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Sport

Freudenschüsse und Buhlen um Ballack

Die Iraker waren so glücklich über ihren Sieg im Asia-Cup, dass sie Freudenschüsse abfeuerten, die sieben Menschen töteten. Derweil buhlt Real Madrids Bernd Schuster mit "dicken Geldkoffern" um Michael Ballack.

Michael Ballack während einer Pressekonferenz in Prag (Archivfoto vom 23.03.2007, Quelle: dpa)

Alle wollen Ballack

Tausende von Menschen tanzten bei spontanen Feiern begeistert auf den Straßen, Kinder bemalten ihre Gesichter mit den irakischen Nationalfarben. Es waren die größten Straßenfeste seit dem Sturz des Diktators Saddam Hussein vor vier Jahren: Nach dem historischen Erfolg der irakischen Fußball-Nationalmannschaft bei der Asienmeisterschaft war das gespaltene Land im Freudentaumel wenigstens für einige Stunden vereint. Das 1:0 im Finale der Asien-Meisterschaft am Sonntag (29.7.) gegen Saudi-Arabien überdeckte kurzfristig die vielen Konflikte in dem von einem nach wie vor von Kriegswirren gebeutelten Irak.

Feiernde Fußballfans im Irak (Quelle: AP)

Siegesfeiern über Religionsgrenzen hinweg

Auf so einen Moment hätten alle im Irak gewartet, sagte der irakische Präsident Talabani und sprach von "einem großen Sieg, der alle Gruppierungen vereint". Es gebe immer noch Hoffnung auf "ein vereintes, sicheres und unabhängiges Land", meinte auch der sunnitische Vizepräsident Tariq al-Hashemi. FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, Augenzeuge des irakischen Erfolgs im Gelora Bung National-Stadion im indonesischen Jakarta, stellte die Kraft des Fußballs heraus, "Menschen selbst in hoffnungslosen Situationen zu vereinen".

Interreligiöses Kicken

Innerhalb von zwei Monaten hatte der brasilianische Coach Jorvan Vieira in der Tat das Kunststück fertig gebracht, aus Schiiten, Sunniten und Kurden eine echte Einheit zu formen. "Hier ging es nicht nur um Fußball, sondern um viel mehr. Es ging nicht ums Team, sondern um Menschen. Der Sieg bringt dem ganzen Land Freude", sagte er. Das entscheidende Tor zum ersten Sieg beim Asien-Cup hatte Kapitän Younes Mahmoud in der 71. Minute erzielt.

Fußballfan im Irak (Quelle: AP)

Jubel nach dem 1:0 gegen Saudi-Arabien

Ganz ungetrübt war die Freude beim zum besten Spieler des Turniers gewählten Mahmoud allerdings nicht. Es gebe für sein Team keine Möglichkeit, sich mit der Trophäe im Irak öffentlich feiern zu lassen: "Ich wünschte, wir könnten das machen. Aber man weiß ja nie, wer dich töten will." Drei Spieler hatten in den vergangenen zwei Monaten Verwandte bei Anschlägen verloren. Beim Halbfinale waren 50 Menschen bei Anschlägen ums Leben gekommen.

Auch am Sonntag kamen bei den Feierlichkeiten nach dem Finale erneut sieben Menschen ums Leben. Die Opfer seien von Querschlägern getroffen worden, teilte die Polizei mit. Zudem habe es mehr als 50 Verletzte gegeben, weil Fans den Sieg trotz eines Verbotes mit den traditionellen Freudenschüssen feierten.

Schuster und die dicken Koffer

Real-Madrid-Trainer Bernd Schuster (Quelle: AP)

Will Ballack nach Madrid holen: Real-Coach Schuster

Der neue Coach von Real Madrid Bernd Schuster hat vor dem Testspiel des spanischen Fußball-Meisters bei Hannover 96 an diesem Dienstag (31.7.) das grundsätzliche Interesse am deutschen Nationalmannschaftskapitän bekundet. "Er wäre das ideale Bindeglied zwischen Mittelfeld und Sturm", sagte Schuster in der ARD. "Ich weiß, dass Real auch in den vergangenen Jahren hinter ihm her war. Der eine oder andere Spieler wird noch kommen. Wir haben einen richtig dicken Geldkoffer", fügte er im ZDF hinzu.

Für Ballack, derzeit beim englischen Pokalsieger FC Chelsea unter Vertrag, ist nach englischen Medienberichten eine Ablösesumme von 40 Millionen Euro im Gespräch. Der Betrag wäre für Real kein Problem, allerdings hat der Rekordmeister bei der Suche nach prominenten Verstärkungen bisher fast nur Absagen erhalten. Für den Brasilianer Kaka vom AC Mailand wollen die Königlichen laut Schuster sogar 80 Millionen Euro ausgeben. Kaka steht auf dem Real-Wunschzettel ganz oben.

Geldkoffer (Quelle: DW)

Werden Schusters dicke Koffer Ballack überzeugen?

Vor dem Testspiel fühlt sich Gastgeber Hannover für das Kräftemessen mit Raul & Co. gut vorbereitet. Trainer Dieter Hecking hat sein Team durch die Nationalstürmer Mike Hanke und Benjamin Lauth gezielt verstärkt. In den Testspielen gegen die Glasgow Rangers (1:0), Twente Enschede (3:1) und 1. FC Köln (3:1) trat das Team kompakt auf. Die bisher einzige Niederlage kassierte "96" ausgerechnet gegen den Erzrivalen Eintracht Braunschweig (0:1). Diese Blamage würde für eingefleischte 96-Fans selbst ein Erfolg gegen die "Galaktischen" nicht wettmachen. (ina)