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Nachrichten

Freitag, 9. Mai 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

RANGUN: Die Vereinten Nationen haben die Weigerung der Militärregierung von Birma, ausländische Helfer ins Land zu lassen, scharf kritisiert. Dieses Verhalten sei beispiellos, sagte ein Sprecher des Welternährungsprogramms. Das Außenministerium in Rangun bekräftigte ungeachtet der internationalen Kritik, dass man die gelieferten Hilfsgüter selbst und ohne ausländische Unterstützung verteilen wolle. Nach tagelangen Verzögerungen waren am Donnerstag die ersten Lebensmittel-Lieferungen durch die Vereinten Nationen und das Rote Kreuz in das vom Zyklon 'Nargis' heimgesuchte Land gebracht worden. Es wird befürchtet, dass bei der Katastrophe bis zu 100.000 Menschen ums Leben gekommen sind. Rund eine Million Menschen sind obdachlos.

BEIRUT: Bei den nächtlichen Kämpfen in der libanesischen Hauptstadt sind mindestens zehn Menschen getötet worden. In Agenturberichten ist außerdem von etwa 30 Verletzten die Rede. Die libanesische Hisbollah hat bei ihren Gefechten mit Regierungsanhängern offenbar den Großteil der Hauptstadt Beirut unter ihre Kontrolle gebracht. Kämpfer der Schiiten-Miliz stürmten auch das Gebäude eines regierungstreuen Fernsehsenders und zwangen die Mitarbeiter, ihre Berichterstattung einzustellen. Die Kämpfe, die sich inzwischen auch auf andere Landesteile ausweiteten, hatten sich an dem Beschluss der Regierung entzündet, das private Telefonnetz der Hisbollah stillzulegen. Milizen-Chef Hassan Nasrallah hatte dies in einer Fernsehansprache als Kriegserklärung gewertet.

JERUSALEM: In Israel ist offiziell bekanntgegeben worden, dass gegen Ministerpräsident Ehud Olmert wegen Korruptionsverdachts ermittelt wird. In einer Erklärung des Justizministeriums in Jerusalem heißt es, Olmert habe vor seiner Berufung zum Regierungschef über einen langen Zeitraum hohe Summen von einem US-Geschäftsmann erhalten. Medienberichten zufolge geht es bei den Ermittlungen um illegale Wahlkampfspenden und um betrügerische Immobilien-Geschäfte. Olmert selbst wies die Anschuldigungen zurück. Sollte man ihn dennoch anklagen, dann werde er als Ministerpräsident zurücktreten, sagte er in einer von Radio und Fernsehen live übertragenen Ansprache.

MÜNCHEN: In der Schmiergeld-Affäre bei Siemens will die Münchner Staatsanwaltschaft an diesem Freitag über ein mögliches Ermittlungsverfahren gegen den früheren Vorstandsvorsitzenden Heinrich von Pierer entscheiden. Zuletzt hatten ihm zwei Manager eine Verwicklung in die Affäre vorgeworfen. Dabei geht es um mindestens 1,3 Milliarden Euro an Schmiergeldern, mit denen sich der Konzern Aufträge sichern wollte. Von Pierer bestreitet jede Verwicklung. Von Seiten seines ehemaligen Arbeitgebers muss er nach einem Bericht des 'Handelsblatts' mit einer Schadenersatzklage rechnen. Dem Siemens-Aufsichtsrat seien mindestens drei Korruptionsfälle vorgelegt worden, in denen von Pierer nicht ordnungsgemäß gehandelt habe.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angesichts der neuen Steuerschätzung Forderungen aus der CDU/CSU abgelehnt, die Steuern noch vor der Bundestagswahl 2009 zu senken, Der 'Passauer Neuen Presse' sagte sie, Ziel bleibe, 2011 einen schuldenfreien Etat zu erreichen. Erst nach 2009 könnten Steuern gesenkt werden, um Mittelstand, Geringverdiener und Familien zu entlasten. Im kommenden Jahr, so Merkel, wolle die CDU ein eigenes Steuerreform-Konzept vorstellen. Vor allem aus der CSU waren zuletzt verstärkt Forderungen nach raschen Steuersenkungen gekommen. Wirtschaftsminister Michael Glos und andere CSU-Politiker halten ein Volumen von 28 Milliarden Euro für finanzierbar. Laut der neuen Steuerschätzung haben Bund, Länder und Gemeinden in diesem und dem kommenden Jahr insgesamt fünf Milliarden Euro weniger in der Kasse. Erst 2010 und 2011 sei mit Mehreinnahmen zu rechnen.

BERLIN: Zum 75. Jahrestag der Bücherverbrennung durch die Nazis wird in Berlin der verfolgten Schriftsteller gedacht. Dazu wird Bundespräsident Horst Köhler an diesem Freitag in der Akademie der Künste eine Rede halten. Am Samstag wollen unter anderem die Humboldt-Bibliothek und das spanische Kulturinstitut Cervantes mit Vorträgen, Lesungen, Musik und Originaltondokumenten an die Verbrennung erinnern. Im Frühjahr 1933 hatten Studenten, Professoren und Angehörige von NS-Verbänden zehntausende Werke jüdischer, marxistischer und pazifistischer Schriftsteller auf Scheiterhaufen geworfen. Bei der zentralen Aktion am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz wurden unter anderem Bücher von Heinrich Heine, Bertolt Brecht, Franz Kafka, Heinrich Mann, Kurt Tucholsky und Carl von Ossietzky verbrannt.

MOSKAU: Erstmals seit dem Ende der Sowjetunion sind bei der Parade zum Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland wieder Panzer und schweres Militärgerät auf dem Roten Platz aufgefahren. Auf einer Ehrentribüne vor dem Lenin-Mausoleum nahm der neue russische Präsident Dmitri Medwedew zusammen mit seinem Vorgänger, Ministerpräsident Wladimir Putin, die Parade ab. Medwedew würdigte als Oberbefehlshaber die Verdienste der Armee. Die Truppen hätten die Unabhängigkeit ihres Vaterlandes bewahrt, sagte der Präsident in einer landesweit übertragenen Ansprache. An der Militärparade nahmen etwa 8.000 Soldaten teil.

BRASILIA: Die Regierung Brasiliens hat ein Programm für nachhaltige Entwicklung für den Amazonas aufgelegt. Wie Präsident Luiz Inacio Lula da Silva mitteilte, sollen Infrastruktur-Projekte verwirklicht und Kleinkredite für Bauern aufgelegt werden. Außerdem sehe das Konzept Maßnahmen gegen die Abholzung des Regenwalds und gegen illegale Besitznahme staatlichen Landes vor. Deutschland hatte Brasilien zuvor in dieser Frage Unterstützung zugesagt.

SANTIAGO: Eine Woche nach dem Ausbruch des Vulkans Chaiten im Süden Chiles haben die Behörden das umliegende Gebiet vollständig evakuiert. Polizisten und Soldaten zwangen die letzten noch verbliebenen Menschen im Umkreis von 50 Kilometern um den Berg, ihre Häuser zu verlassen. Zuvor hatte der Vulkan seine Aktivitäten weiter verstärkt. Insgesamt wurden mehr als 7.000 Menschen in Sicherheit gebracht, nachdem der Vulkan das erste Mal seit mehreren tausend Jahren ausgebrochen war. Asche des Vulkans verbreitete sich seither über weite Teile Südamerikas und erreichte inzwischen die argentinische Hauptstadt Buenos Aires.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Weiter sonnig und warm bei Temperaturen zwischen 18 und 27 Grad.

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