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Aktuell Amerika

Frieden in Kolumbien brüchig

Vier Tage nach der Einigung auf einen neuen Vertrag kommt es wieder zu Kämpfen: Zwei FARC-Rebellen werden getötet. Regierungsunterhändler De la Calle warnt, man müsse jetzt rasch handeln.

Kolumbien FARC Friedensvertrag (picture-alliance/dpa/M. Duenas Castaneda)

Nicht alle Guerilleros legen die Waffen nieder

Die Waffenruhe wurde erstmals wieder gebrochen. Im Süden der Region Bolivar sei es zu Gefechten gekommen, nachdem Rebellen den ihnen zugewiesenen Sektor verlassen hätten, berichtete die kolumbianische Armee. Zwei Guerilleros der marxistischen FARC seien getötet worden. Ein dritter habe sich ergeben und erklärt, sie gehörten zur "37. Front" der FARC. Nach Angaben der Sicherheitskräfte befanden sich die Rebellen etwa 70 Kilometer entfernt von der Zone, wo sie unter Aufsicht von UN-Beobachtern ihre Waffen abgeben sollen.     

Kritische Phase 

Erst wenige Tage zuvor war zwischen Regierung und der linken Guerilla ein neuer Vertragstext für ein Friedensabkommen vereinbart worden. Der Chefunterhändler der Regierung, der frühere Vize-Präsident Humberto de la Calle, sagte, die seit dem 29. August geltende Waffenruhe sei brüchig. "Wir dürfen keine Zeit verlieren", sagte der Unterhändler dem Fernsehsender Caracol. Das neue Abkommen sei "eine Chance", den jahrzehntelangen Konflikt in Kolumbien zu beenden. 

Einwohner der Region berichteten, bei den dort marodierenden Kämpfern könne es sich auch um Angehörige einer anderen Guerillagruppe, nämlich der ELN handeln, die oft mit Entführungen und Erpressungen auffällt. Die Aufnahme von Friedensgesprächen mit dieser zweitgrößten Gruppierung war wiederholt gescheitert. Zuletzt hatte es Gefechte mit der ELN in der Provinz Choco gegeben. 

Verhängnisvolles Referendum 

Mit der FARC hatte sich die Regierung Ende August nach vierjährigen Verhandlungen auf ein historisches Friedensabkommen geeinig. Am 26. September war der Vertrag zwar unterzeichnet, dann aber Anfang Oktober von einer knappen Mehrheit der Bevölkerung in einem Referendum abgelehnt worden. Daraufhin begannen neue Verhandlungen in Havanna mit dem Ergebnis eines modifizierten Vertragstextes. 

Die FARC hatte 1964 im Kampf gegen Großgrundbesitzer und die Regierung zu den Waffen gegriffen. In den Konflikt waren neben der Armee auch andere linke Guerillagruppen wie die ELN, rechte Paramilitärs und die Drogenmafia verwickelt. In den vergangenen Jahrzehnten wurden dabei mehr als 340.000 Menschen getötet, 45.000 Menschen gelten als vermisst.

SC / fab (afp, APE, rtr, epd)