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Nachrichten

Freitag, 8. August 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TIFLIS: Der Konflikt um die abtrünnige georgische Provinz Süd-Ossetien eskaliert. Georgische Truppen starteten eine Offensive zur Rückeroberung der Provinz. Zuvor waren die Kämpfe wieder ausgebrochen, ungeachtet einer vom georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili erklärten Waffenruhe. Mindestens 15 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Saakaschwili ordnete derweil die Generalmobilmachung an, nachdem russische Kampfflugzeuge in das Geschehen eingegriffen und die georgische Stadt Gori bombardiert hatten. Russlands Regierungschef Wladimir Putin verurteilte die -so wörtlich- Aggression Georgiens und kündigte entsprechende Gegenmaßnahmen an. Süd-Ossetien hatte sich 1992 abgespalten und will den Anschluss an Russland, was Georgien ablehnt. Ein Antrag Russlands, den Konflikt mit friedlichen Mitteln zu lösen, scheiterte in der Nacht im Weltsicherheitsrat am Widerstand Georgiens.

PEKING: Der chinesische Präsident Hu Jintao hat wenige Stunden vor Beginn der 29. Olympischen Spiele Staatsgäste und Mitglieder von Königshäusern aus aller Welt empfangen. In einer Rede in der Großen Halle des Volkes in Peking versprach er -so wörtlich- einzigartige Spiele von hoher Qualität. Insgesamt sind rund 100.000 Sicherheitskräfte im Einsatz, um einen ungestörten Verlauf der Spiele zu garantieren. Die olympische Fackel wird derzeit noch durch Peking getragen; wer sie zur Eröffnung um 14 Uhr MESZ ins Stadion bringt, wird bis zuletzt geheimgehalten. Das deutsche Team wird von Basketball-Profi Dirk Nowitzki als Fahnenträger ins Nationalstadion geführt. Die etwa 25.000 Journalisten müssen nach Angaben des Organisationskomitees BOCOG weiter mit Einschränkungen bei der Berichterstattung sowie beim Zugang zum Internet rechnen.

KATHMANDU: In der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu sind rund 1.100 tibetische Exilanten festgenommen worden. Sie hatten vor der chinesischen Botschaft gegen Menschenrechtsverletzungen in China protestiert. Die Polizei kündigte an, die Festgenommenen würden im Tagesverlauf wieder freigelassen. Anlässlich des Beginns der Olympischen Spiele sind an diesem Freitag in mehreren Ländern Proteste gegen die chinesische Menschenrechtspolitik geplant. Die Organisation 'Reporter ohne Grenzen' kündigte Aktionen vor den Botschaften der Volksrepublik in Berlin, London, Paris, Washington und Montreal an. Auch Tibet-Aktivisten haben zu Kundgebungen aufgerufen. 'Reporter ohne Grenzen' hatte am frühen Morgen Ortszeit eine chinesische Mittelwellen-Frequenz, die auch in Peking zu hören ist, für kurze Zeit übernommen und einige Forderungen gestellt.

WASHINGTON: Ein Militärtribunal im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba hat einen früheren Fahrer von El-Kaida-Chef Osama bin Laden zu fünfeinhalb Jahren Haft wegen Unterstützung des Terrorismus verurteilt. Damit blieben die Militärrichter deutlich unter dem Antrag der Anklagevertreter, die mindestens 30 Jahre Haft für den Jemeniten Salim Ahmed Hamdan gefordert hatten. Die Verteidigung hatte Freispruch verlangt. - Hamdan, der seit rund sechs Jahren in Guantanamo einsitzt, könnte nach dem Urteil in rund fünf Monaten freikommen. Allerdings hat das US-Verteidigungsministerium angekündigt, so genannte feindliche Kämpfer könnten auch nach Verbüßung ihrer Strafe weiter festgehalten werden. - In Guantanamo sind noch rund 270 Terrorverdächtige inhaftiert. Hamdan war der erste, dem der Prozess gemacht wurde.

ISLAMABAD: Die pakistanische Muslim-Liga von Nawaz Sharif wird sich wieder an der Regierungsarbeit beteiligen. Zur Begründung nannte ein Sprecher die Einigung mit der Pakistanischen Volkspartei vom Donnerstag, im Parlament ein Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Pervez Musharraf einzuleiten. Für Montag wurde dazu eine Sondersitzung des Unterhauses einberufen. Die Muslim Liga-Nawaz hatte im Mai aus Protest gegen die Weigerung der Volkspartei, härter gegen Musharraf vorzugehen, ihre Minister aus dem Kabinett zurückgezogen. Der Präsident reagierte bislang noch nicht öffentlich auf das drohende Verfahren. Er könnte das Parlament auflösen, zurücktreten, oder darauf setzen, dass die Koalition nicht die erforderliche Stimmenmehrheit zusammenbekommt.

KÖLN: Die drei bei dem Selbstmordanschlag in Afghanistan verletzten Bundeswehr-Soldaten sind zurück in Deutschland. Die Maschine mit den drei Verletzten traf in Köln-Bonn ein. Von dort aus wurden die Männer ins Bundeswehrkrankenhaus nach Koblenz gebracht. Sie waren am vergangenen Mittwoch beim Selbstmordanschlag eines Motorradfahrers auf eine Bundeswehr-Patrouille verletzt worden.

FRANKFURT AM MAIN: Im Tarifstreit bei der Lufthansa hat Konzernchef Wolfgang Mayrhuber die streikenden Piloten der Regionalflugtochter CityLine zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgefordert. Schon heute zahle die Lufthansa den im Ausstand befindlichen Piloten 20 bis 25 Prozent mehr, als andere Piloten im Regionalverkehr verdienen könnten, sagte Mayrhuber der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Nach Angaben der Lufthansa werden an diesem Freitag voraussichtlich 140 Flüge entfallen. Die Pilotenvereinigung Cockpit fordert ein besseres Gehaltsangebot.

BERLIN: Große Teile der SPD haben mit Erleichterung auf die jüngsten Erklärungen des ehemaligen Bundesministers Wolfgang Clement im Streit um seinen drohenden Parteiausschluss reagiert. Clement hatte vor der Presse in einem Bonner Hotel sein Bedauern ausgedrückt, die Genossen mit seinem parteikritischen Kommentar kurz vor der Hessen-Wahl verletzt zu haben. Zugleich wiederholte er aber seine Polemik gegen die Atompolitik der SPD und warnte vor Bündnissen mit der Linken. Parteichef Kurt Beck sprach von einem "guten Signal". Beim linken und beim konservativen SPD-Flügel wurde Clement Einsicht bescheinigt, vor allem verbunden mit der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Debatte.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordwesten unbeständiges Schauerwetter, sonst freundlicher. Höchstwerte zwischen 18 und 26 Grad.


Am Morgen meldeten:


Berlin: 22 Grad, wolkig;

Köln/Bonn und Hamburg: 18 Grad, Schauer;

Frankfurt am Main und Dresden: 18 Grad, wolkig und

München: 17 Grad, Schauer

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