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Politik

Friedensnobelpreisträger wird Präsident in Osttimor

Nach der gewonnenen Stichwahl wird Friedensnobelpreisträger José Ramos-Horta der neue Präsident von Osttimor. Er kündigte einen Kampf gegen die Armut an.

Gewinnerblick: Ramos-Horta. Quelle: AP

Gewinnerblick: Jose Ramos-Horta

Karte Osttimor mit Indonesien und Australien

Nach Auszählung aller Stimmen erreichte der pro-westliche Friedensnobelpreisträger von 1996 José Ramos-Horta in der Stichwahl gegen den früheren Unabhängigkeitskämpfer Francisco Guterres von der links-nationalistischen Fretilin-Partei Francisco 69 Prozent, wie die Wahlkommission am Freitag (11.5.) mitteilte. Guterres räumte seine Niederlage ein. Er werde sich dem Willen des Volkes beugen und alles tun, um Ramos-Horta zu unterstützen.

Armut lindern, Wunden heilen

Die Osttimorenser haben damit der Partei, die das kleine Land seit seiner Unabhängigkeit regiert, eine eindeutige Abfuhr erteilt. Im Wahlkampf hatte Ramos-Horta immer wieder die Politik der Fretilin kritisiert und mehr Staatsausgaben gefordert, um die Wirtschaft im Land anzukurbeln: "Wir haben 1,2 Milliarden aus Erdöleinnahmen angehäuft. Das ist viel Geld für ein Land wie unseres. Jetzt müssen wir sehen, wie wir damit die Lebensbedingungen des Großteils unserer Bevölkerung verbessern können, die mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen muss." Er kündigte einen harten Kampf gegen die Armut an. "Ich werde das halten, was ich im Wahlkampf versprochen habe: mich für die Armen einsetzen, das Land vereinen und die Wunden heilen", sagte der 57-Jährige nach Medienberichten aus Dili.

Eine faire Wahl, sagen Beobachter. Quelle: dpa

Eine faire Wahl, sagen Beobachter

Wahlbeobachter der Europäischen Union lobten den Ablauf der Wahl als sauber und fair. Der australische Premierminister John Howard gratulierte Ramos-Horta bereits. "Er hat sehr viel Engagement und ist ein Freund Australiens", sagte er. Australien führt in Osttimor eine internationale Friedenstruppe von rund 3000 Soldaten und Polizisten, die seit den Unruhen vor einem Jahr für Ordnung sorgt.

Wichtigere Wahl folgt

Ramos-Horta, der als Unabhängiger angetreten war, tritt das weitgehend repräsentative Amt am 20. Mai an. Am 30. Juni finden dann Parlamentswahlen statt. Im Parlament hat die Fretilin-Partein, die aus der Widerstandbewegung hervorging, 55 der 88 Sitze. Sie will alles daransetzen, ihre absolute Mehrheit zu verteidigen. Der wohl aussichtsreichste Kandidat wird ausgerechnet der charismatische Noch-Präsident sein - Xanana Gusmao. Er hat bereits seine Bereitschaft erklärt, nach dem Wechsel an der Staatsspitze erneut in den Wahlkampf zu ziehen, denn: "Die Möglichkeit, politisch einzugreifen, ist als Ministerpräsident viel größer. Der Präsident kann nur mahnen und reden. Aber wenn ihn niemand hören will, ist nichts zu machen."

Xanana Gusmao: Alter Präsident, neuer Premier? Quelle: AP

Xanana Gusmao: Alter Präsident, neuer Premier?

Osttimor ist eines der ärmsten Länder der Welt. Fünf Jahre nach der Unabhängigkeit von Indonesien war die Lage zuletzt von Instabilität und Spannungen zwischen Bewohnern des östlichen und westlichen Landesteils geprägt gewesen, die vergangenes Jahr nach der Entlassung von 600 meuternden Soldaten eskalierten. Nach der Präsidentenwahl blieb die Lage aber auch am Freitag ruhig und entspannt. (sams)

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