschaftsspiel beim AS Rom, weil angeblich ein Balljunge das Spielfeld betreten und den Ball sehr schnell dem ausführenden Schützen eines Eckballs zugespielt hatte. Roma-Stürmer Amantino Mancini hatte den Eckball zum Siegtor verwandelt.

"Ich habe meine Rechtsanwälte eingeschaltet. Ich verlange einen 3:0-Sieg für uns, oder das Match muss neu gespielt werden. Die Regeln sind klar. Der Balljunge muss hinter der Werbebande bleiben und dem ihm am nächsten stehenden Spieler den Ball zuwerfen. Balljungen dürfen nicht das Spielfeld betreten. Was am Samstag geschehen ist, verstößt gegen die Regeln", sagte Palermos Präsident Maurizio Zamparini.

Luigi Collina hat Italiens Fußball-Schiedsrichter hingen in Schutz genommen. "Sicher wurden mal Fehler gemacht", räumte der Schiedsrichter-Koordinator ein. Diese seien aber unabsichtlich passiert. "Als Schiedsrichter steht man im Wettbewerb mit zehn Fernsehkameras. Die sehen selbstverständlich in einigen Situationen mehr als der Schiedsrichter auf dem Platz. Ihn deshalb mit Hilfe der TV-Bilder zu richten, ist nicht fair", sagte Collina bei einem Treffen der italienischen Fußballer-Gewerkschaft.

Der frühere Star-Schiedsrichter zeigte sich mit den Leistungen seiner Unparteiischen zufrieden. Die Hilfe ausländischer Referees benötige Italien nicht. AC Mailands Vize-Präsident Adriano Galliani hatte bei besonders brisanten Spitzenspielen in der Serie A den Einsatz von ausländischen Schiedsrichtern vorgeschlagen. (sams)