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Fußball

Freitag ist Fußball-Tag in Südafrika

Egal ob Busfahrer, Nachrichtensprecherin oder Verkäufer: In Südafrika schlüpfen freitags immer mehr Menschen in die Trikots ihrer Nationalmannschaft und stimmen sich damit auf ihre Weltmeisterschaft ein.

Gisham Njoroge ist Kenianer, der in Südafrika lebt. Für ihn ist das gelbe Trikot Ehrensache (Foto: Katrin Gänsler)

Gisham Njoroge ist Kenianer, der in Südafrika lebt. Für ihn ist das gelbe Trikot Ehrensache

Dimakatso Mashigo kann es kaum erwarten bis die Weltmeisterschaft endlich angepfiffen wird. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, trägt die Geschäftsfrau aus der Nähe von Pretoria immer am Soccer Friday das gelbe Trikot ihrer Nationalmannschaft. "Ich habe sogar welche für meine Familie gekauft", strahlt sie. Damit will sie Bafana Bafana, so lautet der Kosename des Teams, was übersetzt "die Jungs, die Jungs" heißt, ordentlich unterstützen. "Wir zeigen ihnen, wir stehen hinter euch!"

Unterstützung in Gelb und Grün

Fußball-Fans in der Polizeistation: Michelle Schwartz (von links), Captain Tessa Jansen, Martha Monareng und Lilian Matthare (Foto: Katrin Gänsler)

Fans in der Polizeistation

Ob diese Zustimmung in grün oder gelb geschieht, ist unwichtig. Schließlich repräsentieren beide Farben Bafana Bafana. Gelb ist für Heimspiele bestimmt, die grünen Leibchen werden bei Auswärtsspielen angezogen. Doch längst nicht jeder schlüpft im Moment in genau diese T-Shirts. In Pretoria ziehen Fußball-Fans freitags auch gerne Chelsea-, Arsenal- oder Manchester-Trikots an. Schließlich hat die englische Premier League auf dem ganzen Kontinent ihre Anhänger. Doch genau das war auch die Idee, die hinter dem Soccer-Friday steckte. Fans sollten das Trikot ihrer Lieblingsmannschaft tragen und Begeisterung für den Ballsport demonstrieren.

Doch in den kommenden Wochen soll das in andere Bahnen gelenkt werden, wünscht sich Thami Banda. Er ist Pressesprecher des WM-Programms der Stadt Pretoria. "Je näher der Anpfiff kommt, desto mehr müssen die Leute Bafana Bafana unterstützen und hinter ihnen stehen. Dann werden bestimmt mehr Menschen die gelben Trikots anziehen", hofft Banda, der selbst mit viel Herzblut sein T-Shirt trägt.

Viele Fußball-Aktionen am Freitag

Deshalb plant er gerade, den Soccer Friday noch populärer zu machen. Künftig wird es Umzüge geben, zu denen – so hofft er – immer mehr Menschen in Gelb und Grün kommen. Doch es geht ihm nicht nur um ein Farbenmeer. So haben seine Mitarbeiter beispielsweise an den vergangenen Freitagen ein Fußball-Turnier für unter Zwölfjährige organisiert. Die Siegermannschaft darf nun gegen Gleichaltrige aus Korea und Brasilien kicken.

Pretoria ist mit Fußball-Werbung zugepflastert (Foto: Katrin Gänsler)

Pretoria ist mit Fußball-Werbung zugepflastert

In der Polizeistation in Pretoria muss Banda indes jedoch nicht mehr die Werbetrommel für seinen Fußball-Freitag rühren. Zwar dürfen die Polizisten nicht in Grün und Gelb auf Streife gehen. Doch das Revier, das mitten in der Innenstadt liegt, gehörte zu den ersten Institutionen, die den Soccer-Friday unterstützten und ihrem Verwaltungspersonal erlaubten, immer freitags in Trikots zur Arbeit zu kommen. Lilian Matthare strahlt, wenn sie daran denkt. Grün ist ihre Farbe, um mit der sorgt sie schon jetzt gemeinsam mit ihren Kolleginnen für WM-Stimmung. "Wir sind stolz, dass unser Präsident uns das erlaubt hat. So können wir Bafana Bafana unterstützen", erklärt sie und ruft dann in den Raum: "Jungs, macht uns stolz!"

Südafrikaner können sich die Trikots gar nicht leisten

Doch längst nicht alle Südafrikaner stehen hinter dem Fußball-Tag. Viele beklagen die hohen Preise für die Trikots, die 200 Rand, umgerechnet etwa 20 Euro, kosten. Auch Thami Banda ist bewusst, dass die T-Shirts für den einen oder anderen unerschwinglich sind. Trotzdem ist er sicher: "Nationalstolz hat keinen Preis. Man kann einfach nicht sagen: Die Flagge meines Landes kostet 20 Rand. Das lässt sich doch nicht in Geld umrechnen."

Autor: Katrin Gänsler
Redaktion: Arnulf Boettcher

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