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Politik

Frieden ist das Ziel

Der Übergangsverwalter in Bagdad Jay Garner und die US-Pläne im Nahen Osten sind am Mittwoch (24.4.2003) zentrale Themen in der arabischen Presse.

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Die eher unabhängige Zeitung AL-BAYAN aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sieht in dem ehemaligen US-General Jay Garner vor allem einen Vertreter amerikanischer und israelischer Interessen. Das Blatt schreibt:

"Das Volk des Iraks weiß, dass Garner den Interessen der Amerikaner und nicht denen der Iraker dient. Er ist ein Besatzer, ein Geschäftsmann der Israelis. Er kommt zu einer Zeit, da das irakische Volk politisch wieder erwacht - wie die Demonstrationen und Kundgebungen der letzten Tage zeigen. Garner wird bald begreifen, dass die Iraker ihre Zukunft selbst bestimmen wollen und eine von außen aufgezwungene Regierung nicht akzeptieren werden."

Die dem saudiarabischen Königshaus nahe stehende Zeitung AL-OUATAN meint, dass Garners Tätigkeit im Irak weitaus mehr Zeit in Anspruch nehmen werde, als die USA offen zugeben wollen. Zitat:

"Die 90 Tage, die die Übergangsverwaltung unter der Leitung Garners angeblich dauern soll, stellen keine endgültige Frist dar. Er hat schließlich selbst gesagt, er werde so lange an der Macht bleiben, wie dies notwendig sei."

Die halbamtliche ägyptische Zeitung AL-AHRAM warnt davor zu glauben, nach dem militärischen Vorgehen im Irak hätten die USA im Nahen Osten keine weiteren Kriegspläne mehr. Denn, so erinnert das Blatt:

"Bis vor kurzem hat man nicht wahr haben wollen, dass die Amerikaner den Krieg gegen den Irak führen werden - obwohl alle Zeichen für diesen Krieg sprachen. Nun will man nicht wahr haben, dass weitere Kriege drohen. Es ist die neue amerikanische Strategie, die 13 Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion die Konfrontations-Linie, die einst durch Europa verlief, in die arabische Welt zu verlagern. Hier gilt nun die neue US-Doktrin der Präventiv-Kriege. Und der Irak soll als Basis für weitere Operationen dienen."

Anders urteilt die konservative kuwaitische Zeitung AS-SIJASA. Sie sieht in den US-Plänen eine Chance für eine Demokratisierung der Region. Deshalb, so das Blatt, sollte auch Syrien mit den USA, wie es Washington verlangt, kooperieren:

"Der amerikanische Druck hat das Ziel, Frieden im Nahen Osten zu schaffen und Diktaturen zu beseitigen, weil diese keinen Frieden ermöglichen. Nun sollte Syrien den Rat des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak beherzigen und den US-Forderungen nachgeben."

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