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Fokus Osteuropa

Friedensinitiative russischer Soldatenmütter

Eine Delegation der Soldatenmütter Russlands hat sich in London mit dem Vertreter der tschetschenischen Separatisten Achmed Sakajew getroffen. Dort verabschiedeten sie das Papier "Der Weg zum Frieden in Tschetschenien".

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Friedensideen für Grosny kommen von den russischen Soldatenmüttern

Am Freitag hat in Großbritannien ein Treffen von Vertretern des Soldatenmütter-Komitees Russlands mit Achmed Sakajew, dem Emissär des tschetschenischen Separatistenführers Aslan Maschadow, stattgefunden. Bei den Gesprächen wurde ein Plan zur friedlichen Lösung des Konflikts im Nordkaukasus erörtert. An dem Treffen nahmen auch Abgeordnete des Europäischen Parlaments teil.

Treffen in der Kritik

Das russische Außenministerium hatte damit gerechnet, dass die Mitglieder der Soldatenmütter-Delegation bei dem Treffen in London die Kämpfer dazu aufrufen, ihr terroristisches Vorgehen zu beenden und die Waffen niederzulegen. Die offiziellen Behörden Tschetscheniens teilten gleichzeitig mit, die Verhandlungen würden zu keinem Ergebnis führen und konkrete Beschlüsse könnten nicht gefasst werden. Deswegen sei das Treffen absolut sinnlos.

Menschenrechtler optimistisch

Die russischen Menschenrechtler sind hingegen der Ansicht, dass die Gespräche zwischen den Soldatenmüttern und Sakajew zu einem positiven Ergebnis führen könnten. "Das ist ein schillerndes Beispiel für Volksdiplomatie, wenn die offizielle Diplomatie versagt. Kein Krieg kann mit militärischen Mitteln beendet werden. Jeder Krieg endet mit Verhandlungen", sagte die Vorsitzende der Moskauer Helsinki-Gruppe, Ljudmila Aleksejewa.

Verhandlungen gefordert

In einem Interview für die Deutsche Welle sagte die Vertreterin des Soldatenmütter-Komitees Russlands, Walentina Melnikowa, bei dem Treffen sei nicht nur über Wege zu einer friedlichen Lösung gesprochen worden. Ihr zufolge wurde ein gemeinsames Papier mit der Bezeichnung "Der Weg zum Frieden in Tschetschenien" verabschiedet. "Damit haben wir unser Einvernehmen dazu deutlich gemacht, welche Folgen die Politik der föderalen Behörden hat", unterstrich Melnikowa. Nach Ansicht der Teilnehmer des Treffens wird der Terror in Tschetschenien durch den zehnjährigen Krieg hervorgerufen. Ihnen zufolge kann der Terrorismus nur im Rahmen eines Friedensprozesses überwunden werden. In dem gemeinsamen Dokument, das nach dem Treffen angenommen wurde, wird Russland aufgefordert, Verhandlungen mit der tschetschenischen Kriegsseite unter Vermittlung europäischer Strukturen aufzunehmen.

Vorschläge der tschetschenischen Seite

Walentina Melnikowa ist der Meinung, dass die Soldatenmütter richtig vorgehen. "Wir haben vorgeschlagen, Verhandlungen aufzunehmen. Die Tatsache, dass die tschetschenische Seite Vorschläge zu einem Waffenstillstand und zur Terrorismusbekämpfung unterbreitet, ist bereits eine Errungenschaft", sagte sie. Die negative Bewertung der Initiative des Soldatenmütter-Komitees durch die Moskau-treue tschetschenische Regierung führt Melnikowa darauf zurück, dass geglaubt werde, die Frauen würden sich übernehmen. "Aber sie werden letztendlich begreifen, dass wir dem Volk Tschetscheniens und Russlands nur Frieden und Wohlstand wünschen", sagte Melnikowa.

Daria Brjanzewa
DW-RADIO/Russisch, 25.2.2005, Fokus Ost-Südost

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