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Aktuell Kultur

Friedrichstadt-Palast gegen Homophobie

Europas größtes Revue-Theater setzt ein Signal gegen Schwulenfeindlichkeit. Auf einer "pinken Liste" des Berliner Palastes stehen 83 Staaten, deren Botschafter nicht mehr zu Premieren eingeladen werden.

Intendant Berndt Schmidt fand klare Worte: "Wir feiern unsere Premieren nicht mit Vertretern, die Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung unterdrücken, drangsalieren oder kriminalisieren." Berlin stehe nach den mörderischen Nazi-Erfahrungen heute für Toleranz und Freiheit. Die Regel soll ab dem 7. Oktober greifen, wenn die neue Show "The Wyld" startet: Laut Programmankündigung geht es um die "Paradiesvögel der Berliner Nächte, die Wildnis der Großstadt und die Natur des Menschen in all ihren Facetten".

Neben afrikanischen und asiatischen Staaten steht auch Russland auf der "pinken Liste". Es ist nicht das erste Mal, dass der Friedrichstadt-Palast ein klares Zeichen setzt. Schon 2012 hatten die Betreiber einen Boykott gegen die homosexuellenfeindlichen russischen Gesetze beschlossen. Die Berliner Christopher Street Day-Organisatoren zeichneten die Palast-Leitung damals mit ihrem Sonderpreis für Zivilcourage aus.

Absagen an Russland

Der Boykott richte sich ausdrücklich nur gegen die Politik der Regierung, nicht gegen Land und Leute, hatte die Palast-Betreiber 2012 verkündet. Das Revue-Theater engagiert sich schon länger im "Bündnis gegen Homophobie". Es erteilte einer St. Petersburger Eisrevue, die den Palast mieten wollte, ebenso eine Absage wie allen Gastspielanfragen aus Russland. Mit der "pinken Liste" weitet das Theater den Boykott aus.

Der Friedrich-Stadtpalast trat 1871 erstmals als Zirkus in Erscheinung. Marlene Dietrich, Josephine Baker, Louis Armstrong, die Comedian Harmonists und Joe Cocker standen hier schon auf der Bühne. Mit knapp 520.000 Besuchern der hauseigenen Showproduktionen wurde 2013 der bisher bestehende Besucherrekord aus dem Jahr 2001 übertroffen.

suc/ jm (dpa)