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Nachrichten

Freitag, 8. Dezember 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.

BRÜSSEL: Nach dem überraschenden Angebot der Türkei im Zypern-Streit kommen die Botschafter der Europäischen Union an diesem Freitag zu einer Sondersitzung in Brüssel zusammen. Sie wollen darüber beraten, ob die Außenminister am kommenden Montag möglicherweise darauf verzichten können, die Beitrittsverhandlungen mit Ankara zu verlangsamen. Die Türkei hatte die Öffnung eines Hafens für Schiffe aus der Republik Zypern angeboten, dies jedoch nach Angaben finnischer Diplomaten an griechisch-zyprische Gegenleistungen geknüpft. Außerdem soll Ankara bereit sein, einen Flughafen für Flüge aus Zypern zu öffnen. Die EU fordert dagegen eine völlige Öffnung der Häfen und Flughäfen.

BERLIN: Das Kompromissangebot der Türkei im Zypern-Streit ist in Deutschland auf ein geteiltes Echo gestoßen. Während Außenminister Frank-Walter Steinmeier und SPD-Chef Kurt Beck den Schritt positiv bewerteten, warnte der FDP-Politiker Werner Hoyer vor einem Basarhandel. Das kleine Angebot, einen Hafen und einen Flughafen zu öffnen, räume nicht gleich alle Bedenken aus dem Weg. Die Grünen-Politikerin Kerstin Müller sprach dagegen von einem sehr wichtigen Signal.

WASHINGTON: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier will an diesem Freitag die Haltung der US-Regierung zum Irak-Bericht der so genannten Baker-Kommission erkunden. In Gesprächen mit Außenministerin Condoleezza Rice und US-Senatoren in Washington will Steinmeier deutlich machen, dass Deutschland den USA bei einem Kurswechsel zur Seite stehen würde. Der Baker-Report empfiehlt die Einbindung Deutschlands als Vermittler im Irak-, Iran- und Nahost- Konflikt. CDU-Außenexperte Eckart von Klaeden deutete in der 'Berliner Zeitung' an, Deutschland könne sich stärker am zivilen Wiederaufbau im Irak beteiligen. Am Donnerstag hatte US-Präsident George W. Bush nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair eine Neuausrichtung seiner Irak-Politik in Aussicht gestellt, direkte Gespräche mit Syrien und dem Iran aber erneut abgelehnt.

PEKING: China und Deutschland wollen in Umweltfragen künftig enger zusammenarbeiten. Dazu wurde bei einem Besuch von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel in Peking ein so genannter Umweltdialog vereinbart. Gabriel teilte mit, bei der ersten Runde in der zweiten Jahreshälfte 2007 werde es um Emissionshandel, den Umgang mit Chemikalien und Notfallmaßnahmen sowie Wasserqualität gehen.

MANILA: Das für kommende Woche geplante Gipfeltreffen der ASEAN-Staaten auf den Philippinen ist wegen eines Unwetters abgesagt worden. Am Tagungsort auf der Insel Cebu werde am Wochenende der tropische Sturm 'Utor' erwartet, hieß es. Das Gipfeltreffen war für Montag und Dienstag geplant. Erst am Donnerstag hatten die USA, Großbritannien und Australien wegen befürchteter Terroranschläge vor Reisen auf die Insel Cebu gewarnt.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die eskalierende Gewalt in der sudanesischen Krisenregion Darfur beklagt. Allein in den vergangenen sechs Wochen seien in Darfur und im benachbarten Tschad hunderte Zivilisten getötet worden, teilte Annan mit. Mehr als 80.000 Menschen hätten ihre Heimat verlassen müssen. Wer solche Menschenrechtsverletzungen begehe, müsse dafür verantworlich gemacht werden.

BERLIN: Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hat Forderungen der Länder zurückgewiesen, künftig die Höhe des einheitlichen Krankenkassenbeitrags mitbestimmen zu können. Bei der Festsetzung des Beitragssatzes durch die Bundesregierung werde das Parlament beteiligt, erklärte Schmidt. Dies sei in den Eckpunkten der Gesundheitsreform festgeschrieben worden. Die Ersatzkassen bekräftigten, sie wollten im kommenden Jahr die Beitragssätze um 0,7 Prozentpunkte anheben. Im Gesetzentwurf für die Gesundheitsreform ist vorgesehen, dass von 2009 an die Bundesregierung die Kassenbeiträge einheitlich festlegt. Der nordrhein-westfälische Sozialminister Karl-Josef Laumann hatte ein Mitspracherecht der Länder verlangt.

FRANKFURT AM MAIN: Der Reisekonzern TUI plant im Rahmen der angekündigten Sparmaßnahmen nach Medienberichten einen massiven Stellenabbau. Wie die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' berichtet, bereitet das Unternehmen drastische Einschnitte in seinem Stammgeschäft vor, die mit erheblichen Personalkürzungen einhergehen sollen. Die 'Süddeutsche Zeitung' bezifferte die Jobverluste auf bis zu 4.000. Der TUI-Konzern beschäftigt derzeit fast 62.000 Mitarbeiter.

BERLIN: Die Bundesregierung hat Berichte im Grundsatz bestätigt, wonach das von einer Expertengruppe der Koalition geplante bundeseinheitliche Rauchverbot in Gaststätten und Schulen vom Tisch ist. Das Bundeskabinett werde sich aber am kommenden Mittwoch mit einem Eckpunkte-Papier zu dieser Frage befassen, kündigte ein Regierungssprecher an. Ein umfassender und verfasungskonformer Nichtraucherschutz könne nicht ohne die Mitwirkung der Länder erreicht werden. Laut 'Handelsblatt' will das Bundeskabinett nur ein Eckpunktepapier verabschieden, das ein Verbot des Tabak-Konsums in bundeseigenen Behörden und Ministerien vorsieht. Die Länder sollen demnach aufgefordert werden, den Nichtraucherschutz in Krankenhäusern, Schulen, Kindergärten und in Restaurants durchzusetzen.

CAPE CANAVERAL: Die NASA hat den Start der Raumfähre 'Discovery' in letzter Minute wegen schlechten Wetters abgesagt. Die Raumfähre wird nun voraussichtlich erst am Sonntagfrüh mitteleuropäischer Zeit vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus ins All abheben.

ZUM SPORT: Jürgen Klinsmann will nicht Fußball-Nationaltrainer der USA werden. Einem amerikanischen Fernsehsender sagte der deutsche Ex-Nationalcoach, er habe die Verhandlungen mit dem Fußballverband der USA abgeschlossen und stehe nicht als Trainer zur Verfügung. Zu den Einzelheiten äußerte sich Klinsmann nicht. Der ehemalige Bundestrainer galt als Wunschkandidat des amerikanischen Fußballverbandes.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet regnerisch und vor allem im Nordwesten stürmisch. Tagestemperaturen zwischen sieben und 15 Grad.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 14.12.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/9V36
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