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Bildung

Freunde treffen, Filme gucken

Beim ersten Festival kamen statt der erwarteten 1500 Besucher 10.000 Menschen. Für die Organisatoren stand fest: Wir machen weiter. Mittlerweile ist "Nippon Connection" das größte japanische Filmfestival weltweit.

Japanisches Filmfestival Nippon Connection (Foto: Anna Brockdorff)

Für Lorenzo, Nicolo, Gloria und die anderen Mitarbeiter von "Nippon Connection" ist es jedes Jahr eine neue Herausforderung. Lange vor dem Start des japanischen Filmfestivals schauen sie hunderte von Filmen an, laden japanische Regisseure, Produzenten und Übersetzer ein und besprechen das Programm. Das Ergebnis: Mehr als 150 japanische Filme haben es in diesem Jahr in Frankfurt am Main auf die Leinwand geschafft. "Das Festival bietet japanischen Filmemachern eine große Chance", sagt Lorenzo vom Organisationsteam. "Nippon Connection" sei eine Art Markt, wo vor allem junge Filmemacher vorstellig werden und Kontakte knüpfen könnten.

Viele Filme haben Weltpremiere

Viele der Filme haben bei der "Nippon Connection" Europa- oder sogar Weltpremiere. "So eine große Vielfalt an Filmen gibt es selbst in Japan bei keinem Festival", sagt Lorenzo. Rund 40 Gäste aus Japan haben ihre Werke in diesem Jahr persönlich vorgestellt, darunter Toshiaki Toyoda oder Michael Arias mit seinem Remake des Til Schweiger-Films. "Knockin' On Heaven's Door". Das Spektrum reichte von avantgardistischen Filmen bis hin zu japanischen Blockbustern. Schwerpunkte waren im Jubiläumsjahr Komödien und Dokumentarfilme.

Angefangen als kleine studentische Initiative

Japanisches Filmfestival Nippon Connection (Foto: Anna Brockdorff)

Man trifft sich an der Sake-Bar

"Nippon Connection" in Frankfurt am Main zieht inzwischen fast jedes Jahr mehr als 16.000 Besucher an. Dabei hat das Festival vor zehn Jahren als kleine, studentische Initiative mit einer Handvoll Leuten angefangen. Geplant war es als einmalige Veranstaltung. Wegen des großen Erfolges gründete sich zwei Jahre später der Verein "Nippon Connection". Die Filme sind dabei nicht der einzige Publikumsmagnet. Man trifft sich in der Videospielhölle, bei Parties mit japanischen DJs, bei Ausstellungen und Performances im Festivalzentrum auf dem Campus der Frankfurter Goethe-Universität. So entstehen Kontakte und Freundschaften.

Zwischen Sake-Bar und Karaoke

Im ersten Stock können sich die Besucher zwischen den Filmen in der Videospielhölle entspannen oder an der Sake-Bar ein Gläschen Reiswein genießen. Währenddessen schallen aus der Kellerbar Karaokelieder, es duftet köstlich von der Soba-ya Soup Lounge herauf. Die Japanologie-Studentin Justeen ist begeistert: "Hier gehen die Leute offen aufeinander zu, man kann direkt an Japaner Fragen stellen, sich über die Filme und alles mögliche unterhalten."

Japanologie-Student Nicolo ist einer derjenigen, die das Kulturprogramm organisieren. Er sagt: "Wir versuchen, ein ziemlich differenziertes Programm anzubieten. Einige von uns haben Kontakte nach Japan oder sind dort gewesen." So komme in jedem Jahr etwas Neues, Interessantes zu dem Kulturprogramm dazu.

Das kennen selbst Japaner nicht

Japanisches Filmfestival Nippon Connection (Foto: Anna Brockdorff)

... oder in der Spielhölle

Das ist auch ein Grund, weshalb die Japanerin Mayu immer wieder gern bei dem Festival mitarbeitet. "Bei dem Kulturprogramm von 'Nippon Connection' gibt es einzigartige und neue Ideen. Manchmal erkennen sogar Japaner nicht, dass das aus ihrem Heimatland kommt." Sie selbst habe beispielsweise noch nie "Kodan" gesehen - eine traditionelle, japanische Erzählkunst, die in früheren Zeiten sehr gängig war. "Das habe ich mir jetzt bei 'Nippon Connection' in Frankfurt angeschaut!" sagt Mayu.

Studentische Helfer gesucht

35 bis 40 Menschen sind an der langfristigen Planung von "Nippon Connection" beteiligt. Beim Festival selbst sind dann noch einmal Dutzende weitere Helfer dabei - Japaner und Deutsche. "Wenn japanische Studenten kommen und mitarbeiten wollen, dann ist für sie sicher die Programmplanung oder die Gästebetreuung spannend. Und wir sind immer froh über Leute, die auch korrespondieren können und uns bei den Kontakten nach Japan helfen", so Lorenzo vom Organisationsteam.

Kontaktbörse "Nippon Connection"

Dass es Spaß macht, bei "Nippon Connection" mitzuhelfen, zeigt sich schon daran, dass alle ehrenamtlich mitarbeiten. Genau das mache auch den besonderen Charakter und die Atmosphäre des Festivals aus, sagt Teammitglied Mayu.

Die Japanisch-Studentin Gloria hat über das Festival schon etliche Kontakte geknüpft. "Man lernt auch wirklich die Japaner kennen. Und man schließt Freundschaften", sagt sie. Gloria hat das ganz direkt erfahren, als sie nach Japan gereist ist. "Dort habe mich mit einigen Regisseuren und Filmemachern von "Nippon Connection" getroffen. Man sieht das Land ganz anders, wenn man dort Leute kennt".

Autorin: Anna Brockdorff
Redaktion: Gaby Reucher

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