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Frieden

Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg. Frieden ist etwas leicht Zerbrechliches. Es erfordert große Wachsamkeit ihn zu erhalten. Auch Freude und Eierkuchen können einen kleinen Beitrag zum Frieden leisten.

Wer bräuchte den Frieden nicht. Jeder will ihn. Aber wer steht ihm im Wege? Die Antwort ist einfach. Es ist immer der Andere. Das ist das Dilemma. Seit Menschengedenken kennen wir die Gegensätze: Krieg oder Frieden. Dort die Bösen, hier die Guten. Oder das Böse und das Gute. Angeblich. Bilder vom Krieg bekommen wir täglich zu sehen. Wir wollen uns aber diese Woche nicht mit dem Krieg sondern mit dem Frieden beschäftigen.

Krieg und Frieden

Wenn Krieg Feindschaft und blutige Zerstörung bedeutet, so müsste das Gegenteil Frieden heißen. Zumindest in der deutschen Sprache ist das auch so. Wir verlassen uns auf den Wortstamm. ‚fri’ lautete er. Die Bedeutung war ‚gern haben’ und ganz wichtig: ‚schonen’. Es ist Ihnen natürlich aufgefallen. ‚Gern haben’ und ‚schonen’ sind Verben. Und das ist richtig so: Frieden hat durchaus mit Tätigkeit zu tun, denn er ist keineswegs ein bloßer Zustand, sondern er will gehegt und gepflegt werden; Frieden ist etwas leicht Zerbrechliches und eine komplizierte Sache, die zu erhalten große Wachsamkeit erfordert.

Aus ‚fri’ ist dann ‚vride’ mit ‚v’ und einfachem ‚i’ geworden. Dieser ‚vride’ bedeutete ‚Zustand der Freundschaft’ und auch ‚Schonung’. Jeder weiß, dass Freundschaften gepflegt werden müssen; also auch der Friede. Und was die ‚Schonung’ betrifft, so könnte man sagen, dass es eine Überlegung wert wäre, seine Mitmenschen beispielsweise einfach in Ruhe zu lassen, selbst wenn man nicht mit ihnen befreundet ist.

Schutz und Sicherheit

Schutz und Sicherheit in einer funktionierenden Rechtsordnung zu haben, das bedeutet Frieden im politischen Sinne; das ist der so genannte innere Frieden, also innerhalb eines Landes, eines Staates. Wir kennen den Ausdruck ‚häuslicher Frieden’, ‚ehelicher Frieden’. Wie im Großen so auch im Kleinen ist Frieden nur möglich auf der Grundlage gegenseitiger Rücksichtnahme und der Bereitschaft, den Anderen zu verstehen. Aber wir wissen alle: "Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt". Wobei Nachbar nicht unbedingt wörtlich zu verstehen ist.

Gespräche über Frieden heißen Friedensgespräche oder Friedensverhandlungen. Wenn sie erst dann stattfinden, wenn es wieder einmal zu spät gewesen ist, und ein Krieg schon stattgefunden hat, versucht man in aller Regel, einen Friedensvertrag auszuhandeln. Naturgemäß hat in solchen Verhandlungen der Verlierer des Krieges immer die schlechteren Karten. Die Zeit zwischen Kriegen wird Friedenszeit genannt. Daraus lässt sich unschwer ableiten, dass nach dem Krieg immer vor dem Krieg ist; denn in der Tat hat es immer Kriege gegeben, und wie es aussieht, wird sich daran auch nicht so schnell etwas ändern.

Engel für den Frieden

Die Sehnsucht des Menschen aber nach dauerhaftem Frieden wird immer weiter bestehen. Es ist schon wahr: "Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg". Das behaupten - unter anderen – Leute, die sich in der Friedensbewegung engagieren und von ihren Gegnern spöttisch als ‚Friedensengel’ bezeichnet werden.

Eine Art Patentrezept zur Friedenssicherung hatten sich die Römer ausgedacht: "Si vis pacem, para bellum". – "Willst du Frieden haben, sei kriegsbereit". Das entbehrt nicht einer gewissen Logik, wenn man bedenkt, dass die ‚pax romana’ bedeutete, die unterworfenen Völker des riesigen Römischen Reiches militärisch in Schach zu halten. Wie jedem erzwungenen Frieden war auch diesem nicht zu trauen. Wer heute sagt, "ich trau dem Frieden nicht", bringt allgemein Skepsis zum Ausdruck, gibt zu verstehen, dass man eine Sache für bedenklich hält. Wird dann noch hinzu gesetzt "Laß mich in Frieden damit", dann will man mit der ganzen Sache nichts zu tun haben.

Freude und Eierkuchen

Zum Schluss unseres friedlichen Stichwortes sollten wir nun aber doch noch klären, dass es sich bei ‚Friede, Freude, Eierkuchen’ nicht um ein Rezept aus dem Kochbuch einer Politikergattin handelt, sondern um einen eher resignativen Ausdruck für entlarvte Schönfärberei und vorgetäuschte Harmonie.


Fragen zum Text

Leute, die sich in der Friedensbewegung engagieren, werden von ihren Gegnern spöttisch als … bezeichnet.

1. Friedensengel

2. Friedensteufel

3. Friedenstauben

Wer sagt, "ich trau dem Frieden nicht", …

1. traut sich nicht in den Krieg zu ziehen.

2. hat kein Vertrauen in die Friedensverhandlungen.

3. hält eine Sache für bedenklich.

Wenn jemand in Frieden gelassen werden will, dann …

1. will er/sie mit einer Sache nichts zu tun haben.

2. will er/sie Eierkuchen essen.

3. setzt er/sie sich gegen Krieg ein.

Arbeitsauftrag

Es ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen - auch Freunde und Familien streiten sich. Schreiben Sie ein Streitgespräch zwischen einer 15-Jährigen Tochter und ihrem Vater. Die Tochter möchte abends mit ihren Freunden ins Kino gehen. Doch der Vater erlaubt ihr nicht abends so lange wegzugehen. Was könnte die Tochter sagen, um den Vater zu überzeugen? Wie reagiert der Vater in dem Streitgespräch? Finden die beiden einen Kompromiss und schließen Frieden?

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