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Top-Thema – Podcast

Freiwillige statt Zivis

Sie machen Betten in Krankenhäusern, engagieren sich im Umweltschutz und betreuen alte Menschen. Seit dem 1. Juli 2011 haben sich 50.000 Menschen für den Bundesfreiwilligendienst gemeldet.‎

„Bufdis“ werden die Männer und Frauen genannt, die sich beim Bundesfreiwilligendienst engagieren. Sie übernehmen die Aufgaben der „Zivis“, der Zivildienstleistenden, die es seit dem 1. Juli 2011 nicht mehr gibt.

Bisher waren alle Männer ab dem 18. Lebensjahr wehrpflichtig. Wer nicht zur Bundeswehr wollte, konnte stattdessen einen Wehrersatzdienst, das heißt einen Zivildienst, ableisten. Und so gab es bis 2011 fast keine soziale Einrichtung ohne Zivis: Sie arbeiteten an Schulen und in Kindergärten, in Heimen für Senioren und Menschen mit Behinderung oder beim Rettungsdienst. Doch im Zuge der Bundeswehrreform wurde 2011 die Wehrpflicht ausgesetzt – und damit war auch der Zivildienst Geschichte.

Als Ersatz für die Zivis brauchte man 30.000 Leute, die sich freiwillig für die Gesellschaft engagieren. Die Sorge war groß, dass es zu wenig Freiwillige geben würde, die für ein Taschengeld all die Aufgaben der Zivildienstleistenden übernehmen würden. Deshalb darf heute jeder, der möchte, einen Bundesfreiwilligendienst ableisten. Nicht mehr nur junge Männer können sich bewerben, sondern alle Bürger ab 16 Jahre: Jugendliche und Rentner, Hausfrauen und Arbeitslose.

Die anfängliche Befürchtung, dass sich nicht genügend Freiwillige finden würden, war unbegründet. Nach einem sehr langsamen Start meldeten sich immer mehr Menschen, und das Programm wurde zu einem großen Erfolg. Seit Juli 2011 arbeiten 50.000 Bürger für den Bundesfreiwilligendienst in sozialen Einrichtungen. Die Gründe für ihr Engagement sind vielfältig, doch eines haben die Bufdis gemeinsam: Sie wollen etwas Neues kennenlernen und sich für die Gesellschaft einsetzen.


Glossar

Zivi, der – Abkürzung für: der → Zivildienstleistende

Freiwillige/r, der/die – jemand, der etwas macht, obwohl er es nicht muss (Adjektiv: freiwillig)

sich engagieren – hier: ohne Bezahlung für einen bestimmten Zweck arbeiten (Substantiv: das Engagement)

Zivildienstleistende, der/die – eine Person, die in einer sozialen Einrichtung arbeitete, anstatt zur Bundeswehr zu gehen

jemand ist wehrpflichtig – jemand muss für einen bestimmten Zeitraum zur Bundeswehr gehen

Wehrersatzdienst, der – etwas, das man bis 2011 tun konnte, wenn man → wehrpflichtig war, aber nicht zur Bundeswehr gehen wollte

etwas ableisten – hier: etwas machen; etwas erfüllen

Einrichtung, die – hier: die Organisation

Senior/in, der/die – der alte Mensch

Mensch mit Behinderung, der – eine Person, die ernsthafte geistige oder körperliche Probleme hat

im Zuge (einer Sache) – bei; im Rahmen von (einer Sache)

Bundeswehrreform, die – die gr0ße organisatorische Veränderung der deutschen Armee

etwas aussetzen – etwas unterbrechen; hier: etwas beenden

etwas ist Geschichte – etwas gibt es nicht mehr

Ersatz, der – hier: jemand, der die Aufgaben von jemand anderem übernimmt

Taschengeld, das – ein kleiner Geldbetrag, den eine Person regelmäßig bekommt

vielfältig – unterschiedlich

etwas gemeinsam haben – in einer bestimmten Sache gleich sein

sich für etwas einsetzen – sich für etwas → engagieren


Fragen zum Text

1. Die … übernehmen die früheren Aufgaben der … .
a) Wehrpflichtigen – Bufdis
b) Zivis – Wehrpflichtigen
c) Bufdis – Zivis

2. Heute gibt es keinen Zivildienst mehr, weil …
a) die sozialen Einrichtungen die Zivis nicht mehr brauchen.
b) die Bundeswehr die Wehrpflicht abgeschafft hat.
c) es nicht genug Zivildienstleistende gab.

3. Beim Bundesfreiwilligendienst kann man sich bewerben, wenn man …
a) mindestens 16 Jahre alt ist.
b) wehrpflichtig ist.
c) eine Ausbildung im sozialen Bereich hat.

4. Der Bundesfreiwilligendienst sucht …
a) freiwillige.
b) Freiwillige.
c) freiwillig.

5. Welche Lösung ist falsch? „Bis 2011 waren Männer ab 18 Jahren in Deutschland …“
a) Wehrpflichtige.
b) wehrpflichtig.
c) wehrpflichtige.


Arbeitsauftrag
Gibt es in eurem Heimatland so etwas wie die Wehrpflicht, den Zivildienst und/oder den Bundesfreiwilligendienst? Recherchiert bei Bedarf im Internet und macht euch Notizen. Erklärt dann der Gruppe mündlich, wie Wehrpflicht und soziales Engagement in eurer Heimat organisiert sind.

Autoren: Wolfgang Dick/Anne Gassen
Redaktion: Ingo Pickel

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