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Frisch aus dem Druck

Täglich wird gedruckt, bedruckt oder nachgedruckt, steht jemand unter Druck, lügt wie gedruckt, beeindruckt andere oder druckst herum. So vielfältig einsetzbar wie jeder Druckbuchstabe ist auch das Wort selbst.

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Frisch aus dem Druck

Ein Blick in den Kalender und Panik bricht aus. Nur noch wenige Tage bis zur geplanten Geburtstagsfeier und die Einladungen sind noch nicht einmal verschickt, geschweige denn gedruckt. Wäre da bloß nicht dieser zeitliche Druck. Jetzt gilt: bloß nicht unter Druck setzen lassen – eine schnelle Lösung muss her!

Druckerzeugnis light

Ein Mausklick, ein Summen, ein Rattern und schon kommt die Geburtstagseinladung aus dem heimischen Laserdrucker. Nur wirkt das Foto auf der Einladung merkwürdig blass, die Farbe entspricht auch nicht der auf dem Bildschirm des Computers – und außerdem zerfließt sie auf dem teureren, dickeren Papier.

Kleines Kind drückt mit seinen Händen auf die Tastatur eines Laptops.

Drucken – nur scheinbar kinderleicht!

Was wird diese Einladung nur für einen Eindruck bei den Gästen hinterlassen? Werden sie dieses Druckerzeugnis wohl als Ausdruck, als Zeichen, mangelnder Wertschätzung deuten? Denn so eine Laienarbeit beeindruckt doch niemanden. Da würde auch die Aussage nichts helfen, die Einladungen seien frisch aus der Druckerei gekommen und die hätten dort einen Fehler gemacht. „Du lügst ja wie gedruckt!“ wäre zu Recht die Antwort. Nach einigem Herumdrucksen, weil man über die Sache nicht so recht reden möchte und sich ertappt fühlt, würde man dann eingestehen, dass man es mit der Wahrheit nicht so genau genommen hat.

Konkurrenzdruck

Symbolbild hektischer Betrieb in einer Druckerei: Ein Mann steht an einer modernen Druckmaschine

Unter Hochdruck arbeiten – wegen des Konkurrenzdrucks

Die Möglichkeit, daheim oder in einem Copyshop Poster, Einladungen und anderes auszudrucken, ist günstig und inzwischen normal geworden. T-Shirts und Tassen lassen sich bedrucken, Kunstwerke auch mal nachdrucken. Die Qualität wird dabei rasch zur Nebensache. Alles muss unter Hochdruck sofort erledigt werden.

Solche Entwicklungen sorgen dafür, dass die traditionsreiche Branche der Druckindustrie stark unter Druck steht. Die zunehmende Technisierung, Konkurrenz durch kostengünstige Heimdrucker und mangelnde Druckaufträge machen vor allem kleineren Druckbetrieben zu schaffen. Briefpapier, Visitenkarten und Geburts- oder Traueranzeigen bestellt heute fast keiner mehr. Man versendet E-Mails oder druckt bequem am Computer zu Hause.

Druckmengen

Mehrere Stapel mit Euro-Geldscheinen.

Die Geldscheine kommen nach wie vor frisch aus der Bundesdruckerei

Großdruckereien versuchen, dieser Entwicklung entgegenzuwirken, indem sie ihren Schichtbetrieb der Auftragslage anpassen. Auch wird versucht, große Druckmengen für wenig Geld anzubieten und durch solche Dumpingpreise den Absatz zu steigern.

Einzig die Bundesdruckerei in Berlin bekommt wohl von den gravierenden Veränderungen der Branche wenig zu spüren. Sie wird auch in Zukunft mit dem spezialisierten Druck von Geldscheinen und Reisepässen konkurrenzlos bleiben.

Im Druck

Verändert hat sich der Druckprozess. Bis etwas überhaupt druckreif war, dauerte es früher noch deutlich länger: Es gab kein Textprogramm, keine automatische Rechtschreibprüfung und keine Produktion per Knopfdruck. Früher mussten Texte mühsam mit der Hand gesetzt werden. Die Schriftsetzer benutzten dazu bewegliche Metallbuchstaben, sogenannte Lettern, aus Blei und fügten sie zu einem Text zusammen.

Verschiedene Buchstaben aus Blei

Aus längst vergangenen Zeiten: Bleilettern

Die anschließende Druckfahne – ein Begriff, der keinesfalls den Atem eines betrunkenen Druckers beschreibt, sondern einen Korrekturbogen – wurde dann noch einmal auf Fehler hin überprüft. Erst der fertige Drucksatz konnte – nach den erfolgten Korrekturen und schlussendlicher Übertragung auf eine Druckplattein den Druck gehen, von Druckmaschinen gedruckt werden.

Ausdrückliches

Wie die Geburtstagseinladung aus der Eigenproduktion zeigt: auch das Druckhandwerk ist eine Kunst für sich. Die Bedruckbarkeit eines Materials kann sehr unterschiedlich sein. Luftfeuchtigkeit kann Papier negativ beeinflussen und auch die verwendeten Druckfarben und deren Eigenschaften spielen eine große Rolle.

Passt man nicht auf, druckt die Farbe ab oder auf ein weiteres Papier durch und man hat sie letztendlich überall, wo man sie nicht haben wollte. Beim Kauf eines Druckers und dazugehörigem Material sollte man deshalb besser das Kleingedruckte lesen, ausdrückliche, explizite Bedingungen..

Schreiben wie gedruckt

Bevor man jedoch ein misslungenes Eigenprodukt verschickt, sollte man vielleicht lieber auf eine selbstgeschriebene Einladung zurückgreifen. Die macht einen besseren Eindruck. Beim Schreiben stellt sich abschließend nur noch die Frage: Ist es schöner, auf Druckschrift oder doch lieber auf Schreibschrift zurückzugreifen?




Arbeitsauftrag
Zeitdruck, Konkurrenzdruck, Leistungsdruck. Welche Arten von psychischem Druck kennt ihr noch? Wie geht ihr mit Druck um und habt ihr ein Geheimrezept, ihn zu vermeiden? Tauscht euch mündlich in der Gruppe aus.

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