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An der Ostgrenze

Freiwilligen-Milizen in Polen vereidigt

Die Ukraine-Krise hat Ängste über eine Aggression durch die russischen Nachbarn geschürt. Die nationalkonservative Regierung in Warschau rüstet auf und setzt dabei immer stärker auf die Mobilisierung ziviler Kräfte.

Polen Paramilitärischer Schützenverband in Polen (picture alliance/PAP/M. Bielecki)

Bekommt bald Unterstützung: Paramilitärischer Schützenverband Polens, hier bei einer Übung in Stettin.

Bis 2019 sollen es etwa 53.000 Freiwillige sein, die in paramilitärischen Einheiten zum Einsatz kommen. Der polnische Verteidigungsminister Antoni Macierewicz sprach wiederholt von der "besten Reaktion" auf die Gefahren durch russische Soldaten oder Legionäre, die bei einem "hybriden Krieg" - ähnlich wie in der Ukraine - auch auf polnisches Territorium einsickern könnten. Nun vereidigte er die ersten Mitglieder der Freiwilligenmilizen, die später zunächst an der östlichen Grenze Polens operieren sollen.   

Antoni Macierewicz Polen Warschau (Imago/Eastnews)

Verteidigungsminister Antoni Macierewicz

Damit wird bei den Aufrüstungsplänen der Regierung der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) ein weiterer Schritt umgesetzt. Es sei ein symbolischer Start, der Polens Armee neu formiere, sagte Macierewicz bei den Feierlichkeiten im ostpolnischen Bialystok. Bei weiteren Zeremonien in Lublin und Rzeszow sollten zunächst rund 400 Milizionäre vereidigt werden.

Die Zivilisten durchlaufen eine 16-tägige Grundausbildung, militärische Vorerfahrungen haben sie nicht. Sie sollen mit der regulären Armee zusammenarbeiten und helfen, das Land vor Angriffen zu schützen. Berufssoldaten werden das Kommando haben, wie aus dem Ministerium versichert wurde. 

Jede der Woiwodschaften Polens soll eine 3000 bis 5000 Mann starke Brigade erhalten. Die ersten drei sollen an der östlichen Grenze entstehen. In Polen existiert bereits eine etwa 12.000 Mann umfassende paramilitärische Jugendgruppe, der Schützenverband Strzelec.  

Die Zivilisten der neuen Freiwilligenmilizen erhalten für ihren Einsatz monatlich umgerechnet 125 Euro. Die Kosten waren vom Verteidigungsminister für die kommenden drei Jahre auf rund 800 Millionen Euro beziffert worden. Regierungskritiker bemängeln, dies gehe zulasten der Modernisierung und Ausstattung der Armee. Macierewicz bestreitet dies.

SC/HF (dpa)