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2017

"Frohes Neues" wünschen die Staatschefs

Zum letzten Mal hält Frankreichs Präsident Hollande die Ansprache, zum ersten Mal wendet sich Thailands neuer König ans Volk. Auch Putin, Obama und der künftige US-Präsident Trump adressieren ihr Land zum Jahreswechsel.

Thailand Neujahrsansprache des neuen Königs (Reuters/C. Subprasom)

Vor dem Königspalast in Bangkok verfolgten Thailänder die erste Ansprache ihres neuen Königs Rama X.

Es war ein vom Terror geprägtes Jahr - für Frankreich und sein Staatsoberhaupt Francois Hollande, doch in seiner letzten Neujahrsansprache vor Ende seiner Präsidentschaft gibt sich der Sozialist noch einmal kämpferisch: "Wir sind mit der Geißel des Terrorismus noch nicht fertig. Wir müssen ihn weiter bekämpfen", sagt Hollande. Am kommenden Montag wird er in den Irak reisen, wo das französische Militär den Kampf irakischer Truppen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt. Er wolle dort französische Soldaten würdigen, kündigte er bei seiner Rede aus dem Elyséepalast an.

Frankreich - Francoise Holland bei Neujahrsansprache (Getty Images/AFP/O. Morin)

Ein letztes Mal kämpferisch gibt sich Hollande in seiner Neujahrsansprache

Auch warnte er seine Mitbürger vor dem wachsenden Nationalismus in Frankreich: "Es gibt Momente in der Geschichte, wo sich alles dramatisch verändern könnte", sagte Hollande. "Wir befinden uns in einem solchen Moment." 2017 stehen in Frankreich die Präsidentschaftswahlen an. Die Vorsitzende der rechtsnationalen Partei "Front National", Marine Le Pen könnte Umfragen zufolge in die engere Auswahl kommen.

Stolz und Dankbarkeit

Patriotisch tönte es auch vom Roten Platz in Moskau: Der russische Staatschef Wladimir Putin dankte den Russen "für Ihre echte, herzliche Sorge um Russland" in Krisenzeiten. Es sei kein einfaches Jahr gewesen, sagte der Präsident in der vom Staatsfernsehen ausgestrahlten Rede. "Aber die Schwierigkeiten auf die wir gestoßen sind, haben uns geeint und uns geholfen, enorme Reserven unserer Möglichkeiten zu mobilisieren, um voran zu kommen", sagte Putin vor einem der mächtigen Türme des Kremls. Da im Riesenreich Russland elf Zeitzonen gelten, wurde die Rede zuerst im Fernen Osten des Landes gezeigt. Die dreiminütige Ansprache endet traditionell mit zwölf Glockenschlägen und der Nationalhymne.

Russland Moskau - Vladimir Putin (Reuters/M. Klimentyev)

Spasibo: Kremlchef Putin bedankt sich bei den Russen für ihre "herzliche Sorge"

Der scheidende US-Präsident Barack Obama zog zum Jahreswechsel Bilanz über seine Amtszeit und hob die "außergewöhnlichen Fortschritte" hervor, die in den zurückliegenden acht Jahren erzielt worden seien, Er zeigte sich dennoch demütig: "Es war das Privileg meines Lebens, Euch als Präsident zu dienen", erklärte Obama. In seiner wöchentlichen Rundfunkansprache hatte er sich bei den US-Bürgern für "alles bedankt, was Ihr getan habt, um Amerika stärker zu machen". Jetzt bereite er sich auf seine Rolle als Bürger vor, nicht aber ohne den US-Amerikanern zu versichern, "dass ich bei jedem Schritt an Eurer Seite sein werde."

Trump feiert Silvester mit Sylvester

Obamas designierter Nachfolger Donald Trump verschickte in gewohnt provokanter Manier seine Neujahrsgrüße über den Kurznachrichtendienst Twitter: "Ein glückliches Neues Jahr allen, sowie auch meinen vielen Feinden und jenen die mich bekämpft und so schwer verloren haben, dass sie einfach nicht wissen, was sie tun sollen. Liebe!", schrieb der Republikaner. Trump verbringt den Jahreswechsel in seiner Ferienanlage Mar-a-lago in Florida. Zuvor hatte er sich erneut von einem Pulk begleitender Journalisten abgesetzt, um in Ruhe Golf zu spielen. Am Abend plant der Immobilienmogul eine exklusive Silvesterparty mit über 800 zahlenden Gästen, darunter auch der Filmstar Sylvester Stallone. Trump wird am 20. Januar zum 45. US-Präsidenten vereidigt.

In Thailand hat der neue König Rama X. erstmals seit seiner Thronbesteigung zu seinem Volk gesprochen. In seiner Neujahrsansprache zeigte sich der Anfang Dezember offiziell ernannte Monarch "überwältigt und beeindruckt" von der landesweiten Trauer, die der Tod seines Vaters König Bhumibol im Oktober ausgelöst hatte. Dies sei ein Beweis dafür, wie "mitfühlend und patriotisch" die Thailänder seien. Der Tod des 88-jährigen Monarchen hatte das Land in tiefe Trauer gestürzt. Vajiralongkorn ist deutlich weniger bekannt und beliebt als sein Vater.

Papst Franziskus Vatikan (picture-alliance/dpa/A.Medichini)

"Helft der Jugend", predigt Papst Franziskus am Silvesterabend seiner Gemeinde

Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, Papst Franziskus mahnte seine Kirchenmitglieder in einer Predigt am Silvesterabend an, jungen Menschen zu helfen, Sinnhaftigkeit zu finden. Es sei ein Paradoxon, dass es die Jugend heutzutage idealisiert werde und doch keinen Platz ind er Gesellschaft habe. "Wir zwingen sie auszuwandern, um Arbeit zu betteln, die es nicht mehr gibt und haben versagt, ihnen eine Zukunft zu bieten", sagte der Pontifex während dem abendlichen Gottesdienst im Petersdom.

In vielen Ländern weltweit ist es Brauch, dass sich Staats- und Regierungschefs zum Jahreswechsel an ihre Mitbürger und Untertanen in einer Neujahrsansprache wenden. So wurden in disem Jahr bereits in der Volksrepublik China, in Nordkorea und der Türkei die Reden der Staatsoberhäupter im Fernsehen übertragen. 

myk/sc (ap, afp, dpa, rtr)

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