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Afrika

Friedensverhandlungen für Darfur vertagt

Der Frieden muss warten: Da die wichtigsten sudanesischen Rebellengruppen nicht kamen, wurden die Friedensgespräche für Darfur vertagt. Ob die Regierung - wie angekündigt - dennoch die Waffen ruhen lässt, ist fraglich.

Friedensgespräche im libyschen Sirte am Sonntag (Quelle: AP)

Die Friedensgespräche für Darfur treten auf der Stelle - die wichtigsten Rebellengruppen boykottierten die Verhandlungen

Wegen des Boykotts der wichtigsten Rebellengruppen sind die Friedensgespräche für Darfur am Sonntag (28.10.2007) verschoben worden. Damit soll den Rebellen Zeit gegeben werden sich vorzubereiten, bevor es zu direkten Verhandlungen mit der sudanesischen Regierung kommt. Die Vermittler der Vereinten Nationen rechnen nun damit, dass es in etwa drei Wochen zu "wirklich substanziellen Gesprächen" kommen wird.

Die Darfur-Gesandten der Afrikanischen Union under UN, Salim Ahmed Salim (links) und Jan Eliasson bei den Friedensgesprächen am Sonntag (Quelle: AP)

Hoffen auf "substanzielle Verhandlungen" - die Vertreter der Afrikanischen Union und der UN

Vor Beginn des Krisentreffens am Samstag in der libyschen Hafenstadt Sirte war noch erwartet worden, dass es zu direkten Verhandlungen zwischen der sudanesischen Regierung und den Rebellengruppen kommt. Mit dem Boykott der Rebellenführer hatten sich diese Hoffnungen allerdings zerschlagen. Der Sudan hatte zu Beginn der neuen Verhandlungsrunde einen einseitigen Waffenstillstand in seiner westlichen Krisenregion angekündigt, zugleich aber betont, dass der Regierung in Khartum die Geduld mit den Rebellen ausgehe.

Zweifel an Sudans Regierung

Das Angebot der sudanesischen Regierung wurde mit Skepsis aufgenommen - zu oft waren solche Vereinbarungen in den vergangenen vier Jahren des Konflikts gebrochen worden. Die anwesenden Rebellenvertreter erklärten dennoch, sie würden das Angebot eingehend prüfen. Dazu brauchten sie jedoch mehr Zeit. Überhaupt seien sie noch nicht ausreichend auf die Verhandlungen vorbereitet, sagte Tadschadine Betschir Niam, der eine Abspaltung der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM) vertrat.

Die eigentliche JEM und ebenso die Mehrheitsfraktion der Sudanesischen Befreiungsarmee (SLA) hatten ihre Teilnahme an den Gesprächen in Libyen abgesagt. Zur Begründung machten die beiden wichtigsten Rebellengruppen aus Darfur geltend, die Vermittler hätten auch Organisationen eingeladen, die lediglich Handlanger der sudanesischen Regierung seien und kaum Unterstützung bei der Bevölkerung vor Ort hätten. Der libysche Gastgeber Muammar al-Gaddafi kritisierte die Abwesenheit der wichtigsten Rebellenorganisationen. Ohne sie könne kein Frieden erreicht werden, sagte Gaddafi in Sirte. "So lange sie dieser Konferenz fernbleiben, können wir für die internationale Gemeinschaft keine Rechtfertigung zur Intervention finden."

Verhandlungen noch möglich

Die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union (AU) wollten bei dem Treffen in Libyen versuchen, die verfeindeten Parteien an einen Tisch zu bringen und einen Waffenstillstand zu erreichen. Dass die wichtigsten Rebellengruppen ferngeblieben seien, habe ihn sehr enttäuscht, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Samstag in New York. Die Tür stehe jedoch allen Parteien weiter offen. "Frieden ist ein Prozess und alle Probleme sollten in Sirte diskutiert werden und nicht anderswo. Wir, als internationale Gemeinschaft, werden bis zum Ende durchhalten", so Ban, der zudem die umgehende Einstellung aller Kämpfe forderte. Nur so könnten die Verhandlungsparteien zeigen, dass sie gewillt sind, dem Leiden der Menschen in Darfur ein Ende zu bereiten.

In Darfur kämpfen von der Regierung unterstützte Reitermilizen gegen schwarzafrikanische Rebellengruppen, die zum Teil auch untereinander zerstritten sind. In der Krisenregion sind bisher mindestens 200.000 Menschen ums Leben gekommen, etwa 2,5

Millionen wurden vertrieben. (mg)

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