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Wissen & Umwelt

Fußball auf dem Mond?!

Ist möglich! Anders als auf der Erde, dafür mit 350-Meter-Flanken und ganz ohne Schiedsrichter-Pfiffe. Denn die hört man nicht auf dem Erdtrabanten. Und hoch herumhüpfende Spieler machen Mondfußball extrem unterhaltsam!

Fußball auf dem Mond mit Astronaut (Fotomontage: DW)

Sonnabend, 20. Juni 2026, 17 Uhr Mond-Ortszeit im Stadion des Mare Ingenii (Meer der Sehnsucht, ein Name, der nur auf den Deutschen Fußballbund zurückgehen kann...): Anpfiff zum Endspiel um den Mondpokal. Die US-Auswahl Cosmos Moon York trifft auf die europäische Truppe von Lunatic United, die von Commander Yogi trainiert wird. Das Spiel endet 1:7.

Reine Fantasterei? Noch! Doch die großen Raumfahrtnationen geben den Schritt zurück zum Mond für das Jahr 2020 vor, fabulieren über dauerhaft besetzte Mondbasen und betonen, dass Sport für die Astronauten auf dem Mond eine große Rolle spielen wird, um dem Muskelabbau entgegenzuwirken. Schließlich sollen die Nachfolger von Neil Armstrong & Co. nicht nach kurzer Zeit kraftlos in den Mondstaub kippen. Aber könnte man auf dem Mond tatsächlich kicken?

Fußabdruck des US-Astronauten Buzz Aldrin auf dem Mond (Foto: Picture alliance)

Abdruck eines Fußballer-Schuhs auf dem Mond? Nein - es ist der Fußabdruck des US-Astronauten Buzz Aldrin. Als er 1969 den Mond betrat, empfand er, wie er sagt, eine 'großartige Trostlosigkeit'

Der größte Unterschied zum Spiel in den irdischen Stadien ist die deutlich geringere Anziehungskraft: Sie ist auf dem Mond nur ein Sechstel so groß wie auf der Erde. Aus einem Zuckerpass über 60 Meter wird schnell ein Schuss, der mehr als 350 Meter weit trägt. Der Ball erreicht dabei durchaus 50 Meter Höhe und bleibt viel länger in der Luft als in irdischen Stadien. Das Spielfeld sollte man sicher etwas größer gestalten, um genügend Platz für die weiten Pässe zu haben. Platz genug ist auf dem Mond, aber das reißt böse Lücken in die Abwehrketten... Die Fans auf den Rängen sollten unbedingt ein Fernglas mitbringen!

Die Astronauten-Fußballer können auch deutlich höher springen. Wobei das Spiel recht komisch wirkt: Weit fliegende Pässe und hoch herumhüpfende Spieler – so eine Art Fußballballett. Zumal die Spieler ein bemerkenswertes Trikot tragen: einen Druckanzug. Beim Aufprall des Balles in den dicken Mondstaub geht viel Energie verloren. Der Ball springt im Verhältnis bei weitem nicht so stark wieder ab wie auf kurz geschorenem Rasen.

Oberfläche des Mondes (Foto: AP)

Der Abdruck eines Fußballs auf dem Mond? Von wegen! Einschlagkrater, von denen es dort unzählige gibt

Ganz hart trifft es filigrane Techniker: Denn auf dem Mond gibt es keine Atmosphäre, somit bekommt der Fall nicht soviel Effet. Angeschnittene Bananenflanken sind leider nicht möglich. Kunstschüsse "um die Ecke" wird es auf dem Mond nicht geben. Mondfußball ist also nichts für Ästheten.

Ein Gutes hätte das Spielen auf dem Mond: Da es keine Luft gibt und somit kein Medium, das den Schall trägt, wird niemand den Pfiff des Schiedsrichters hören. Endlich einmal in Ruhe spielen. Falsche Abseits-Pfiffe sind nicht möglich – demnächst auf dem Mond!

Autor: Dirk Lorenzen

Redaktion: Judith Hartl