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Aktuell Deutschland

Friedrich muss sich Zweifel der Muslime anhören

So hat das keine Perspektive, beklagten muslimische Gruppen nach der letzten Islamkonferenz dieser Legislaturperiode. Von einem gleichberechtigten Dialog könne noch immer keine Rede sein, rügten sie Minister Friedrich.

Die Deutschen Islamkonferenz (DIK) muss in wesentlichen Bereichen neu ausgerichtet werden, forderten muslimische Verbände in Berlin. In der bisherigen Form habe die Gesprächsrunde keinen Sinn mehr, kritisierten mehrere der beteiligten Organisationen bei der letzten Sitzung der Konferenz in dieser Legislaturperiode. Zusammengefasst fordern sie einen Dialog auf Augenhöhe, eine vorurteilsfreie und regionaler ausgerichtete Diskussion und eine Abkehr von sicherheitspolitischen Themen.

In Deutschland leben rund vier Millionen Muslime, knapp die Hälfte besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit. Seit 2006 soll die DIK den Austausch zwischen Staat und Muslimen verbessern und deren Integration voranbringen. Mit am Tisch sitzen Vertreter von Bund, Ländern und Kommunen sowie muslimischer Verbände und Einzelpersonen. Die Muslimvertreter plädierten jetzt dafür, die Konferenz nach der Bundestagswahl nicht mehr beim Innenressort, sondern künftig beim Kanzleramt anzusiedeln.

Einseitig gegen islamischen Extremismus?

"In dieser Form macht es keinen großen Sinn mehr", sagte Bekir Alboga von der Organisation Ditib. Der Dialog sei unentbehrlich, aber er müsse anders ablaufen. Nötig sei eine Atmosphäre, in der alle Beteiligten vorurteilsfrei miteinander reden könnten. Alboga beklagte, der zuständige Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) habe zu sehr sicherheitspolitische Themen und den Kampf gegen den Extremismus in den Vordergrund gerückt. "Wir wollen nicht als Sicherheitsfaktor wahrgenommen werden".

Auch die Türkische Gemeinde in Deutschland verlangte einen Wandel. Bislang gebe es keine gleichberechtigte Teilhabe der muslimischen Vertreter, kritisierte der Bundesvorsitzende Kenan Kolat. Friedrich habe versucht, die Runde zu einer Sicherheitskonferenz zu machen.

Die Junge Islamkonferenz, ein Gesprächsforum für junge Leute, übergab Friedrich Empfehlungen für die künftige Ausrichtung. Die Deutsche Islamkonferenz soll demnach fortgesetzt werden, sich aber allein auf religionsrechtliche Fragen konzentrieren und Fragen zu Sicherheit und Integration ausblenden.

SC/li (dpa, afp, kna)