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Kultur

Fußball als Vehikel

Die von der "Stiftung Jugendfußball" gegründete Initiative "streetfootballworld" bringt diejenigen zusammen, die das Kicken über den puren Spaß hinaus mit einem gesellschaftlichen Anspruch verbinden.

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Begeisternder Fußball: Die Kids "von der Straße" lassen die Fans jubeln

Förderung von Toleranz und Vielfalt, interkulturellem Lernen und aktiver Beteiligung junger Menschen - "streetfootballworld" hat sich hehre Ziele gesetzt. Lokale Projekte weltweit nutzen den Fußball auf unterschiedliche Weise als ein Instrument für Entwicklung.

"streetfootballworld" vereint derzeit mehr als 50 solcher Projekte auf seiner Internet-Plattform

(http://globall.streetfootballworld.org/Projects/projects).

Vier ausgewählte streetfootballworld-Projekte stellen wir Ihnen hier kurz im Überblick vor:

Peace Team / Peres Centre for Peace, Israel Das 1996 vom ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten und Friedensnobelpreis-Träger Schimon Peres gegründete "Peres Center for Peace" betreibt seit zwei Jahren gemeinsame Fußballnachwuchs-Schulen für palästinensische und israelische Jugendliche. Finanziell unterstützt wird das Projekt von engagierten Privatleuten, Firmen oder Vereinen.

Peres Center, Israel Streetfootballworld

Peres Center, Israel streetfootballworld

Die Idee: Durch das Zusammenbringen von jungen Israelis und Palästinensern sollen Brücken geschlagen werden. Kids verfeindeter Völker spielen zusammen in einer Mannschaft, dem "Peace Team", und leben das im Nahen Osten sonst so schwierige “Miteinander statt gegeneinander” nicht nur auf dem grünen Rasen vor. Fußball dient hier als Integrationsfaktor und zeigt, dass friedliches Miteinander in dieser Konfliktregion durchaus möglich ist. Das "Peace Team” ist übrigens inzwischen israelischer Meister im Futsal.

Search & Groom, Nigeria

Das Search & Groom-Projekt, angesiedelt in der Stadt Lagos, nutzt das populäre Lockmittel Fußball vor allem, um auf die von AIDS ausgehenden Gefahren aufmerksam zu machen. Die Krankheit ist in der Region weit verbreitet und hat in den letzten Jahren viele Menschenleben gefordert- Tendenz steigend.

Gegründet im Februar 2003 will Search & Groom darüber hinaus das Überwinden ethnischer Konflikte voran treiben. Toleranz gegenüber unterschiedlichen Religionen entwickeln, Kinder weg von Straße und Drogen bringen - dies sind weitere ambitionierte Ziele des Projekts. Erfolgsaussichten? Immerhin ist Fußball die beliebteste Sportart in Nigeria und kann nicht zuletzt deswegen auf den einigenden Faktor des runden Leders setzen.

Das Search & Groom-Projekt in Nigeria werden wir auf DW-WORLD.DE demnächst ausführlich vorstellen. Straßenfußball, Mazedonien Das Projekt in der mazedonischen Hauptstadt Skopje will vor allem Kindern und Jugendlichen helfen, die durch den Krieg auf dem Balkan stark gelitten haben. 8-14Jährige unterschiedlichster Herkunft kommen hier zusammen, ihnen soll über das populäre Lockmittel Fußball wieder Hoffnung an die Zukunft gegeben werden.

#map# Innerhalb dieser Teams soll so der Abbau von Aggressionen und ethnischen Problemen voran getrieben werden. Ein Weg könnte eine neue Definition des Staßenlebens sein: Kinder spielen ohne festgelegte Regeln, sie müssen diese selber bestimmen oder aushandeln. Solche Herangehensweise, so sie denn funktioniert, fördert den Aufbau gegenseitiger Toleranz auf ideale Art.

Finanziert wird das Projekt in Mazedonien durch diverse Spender vor Ort. Als nächste Zieletappe sollen die Aktivitäten über die Stadtgrenzen Skopjes hinaus ausgeweitet werden.

El Colombiao, Kolumbien

Das Besondere an diesem Projekt ist das Miteinander von Jungen und Mädchen in gemischten Mannschaften. Die Teilnahme von Mädchen beim Fußballspielen ist nicht nur erwünscht, sondern unbedingt notwendig. Denn nur, wenn bei einem Match die jungen Damen ins Tor zielen, zählt der Treffer auch. Ein Grund für das Miteinbeziehen des weiblichen Geschlechts ist dessen wichtige Funktion beim Lösen von Konflikten- nicht nur auf dem Fußballplatz.

El Golombiao, Kolumbien Streetfootballworld

El Golombiao, Kolumbien streetfootballworld

Vorrangiges Ziel des Straßenfußball-Projekts El Colombiao ist es, überhaupt einen Dialog unter den Kids für gesellschaftliche Veränderungsprozesse in Gang zu setzen. Denn es sind hauptsächlich Jugendliche, die mit Gewalt in städtischen und ländlichen Gebieten in Konflikt geraten. Toleranz und friedliche Konfliktlösung entwickeln, junge Leute an der Weiterentwicklung des Landes teilhaben lassen, Nutzen des Umfelds von Fußballspielen zu Aktionen wie z.B. sexuelle Aufklärung- weitere hehre Ziele des ambitionierten Vorhabens.

Vorbild für El Colombiao ist das Programm "fútbol por la paz" (Fußball für den Frieden) in Medellin, einer Stadt, in der 15-20 junge Menschen an Schussverletzungen sterben - pro Tag. Finanziert wird das kolumbianische Projekt von diversen Organisationen, darunter die staatliche US-Entwicklungsorganisation USAID.

WWW-Links

  • Datum 15.09.2004
  • Autorin/Autor Martin Schülke
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/5YVq
  • Datum 15.09.2004
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