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Kultur

Frische Deutschlandbilder gesucht

New Yorker können derzeit einen Blick auf das moderne Deutschland werfen. Doch sie sollen nicht nur schauen, sondern deutsches Kulturgut hören, schmecken, fühlen und verstehen - kurzum mit allen Sinnen erfassen.

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Manhattans zentraler Bahnhof als Ausstellungsort

Es waren ungewöhnliche Klänge, die die majestätische Vanderbilt-Halle der "Grand Central Station" erfüllten. Ausgerechnet im zentralen Bahnhof Manhattans, der täglich von mehr als einer halben Million Menschen frequentiert wird, will sich das moderne Deutschland den Amerikanern präsentieren. "Es gibt eigentlich keinen besseren Platz, denn man muss hier nicht groß trommeln, um die Leute anzulocken," begründet Mitveranstalter Peter Soetje, Leiter des New Yorker Goethe-Instituts, die Wahl des ungewöhnlichen Ortes.

In diplomatischer Mission

Gerhard Schröder ißt Thüringer Bratwurst

Der Kanzler und die Wurst

Für Deutschlands Botschafter in den USA, Wolfgang Ischinger, wird es höchste Zeit, das antiquierte Deutschlandbild vieler Amerikaner aufzufrischen. "Es ist nicht erfreulich, wenn man Meinungsumfragen und Forschungsergebnisse liest, aus denen hervorgeht, dass das Deutschlandbild vieler Amerikaner noch immer geprägt ist von der Figur Adolf Hitlers, vom Holocaust und vom Zweiten Weltkrieg." Und der Rest seien Klischees - positive Klischees zwar, die aber auch nicht das ganze Land darstellen würden. Dazu gehören die unvermeidlichen Lederhosen, Bier und vielleicht noch Autos.

Dass aber Deutschland ein Land ist, indem nicht nur High-Tech-Produkte hergestellt werden, sondern in dem sich Millionen Menschen sehr wohl fühlen und Spaß haben am Leben, das wüßten zu wenige Amerikaner, betonte der Botschafter bei der Eröffnung der Ausstellung am 2. Juni 2005.

Ball und Bilderrätsel

Entsprechend spielerisch präsentiert sich die Ausstellung - zum Beipiel passend zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 mit einem Hunderoboter-Fussballspiel. "Es gibt zwei Manschaften mit je vier Hunden. Die sind wild auf der Jagd nach einem orangefarbenen Ball und versuchen, den im gegnerischen Tor unterzubringen. Die Hunde sind vollkommen autonom, dass heißt, sie spielen mit einer Software, die auf Memory-Sticks im Bauch der Hunde ist." Die Roboter sind nicht ferngesteuert, sondern kommunizieren untereinander, erklärt Entwickler Martin Memmel vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz.

Auch die deutsche Sprache, für viele Ausländer von jeher ein Ungetüm kommt auf der Ausstellung kinderleicht daher. Uwe Rau vom Goethe-Institut beschreibt eine Installation: "Rechts sehen wir Videos mit Ausschnitten aus einer Sendung, die in Deutschland total beliebt ist: Kinder erklären Begriffe. Die Kinder dürfen den Begriff aber nicht sagen, sondern müssen ihn umschreiben. Und hier auf diesen Tafeln sehen wir Beispiele aus konkreter Poesie, wo die Wörter nicht nur als Wörter dargestellt sind, sondern auch grafisch."

Sauerkraut und Knödel

Deutsches Essen: Sauerkraut + Knödel

Und es darf probiert werden - auch kulinarisch. Statt Eisbein und Sauerkraut - für viele Amerikaner noch immer das deutsche Gericht schlechthin - gibt es allerdings leichtere Kost: Müsli und Fitnessriegel - ohne Zuckerzusatz. Typisch Neu-Deutsch?

Doch ganz ohne Traditionelles kommt auch "Germany Sensational" nicht aus. Schließlich will man auch künftig Millionen amerikanische Touristen nach Deutschland locken. Michaela Klare vom "German National Tourist Office" erklärt Faszination und Motivation: "Die Amerianer lieben die Kultur, die Tradition, das gute Essen und Trinken in Deutschland. Sie starten oft in Bayern und enden in Berlin, einmal quer durch die Republik." Es sei wichtig, Deutschland auch "ins Herz von Manhatten, in die Vanderbilt Hall, zu bringen".

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