1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sprachbar

Freude

Die Ausdrucksformen sind verschieden. Doch ob Freudengesang, Freudensprung oder Freudenfeuer, meist genügen uns die sprichwörtlichen "kleinen Freuden des Alltags". Wenn auch nicht unbedingt jetzt, zum Fest der Freude …

Rechtzeitig zum Fest der Freude das passende Stichwort: Freude. Wer Weihnachtslieder singt oder sich zumindest noch an einige Texte erinnern kann, weiß, dass Freude und Fröhlichsein ziemlich häufig in Liedversen vorkommen: "Nun singet und seid froh", "O du fröhliche", "Freut euch ihr Christen" und so weiter.

Helle Freude

Freude ist ein Gemütszustand. Ausdruck einer Befindlichkeit, der – ganz allgemein gesprochen – eine gute Stimmung zugrunde liegt. In welcher Mannigfaltigkeit diese Stimmung des Gemüts sich äußern kann, dafür liefert die Sprache genügend Beispiele. Müsste Freude in Farben dargestellt werden, es wären die hellen, lichten.

Freudige Musik erklingt ebenfalls in hellen, ja festlichen Tönen. Das wohl bekannteste europäische Musikstück solch freudiger Art ist der Schlusssatz von Beethovens Neunter Symphonie. Dort erscheint die Freude in den Worten Friedrich Schillers als "schöner Götterfunken". Freude also auch ein Geschenk der Götter an die Menschen. Nicht umsonst heißt es himmlische und göttliche Freude.

Die Freude – und ihr Gegenstück

Die Freude, die überschäumende, die einen vor Freude tanzen lässt, die Freudensprünge auslöst; diese Freude enthebt die Menschen von aller Last, allen Sorgen, allen dunklen Gedanken. Aber: nur für kurze Zeit. Nicht nur in der redensartlichen Wendung Freud und Leid liegen das Helle und das Dunkle nahe beieinander.

Freud und Leid wechseln sich ab im Leben, sind seltsam verteilt. Für jeden gibt es mal mehr, mal weniger von Freud und von Leid. Zwischen Freud und Leid ist die Brücke nicht breit lautet das Sprichwort, und Goethe hat diese Weisheit in Faust II so formuliert: "Freud muss Leid, Leid muss Freude haben."

Freude schenken – oder einen Schnellkochtopf?

Aber nun Schluss mit den schlauen Sprüchen, schließlich ist Weihnachten, die Zeit der stillen, der besinnlichen Freude, die Zeit, in der man gerne Freude schenken möchte. Glaubt man der Werbung, so ist nichts einfacher als das. "Mit Freude und mit Liebe schenken" ist ein gängiger Slogan – ganz gleich, ob es sich um ein Diamantcollier oder einen Schnellkochtopf handelt.

Aber: Jeder weiß, dass Freude nicht zu kaufen ist. Darüber – und das erwähnen wir jetzt trotz des hohen Weihnachtsfestes – können auch so beschönigende Worte wie Freudenmädchen und Freudenhaus nicht hinwegtäuschen. Unbestritten, dass der Mensch Freude braucht, Zuwendung, Liebe. Haben wir dieses im Sinn, bekommt der Ausdruck Freude schenken einen ganz anderen Klang.

Die Freuden des Alltags

Passend zu Weihnachten die Freude der Eltern über ihr neugeborenes Kind: Mutterfreuden und Vaterfreuden. Freude empfinden, sich freuen wie ein Kind, eine stille Freude an etwas haben, freudig erregt, voller Vorfreude sein; wir wissen es: Tausende von Gründen kann es dafür geben.

Wir wollen hier die sprichwörtlichen kleinen Freuden des Alltags nennen, die nicht zu unterschätzen sind. Eine freundliche Begrüßung am Morgen und der Tag im Büro sieht schon ganz anders aus. Stimmt’s? Natürlich gibt es auch die Muffel, die Kolleginnen und Kollegen, die ein gegrunztes "Morn2 ablassen und ansonsten nur rummeckern und einem das Leben schwer machen.

Freut euch des Lebens

Beschleicht einen da nicht eine klammheimliche Freude, wenn so ein Miesmacher beim rückwärts Einparken eine kleine Delle in die neue Karre macht? Fast möchte man glauben, Schadenfreude sei wirklich die schönste Freude. Nun ja. "Was des einen Leid, ist des anderen Freud." So ist das wohl, und weil dies und so vieles andere auch einfach nicht zu ändern ist, sollte man das Motto jenes Gesellschaftsliedes aus dem 18. Jahrhundert beherzigen, das da heißt: "Freut euch des Lebens." – Und zwar nicht nur an Weihnachten.

Fragen zum Text

Der Text zum Schlusssatz von Beethovens Neunter Symphonie stammt von …

1. Heinrich Hoffmann von Fallersleben.

2. Friedrich Schiller.

3. Johann Wolfgang von Goethe.

Ein Sprichwort lautet: "Zwischen Freud und Leid …

1. entscheidet nur die Zeit."

2. liegt eine halbe Ewigkeit."

3. ist die Brücke nicht breit."

Ein bekanntes deutsches Weihnachtslied heißt …

1. O du fröhliche!

2. Froh zu sein, bedarf es wenig.

3. Ode an die Freude.

Arbeitsauftrag

Deutsche gelten als eher reserviert, Emotionen werden meist zurückgehalten. Diskutieren Sie über Ihre persönlichen Erfahrungen hierzu und vergleichen Sie diese mit der Mentalität in Ihrem Land.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Barbara Syring

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads