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Nachrichten

Freitag, 9. Februar 2007

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.

MEKKA: Nach einem monatelangen blutigen Machtkampf haben sich die Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas auf die Bildung einer gemeinsamen Regierung geeinigt. Nach zweitägigen Verhandlungen im saudiarabischen Mekka unterzeichneten Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas von der Fatah und Hamas-Chef Chaled Maschaal ein entsprechendes Abkommen. In dem Papier sichert die radikalislamische Hamas zu, bisherige Friedensvereinbarungen mit Israel zu 'respektieren'. Eine Anerkennung und das Existenzrecht Israels werden in dem Abkommen nicht erwähnt.

JERUSALEM: Israel hat zurückhaltend auf das Abkommen der Palästinensergruppen Fatah und Hamas reagiert. Ein Sprecher des Außenministerium erklärte, man erwarte von der neuen Regierung, dass sie Israel anerkenne, der Gewalt abschwöre und alle bisher geschlossenen Friedensabkommen einhalte. - Auch Großbritannien und die USA äußerten sich abwartend zu der Einigung von Fatah und Hamas auf die Bildung einer gemeinsamen Regierung.

MÜNCHEN: Mit einer Rede der israelischen Außenministerin Zipi Liwni und einem festlichen Essen beginnt an diesem Freitag abend in München die 43. Internationale Sicherheitskonferenz. Offiziell eröffnet wird die Tagung, zu der Spitzenpolitiker und - militärs aus 40 Nationen in der bayerischen Landeshauptstadt erwartet werden, am Samstag. Dann werden unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin sprechen. - Zentrale Themen der Konferenz sind die Zukunft der NATO, die Lage in Afghanistan und im Irak sowie der Nahost-Konflikt.

MOSKAU: Russland hat kurz vor dem Treffen der Finanzminister der sieben führenden Industrienationen Anspruch auf eine Vollmitgliedschaft in der G7-Gruppe angemeldet. Zur Begründung verwies Finanzminister Alexej Kudrin in der Tageszeitung 'Die Welt' auf das hohe Wachstumstempo der russischen Wirtschaft. Es lag in den vergangenen Jahren bei sechs Prozent und wird auch für die nächsten drei Jahre in dieser Höhe erwartet. Der russische Minister nimmt an den zweitägigen Beratungen der G7-Finanzminister teil, die an diesem Freitag in Essen beginnen.

SEVILLA: US-Verteidigungsminister Robert Gates hat eine massive Frühjahrsoffensive der NATO gegen die radikalislamischen Taliban in Afghanistan angekündigt. Er sei zuversichtlich, dass die Allianz den Kampf gegen die Taliban noch in diesem Jahr gewinnen werde, sagte Gates am Rande eines Treffens mit seinen NATO-Kollegen im spanischen Sevilla. - Forderungen des NATO-Oberkommandeurs Bantz Craddock nach zusätzlichen Soldaten für den Afghanistan-Einsatz wurden von Deutschland und anderen europäischen NATO-Staaten abgelehnt.

SEVILLA: Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow hat sich nachdrücklich gegen eine Unabhängigkeit der südserbischen Provinz Kosovo gewandt. Mit einer solchen Entscheidung würde die internationale Gemeinschaft einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen, sagte Iwanow bei einem Treffen mit seinem deutschen Kollegen Franz Josef Jung vor Beginn des NATO-Russland-Rates in Sevilla. Jung sagte, er unterstütze den Vorschlag des UN-Vermittlers Martti Ahtisaari, dem Kosovo eine international überwachte Souveränität zuzugestehen. - In der Provinz leben mehrheitlich Albaner.

PEKING: Zum zweiten Tag der neuen Sechs-Länder-Verhandlungen über eine Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms hat Gastgeber China einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Er sieht vor, dass Nordkorea innerhalb von zwei Monaten seine wichtigsten Atomanlagen stilllegt. Im Gegenzug soll das verarmte kommunistische Land umfangreiche Energielieferungen erhalten. - Die nordkoreanische Delegation signalisierte grundsätzliche Zustimmung zu dem Vorschlag Chinas.

STUTTGART: Das Oberlandesgericht Stuttgart wird am kommenden Montag nach eigenen Angaben bekannt geben, ob die frühere RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt auf freien Fuß kommt. Die wegen mehrfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilte Mohnhaupt sitzt seit 24 Jahren im Gefängnis. Die Bundesanwaltschaft hatte den Antrag von Mohnhaupt befürwortet, die Vollstreckung des Restes der lebenslangen Freiheitsstrafe zur Bewährung auszusetzen. Die heute 57-Jährige gehörte in den Jahren von 1977 bis zu ihrer Festnahme 1982 zur Führungsebene der 'Roten Armee Fraktion'.

MÜNCHEN: Familienministerin Ursula von der Leyen fordert einen deutlichen Ausbau von Kinderkrippen. Bis spätestens 2013 solle möglichst jedes dritte Kind unter drei Jahren professionell betreut werden, sagte von der Leyen der 'Süddeutschen Zeitung'. Die Ministerin will erreichen, dass in wenigen Jahren 750.000 Kleinkinder in Krippen oder von Tagesmüttern versorgt werden. Derzeit sind es rund 250.000. Die zusätzlichen Kosten von etwa drei Milliarden Euro pro Jahr sollen nach Ansicht von der Leyens Bund, Länder und Kommunen gemeinsam aufbringen.

TORONTO: Der frühere Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber ist wieder auf freiem Fuß. Das höchste Berufungsgericht in der kanadischen Provinz Ontario ließ ihn gegen eine Kaution von umgerechnet rund 850.000 Euro wieder frei. Anfang Mai soll eine neue Verhandlung über Schreibers Einspruch gegen die Auslieferung nach Deutschland stattfinden. Deutsche Strafverfolger werfen Schreiber unter anderem Untreue, Bestechung und Steuerhinterziehung in großem Ausmaß vor. Schreiber gilt auch als Schlüsselfigur im CDU-Spendenskandal in den 90er Jahren.

BERLIN: In Berlin sind die 57. Internationalen Filmfestspiele eröffnet worden. Zum Auftakt wurde der französische Film 'La vie en rose' über das Leben der Chanson-Sängerin Edith Piaf gezeigt. Insgesamt konkurrieren in diesem Jahr 22 Filme um den Goldenen Bären, darunter auch zwei deutsche Produktionen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Nordosten Schnee, im Süden Aufheiterungen. Tageshöchstwerte Null bis drei Grad im Norden, bis zehn Grad im Süden.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: minus 1 Grad, etwas Schnee; Berlin: 1 Grad, leichter Regen; Dresden: 4 Grad, wolkig; Köln/Bonn: 5 Grad, nach Schauer; Frankfurt am Main: 5 Grad, wolkig und München: 3 Grad, leicht bewölkt.

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