1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wissen & Umwelt

Fruchtbarer durch den Anblick attraktiver Männchen

Kragentrappe (Foto: Wikipedia/Jimfbleak)

Schon der Anblick von sexy Männchen erhöht die Fruchtbarkeit, den Bruterfolg und das Wachstum des Nachwuchses. Zumindest soll das bei der Kragentrappe (Chlamydotis undulata undulata) so sein, einer bedrohten Wüstenvogelart, die von Nordafrika bis in die Mongolei verbreitet ist. Das haben Forscher des Helmholtz-Instituts für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig und der Französischen CNRS-Station für Experimentale Ökologie herausgefunden.

Bei ihrem Experiment untersuchten die Biologen 90 Kragentrappen-Weibchen. 30 davon hatten besonders prächtige und kräftige Männchen in der benachbarten Voliere, weitere 30 Weibchen hatten weniger attraktive Exemplare in ihrer Nachbarschaft und die dritte Gruppe hatte lediglich weibliche Artgenossen neben sich. Alle Kragentrappen-Damen wurden künstlich befruchtet. Das Ergebnis: Weibchen, die bei dem Experiment den stattlichen Männchen bei der Balz-Parade zusehen konnten, waren fruchtbarer und investierten mehr Testosteron (Sexualhormon) in ihre Eier, was zu einem schnelleren Wachstum des Nachwuchses führte.

Es sei mit diesem Experiment zum ersten Mal gelungen, die Fruchtbarkeit und das Brüten weiblicher Tiere durch sensorische Reize zu stimulieren und zu manipulieren, so die Forscher. Sie hoffen nun, dass ihre Ergebnisse Bedeutung für Artenschutz- und Nachzuchtprogramme anderer bedrohter Vogelarten haben könnte. Denn die Ergebnisse zeigten, dass sich Nachzuchten durch künstliche Befruchtung ohne eine gezielte Stimulation der Weibchen negativ auf den Bruterfolg und damit das Überleben der Art auswirken können.

Die Forscher haben ihre Ergebnisse in der Onlineausgabe des Fachblatts Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht.

Autorin: Insa Pohlenga
Redaktion: Judith Hartl