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Sport

Fußball als Jobkiller

Trainerstühle bei Fußball-Großereignissen sind Schleudersitze. Bei der WM 2002 erhielten zwölf Coaches den Laufpass. Und auch die Euro 2004 erweist sich für die versammelte Trainer-Gilde als kollektive Zitterpartie.

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Trainer-Rücktritte:
Immer gut für Schlagzeilen

Vor vier Jahren, bei der Euro 2000, durfte eine ganze Reihe von Trainer ihren Hut nehmen. Darunter Frank Rijkaard, der mit EM-Gastgeber Niederlande im Halbfinale scheiterte, Dino Zoff, der mit Italien das Finale gegen Frankreich verlor und auch Bundestrainer Erich Ribbeck, der mit dem DFB-Team bereits in der Vorrunde kläglich gescheitert war.

Rudi Völler tritt zurück Pressekonferenz in Almancil mit Thumbnail

Rudi Völler sagt Tschüss

Angeführt vom Deutschen Fußball-Bund, dessen Teamchef Rudi Völler nach dem Vorrunden-Aus in Portugal seinen Rücktritt verkündete, muss nach der EM 2004 wohl fast die Hälfte der 16 Teilnehmer neue Trainer für die Qualifikation zur WM 2006 in Deutschland suchen. Auch der im Viertelfinale gescheiterte Sven Göran Eriksson, dessen Vertrag als englischer Teammanager noch bis 2008 weiterläuft, sagt: "Im Fußball weiß man nie, was passiert."

Einer gegen alle

Baric

Otto Baric schmollt davon

Der Druck auf die Auswahltrainer ist groß, die Schar der Kritiker und Besserwisser aus dem eigenen Land immens. "Das lasse ich mir nicht gefallen", meinte Otto "Maximal" Baric. Der 71-jährige kroatische Coach trat nach dem Vorrunden-Aus zurück. "Die Kroaten glauben, sie gehören zu den Besten der Welt. In einer so unrealistisch angeheizten Atmosphäre muss ich nicht arbeiten." Zusätzlich genervt zeigte er sich von seinem Vorgänger Miroslav Blazevic, der im Radio ständig gegen Baric wetterte.

Trapattoni

Hat wieder fertig: Giovanni Trapattoni

Der nächste Wachtwechsel ließ nicht lange auf sich warten: Italiens Nationalcoach Giovanni Trapattoni hatte nach dem frühen EM-K.o. fertig und wird von Marcelo Lippi abgelöst, der im April als Trainer von Juventus Turin zurückgetreten war. "Das Leben als Nationaltrainer ist hart. Es ist schwerer als das eines Clubtrainers", warnte der 61-jährige ehemalige Bayern-Coach seinen Nachfolger, der für die prophezeite Pein mit der "Squadra Azzurra" allerdings mit einer Million Euro pro Jahr entschädigt wird.

Saez

Beugte sich dem Druck: Inaki Saez

Dann nahm der spanische Fußball-Verband RFEF dann doch die angebotene Demission von Nationalcoach Inaki Sáez an. Unmittelbar nach dem EM-Aus hatte der einen solchen Schritt ("Ein Rücktritt wäre Feigheit") noch ausgeschlossen. Dann beugte er sich aber dem kollektiven Aufschrei der Spanier gegen seine Weiterbeschäftigung. Sein Nachfolger wurde erwartungsgemäß Luis Aragones. Der Trainer von Erstligist Real Mallorca hatte bereits 1998 ein Angebot vorliegen, lehnte aber damals ab.

Einer kündigte schon vorher

Nicht sehr erfolgreich war der bulgarische Coach Plamen Markow. Die bulgarische Nationalmannschaft hatte ihre drei
Vorrundenspiele bei der Euro in Portugal gegen Schweden (0:5), Dänemark (0:2) und Italien (1:2) verloren. Keiner nahm's krumm. Dennoch muss der bulgarische Fußball-Verband einen neuen Nationaltrainer suchen. Markow lehnte das Angebot ab, seinen auslaufenden Vertrag zu verlängern.

Advocaat

Noch hält er stand: Dick Advocaat

Bald könnte auch der niederländische Bondscoach Dick Advocaat "fällig" sein. Als Ministerpräsident Balkenende ihn für das letzte Gruppenspiel viel Glück wünschte, spottete die Tageszeitung De Volkskrant: "Bis vor kurzem war Balkenende der unbeliebteste Mann der Niederlande. Offenbar hat er mit seinem Nachfolger telefoniert." Mit dem Halbfinal-Einzug konnte Advocaat zwar einen "Waffenstillstand" im Dauerbeschuss durch seine Kritiker erzwingen - mehr aber auch nicht. Spätestens in der Woche nach der EM wird er, so die allgemeine Erwartung, das Handtuch werfen.

Frankreichs Trainer Jacques Santini

Beleidigt: Jacques Santini

Vorgesorgt hatte da Frankreichs bislang erfolgreichster Nationaltrainer Jacques Santini: Bereits vor der EM kündigte er seinen Wechsel zum englischen Erstligisten Tottenham Hotspur an. Der französische Verband wollte ihm nur einen neuen Kontrakt geben, wenn er mit der "Equipe Tricolore" den Viertelfinal-Einzug schafft. "Das kann man nicht mit mir machen", sagte Santini beleidigt.

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