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Aktuell Welt

Friedensforscher fordern Ächtung bewaffneter Drohnen

In einem neuen Gutachten äußern sich deutsche Friedensforschungsinstitute besorgt über den zunehmenden Einsatz unbemannter Flugkörper. Diese senkten die Hemmschwelle zu militärischer Gewalt und sorgten für Wettrüsten.

"Diese Hightech-Waffen machen den Krieg unsichtbar und billiger", sagte Bruno Schoch von der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung bei der Vorstellung des Friedensgutachtens 2012. Die Drohnen minimierten eigene Todesopfer und verleiteten somit zum Krieg. Außerdem löse die Nachfrage nach unbemannten Flugkörpern ein neues Wettrüsten aus. Der Wisschenschaftler fordere die Bundesregierung auf, sich für die Aufnahme bewaffneter Drohen als eigenständige Kategorie in das UN-Waffenregister einzusetzen und mittels Rüstungskontrolle auf ihre Ächtung zu dringen.

Westliche Staaten verlieren an Einfluss

BRICS Gipfel im März 2012 in Neu Delhi (Foto: reuters)

BRICS Gipfel im März 2012 in Neu Delhi

Das Gutachten der Forschungsinstitute konstatiert zudem eine globale Machtverschiebung. Der Einflussverlust westlicher Wirtschaftsnationen zugunsten der sogenannten BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika müsse aber nicht zu Kriegen führen. Die wirtschaftliche Verflechtung der Staaten sei dafür heute zu groß. Für die aufstrebenden Wirtschaftsnationen bedeute der Zugewinn an Einfluss aber auch, international mehr Verantwortung übernehmen zu müssen. Probleme sehen die Friedensforscher angesichts der Finanzkrise für Europa. Hier mache sich ein eklatanter Mangel an Solidarität breit, der zu einer wachsenden Fremdenfeindlichkeit führe.

Zweifel an Friedensplan für Syrien

Besorgt äußerten sich die Institute auch über die Entwicklung in Syrien. Der internationale Friedensplan hat aus ihrer Sicht kaum noch eine Chance. Trotz der anhaltenden Massaker in Syrien warnen die Friedensforscher aber vor einer Militärintervention und einem lang anhaltenden Bürgerkrieg. Sie verweisen dabei auch auf die Erfahrungen im Libanon.

An dem in diesem Jahr zum 26. Mal erschienenen Gutachten wirkten vier Einrichtungen mit: das Institut für Friedensforschung an der Universität Hamburg, die Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, das Bonner International Center for Conversion und die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg.

jh/qu (kna, epd, dpa, dapd)