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Fußball

Frust und Ratlosigkeit in Dortmund

Pfiffe nach der erneuten Niederlage, Liebesentzug der Fans und Planlosigkeit bei Trainer Klopp und den Führungsspielern. Eine Trendwende zum Guten scheint bei Tabellenschlusslicht Borussia Dortmund nicht in Sicht.

Von echter Liebe war nichts mehr zu spüren: Nach dem

0:1 (0:0) gegen den FC Augsburg

verweigerten selbst die treuesten Fans der Dortmunder Mannschaft erstmals in dieser Saison die Gefolgschaft. Der in den vergangenen Monaten aufgestaute Frust entlud sich in einem gellenden Pfeifkonzert. Auch die Vermittlungsversuche von Routinier Roman Weidenfeller und Kapitän Mats Hummels am Zaun vor der Südtribüne trugen nicht zur Besänftigung der aufgebrachten Anhängerschaft bei. "Die Situation ist schlimmer als jede, die wir bisher erlebt haben", sagte Hummels.

Mit der bereits elften Saisonschlappe verspielte der wankende Tabellenletzte bei den Fans den letzten Kredit. Doch nicht nur der Liebesentzug des Publikums passte in das Bild von einem echten Abstiegskandidaten. Ungeachtet der vielen Treueschwüre der Vereinsspitze wird auch die Diskussion um Jürgen Klopp langsam, aber sicher immer lauter. Selten zuvor erlebte man den BVB-Trainer so konsterniert und hilflos: "Das tut weh, ich bin maximal enttäuscht." Zumindest intern genießt Klopp weiterhin volles Vertrauen. Weltmeister Hummels stärkte dem Fußball-Lehrer demonstrativ den Rücken. Ein Trainerwechsel sei kein probates Mittel, um den freien Fall zu stoppen: "Ich denke nicht, dass das der richtige Schritt für uns wäre", sagte Hummels. "Das ist für keinen in unserer Mannschaft ein Thema."

Schleichender Niedergang

Fußball Bundesliga Borussia Dortmund - FC Augsburg, Mats Hummels spricht am Zaun mit den Fans (Foto: Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

BVB-Kapitän Hummels redet mit den Fans, die sich aber nicht beruhigen lassen

Schon am Samstag steht beim nur drei Punkte entfernten SC Freiburg das erste von 15 Endspielen um den Klassenverbleib an. Doch noch immer scheinen viele Profis den Ernst der Lage nicht realisiert zu haben. Vor allem die zweite Spielhälfte im Duell mit Augsburg gab zu denken: Obwohl der BVB nach dem Platzverweis für Christoph Janker (64.) in Überzahl war, boten sich erst in der Nachspielzeit zwei Chancen auf den Ausgleich, die beste vergab Ciro Immobile per Kopf aus kürzester Distanz kläglich.

Symptomatisch für den schleichenden Niedergang einer einstmals hochgelobten Mannschaft war der Treffer des Tages durch Raul Bobadilla (50.). Der FCA-Angreifer konnte einschieben, nachdem zuvor Halil Altintop mühelos gleich fünf Dortmunder düpiert hatte. "Das Gegentor ist fünf, sechs Mal zu verteidigen, am Ende steht Bobadilla dann trotzdem frei", klagte Klopp. Zudem mangelt es im Offensivspiel an Mut und Entschlossenheit. Kopfschüttelnd verwies Hummels auf eine vielsagende Statistik: "Ich habe vor dem Spiel in der Stadionzeitschrift gelesen, dass wir in dieser Saison 270:140 Torchancen hatten und trotzdem Letzter sind. Ich bin mir ziemlich sicher, das hat es noch nie gegeben und wird es auch nie wieder geben."

In den kommenden Tagen wird es nun darauf ankommen, dass Klopp seine geknickten Profis wieder aufrichten kann. Selbst ein Star wie Marco Reus wirkt zutiefst verunsichert und nicht in der Lage, seine Mitspieler anzuführen und mitzureißen. Im Spiel gegen Augsburg fiel er so gut wie gar nicht auf und wurde er in der 72. Minute ausgewechselt. Nach dem Spiel suchte der Nationalspieler wortlos das Weite. Positive Körpersprache, Entschlossenheit und Mut sehen anders aus.

asz/tu (sid, dpa)

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