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Wirtschaft

Frischer Seewind für mehr Haushaltsstrom

Rund 2.500 Windräder in Nord- und Ostsee sollen bis 2020 umweltfreundliche Energie für Millionen deutscher Haushalte erzeugen. Umweltschützer stehen dem von der Regierung beschlossenen Plan zwiespältig gegenüber.

Windräder auf hoher See (Foto: AP)

Drehen sich für alternative Energie: Windräder in der Nordsee

Das Kabinett verabschiedete am Mittwoch (16.09.2009) in seiner letzten Sitzung vor der Bundestagswahl eine entsprechende Windparkverordnung zunächst nur für die Nordsee. Im Herbst soll auch die für die Ostsee folgen. Ein Windpark mit rund 60 Rädern kostet nach Schätzungen mehrere 100 Millionen Euro. An Land drehen sich bundesweit derzeit bereits rund 21.000 Rotoren.

Hoffnung auf tausende neue Jobs

Ziel der Regierung ist es, bis 2020 den Anteil der regenerativen Energien an der Stromversorgung auf 30 Prozent zu erhöhen. Allein 15 Prozent des deutschen Stroms sollen dann aus Windkraft erzeugt werden. Heute sind es erst rund sechs Prozent. Insgesamt, so hofft die Bundesregierung zudem, schaffen die 40 neuen Windparks vor der Nord- und Ostseeküste auch 30.000 neue Arbeitsplätze in den strukturschwachen Regionen.

Die Anlagen sollen nach bisherigem Planungsstand in deutschen Gewässern jenseits der Zwölf-Meilen-Küstenlinie entstehen. In dieser Zone muss ein Staat stärker als in Küstennähe die Belange der internationalen Schifffahrt berücksichtigen. Nach Angaben der Behörden kommt in diesen Regionen auch häufiger zu Konflikten mit dem Umweltschutz auf dem Meer.

Technische Probleme lähmten den Fortschritt

Der jetzt abgesegnete Plan soll demnach erlauben, schon in einer frühen Planungsphase die Belange von Energiekonzernen, Umweltschützern und Schifffahrt aufeinander abzustimmen. Der Bau großer Windparks auf dem Meer ist zwar bereits seit Jahren in Planung, kam bisher aber kaum voran. Vor allem technische Probleme mit dem Bau der riesigen Anlagen auf hoher See und mit der Anbindung an das Stromnetz lähmten die Fortschritte.

Bau- und Verkehrsminister Tiefensee (Foto: AP)

Setzt auf Windräder in hoher See: Bau- und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee

Bau- und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee zeigt sich begeistert: "Mit den Raumordnungsplänen für die Nordsee ernten wir Wind vor unseren Küsten. Atomstrom ist nicht mehr zeitgemäß." Sein Ausbau-Plan sehe vor, dass Windräder überall nur abseits bereits ausgewiesener Naturschutzgebiete gebaut werden dürften.

"Sensible und belastete Meeresumwelt"

Umweltschützer stehen dem vom Kabinett beschlossenen Plan zwiespältig gegenüber. Die Initiative komme zur rechten Zeit, da große Energiekonzerne auf eine Verlängerung der Laufzeiten von veralteten Atommeilern setzten, sagte etwa der Geschäftsführer des Naturschutzbundes Deutschland, Leif Miller. Zugleich warnte er, die Windenergie auf Kosten einer sensiblen und vielerorts bereits stark belasteten Meeresumwelt voranzutreiben. (win/hp/dpa/ap/afp)

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