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Kultur

Friedensnobelpreis für die "Mutter der Bäume"

Als erste afrikanische Frau erhält die Kenianerin Wangari Maathai den diesjährigen Friedensnobelpreis. Ausgezeichnet wird ihr Einsatz für die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung Afrikas.

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Eine Pionierin in Ostafrika

Die 64-jährige Vize-Umweltministerin von Kenia werde für ihren Einsatz für die Umwelt und die Durchsetzung der Menschenrechte und ihr Engagement für Demokratie und Frieden ausgezeichnet. Das teilte das norwegische Nobelpreiskomitee am Freitag (8.11.2004) in Oslo mit.

"Sehr glücklich"

Maathai hatte 1977 mit dem "Green Belt Movement" das größte Aufforstungsprojekt Afrikas ins Leben gerufen. Seither wurden mehr als 30 Millionen Bäume gepflanzt. Durch das Projekt erhielten zehntausende Menschen Arbeit. Die streitbare Akademikerin war 1984 bereits mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden.

Maathai sagte, sie habe durch den norwegischen Botschafter in Kenia von der Auszeichnung erfahren. "Ich bin sehr glücklich, und ich danke Gott für alles." Maathai war zum Zeitpunkt der Bekanntgabe auf dem Weg zu einer Versammlung in ihrem Wahlbezirk am Mount Kenya.

Panafrikanische Frauenbewegung

Wangari Maathai ist eine Pionierin in Ostafrika. Sie war die erste Frau, die in Kenia einen Doktortitel erwarb und die erste, die Leiterin einer Universitätsabteilung wurde. Bekannt wurde die am 1. April 1940 in dem Ort Nyeri geborene spätere Biologin vor allem als "Mama Miti", Mutter der Bäume.

Ende der 1970er Jahre begann sie, andere Frauen zu überzeugen, rund um die kenianische Hauptstadt Nairobi Bäume anzupflanzen. Jahrelang waren die Wälder dort hemmungslos abgeholzt worden, vor allem, um Feuerholz zum Heizen und Kochen zu haben. Das Beispiel hat seither in zahlreichen afrikanischen Staaten Schule gemacht. Über die Ökologiebewegung hinaus setzt sie sich für die demokratischen und sozialen Rechte der Bevölkerung ein. Sie begründete eine panafrikanische Frauenbewegung, deren Zweck über die Wiederaufforstung hinausgeht.

"Genau richtig"

Norwegens Ministerpräsident Kjell Magne Bondevik hat die Vergabe des Friedensnobelpreises an Maathai begrüßt. Im TV-Sender NRK sagte Bondevik: "Ihr Kampf für die Armen, gegen die Zerstörung der Umwelt und politische Unterdrückung liegt genau in der richtigen Dimension für den Preis."

Mit großer Freude wurde die Vergabe des Friedensnobelpreises beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aufgenommen. Es sei erfreulich, dass "eine derart engagierte und mutige Frau" den Nobelpreis erhalten habe, sagte die Stellvertretende DAAD-Generalsekretärin Dorothea Rüland. Frau Maathai sei 1978 als Stipendiatin des DAAD in Deutschland gefördert worden. (mb)

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