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Nachrichten

Freitag, 7. Dezember 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 11-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BRÜSSEL: Die Nato-Außenminister beraten in der belgischen Hauptstadt über die Lage im Kosovo nach den gescheiterten Status-Verhandlungen. Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sagte, das Militärbündnis werde -so wörtlich- resolut auf den Ausbruch von Gewalt in der mehrheitlich von Albanern bewohnten süd-serbischen Provinz reagieren. Unter Führung der Nato sichert eine aus fast 17.000 Mann bestehende KFOR-Truppe den Frieden der seit 1999 unter UN-Verwaltung stehenden Provinz. Laut de Hoop Scheffer kann die Truppe jederzeit aufgestockt werden. Bundeaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, er gehe von einem klaren Signal seiner Nato-Kollegen für einen Verbleib der KFOR-Truppe aus. In der vergangenen Woche hatte die Vermittlungstorika aus EU, Russland und den USA die Statusverhandlungen für gescheitert erklärt. Die Kosovo-Albaner bestanden weiter auf einer Unabhängigkeit, Serbien auf einer weitreichenden Autonomie.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon hat vor einem Scheitern der beschlossenen Friedensmission in der sudanesischen Region Darfur gewarnt. Es fehlten immer noch Transport- und Kampf-Hubschrauber, so Ban. Er habe bisher vergeblich bei möglichen Spendern in den Industriestaaten darum geworben. Ohne diese Hubschrauber könnten aber weder Zivilisten noch die Soldaten geschützt werden. Im Januar soll die gemeinsam von den UN und der Afrikanischen Union aufgestellte Truppe mit ihrem Einsatz beginnen. Ziel ist, die Gewalt und Übergriffe von Milizen und mit ihnen verbündeten Regierungstruppen gegen die Zivilbevölkerung zu beenden.

WIEN: Österreich hat als zweites Land weltweit Streumunition verboten. Der Nationalrat beschloss das entsprechende Gesetz einstimmig. Es untersagt Herstellung und Beschaffung, Verkauf, Ein- und Ausfuhr sowie Gebrauch und Besitz von Streumunition. Die in Österreich noch vorhandenen Bestände sollen bis Mitte 2009 vernichtet werden. Nur zu Ausbildungszwecken darf Streumunition künftig noch verwendet werden. Bislang war Belgien das einzige Land weltweit, das ein entsprechendes Verbot hatte. In Wien hatte am Mittwoch eine internationale Konferenz zur Ächtung von Streumunition begonnen.

SEOUL: Der südkoreanischen Westküste droht nach einem Tankerunglück eine Ölpest. Nach Angaben der Behörden wurde der in Hongkong registrierte Tanker 'Hebei Spirit', der im Hafen von Daesan ankerte, von einer Barkasse getroffen, deren Taue sich gelöst hatten. Aus drei Löchern des Tankers flossen bislang rund 15.000 der insgesamt 260.000 Tonnen Rohöl. Maßnahmen zur Eindämmung des Ölteppichs werden durch hohen Wellengang und starke Winde behindert. Die Küstenregion von Taesan ist bekannt für ihre schönen Sandstrände und ist Rastplatz für Wandervögel.

PEKING: Die Zahl der Todesopfer des Grubenunglücks in der nordchinesischen Provinz Shanxi ist nach Angaben des staatlichen Fernsehens auf 104 gestiegen. In der Nacht seien 34 weitere Leichen geborgen worden. Ursache des Unglücks in dem Bergwerk in der Stadt Linfen war eine Gasexplosion. 15 Arbeiter sollen überlebt haben. Chinesische Minen gelten aufgrund mangelnder Sicherheitsmaßnahmen als äußerst gefährlich.

BERLIN: Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat sich nach den Kindstötungen im schleswig-holsteinischen Darry für verpflichtende Arztbesuche für Kinder ausgesprochen. Die Erfahrungen in einzelnen Bundesländern zeigten, dass dies sinnvoll sei, sagte von der Leyen und nannte beispielhaft die Regelung im Saarland. Dort werden alle Eltern eingeladen, ihre Kinder zu Vorsorgeuntersuchungen bei Kinderärzten zu bringen. Wenn sie auf zwei Mahnungen nicht reagieren, suchen Mitarbeiter des Jugendamts die Familien auf. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte lehnte verpflichtende Untersuchungen dagegen ab. Zur Begründung erklärte Verbandspräsident Wolfgang Hoffmann, der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Arztbesuchen sei zu groß. In diesen Zeiträumen könne in den betreffenden Familien so viel geschehen, was die Mediziner gar nicht mitbekämen.

BERLIN: Die Innenminister von Bund und Ländern haben die Beratungen im Rahmen ihrer Herbstkonferenz wieder aufgenommen. Im Mittelpunkt stehen der künftige Umgang mit der rechtsextremen NPD und der umstrittenen Organisation Scientology. Die Minister wollen den NPD-nahen Stiftungen und Vereinen die finanziellen Zuwendungen des Staates entziehen. Welche gesetzlichen Maßnahmen sie dafür ergreifen werden, ist aber noch unklar. Der SPD-Innenpolitiker Sebastian Edathy rief die Minister auf, neonazistische Organisationen nach dem Vereinsrecht unverzüglich aufzulösen. Es gebe zahlreiche rechtsextremistische Vereinigungen, denen sofort das Handwerk gelegt werden müsse, sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses der 'Neuen Osnabrücker Zeitung'.

WIESBADEN: Der Wirtschaftsaufschwung lässt die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland weiter sinken. Im September registrierten die Gerichte 2. 285 Unternehmensinsolvenzen. Das waren knapp 16 Prozent weniger als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Dagegen meldeten sich immer mehr Verbraucher zahlungsunfähig. Die Zahl der privaten Pleiten stieg von Januar bis September binnen Jahresfrist um 16 Prozent.

WIESBADEN: Das Wort des Jahres 2007 ist 'Klimakatastrophe'. Diese Wahl gab die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden bekannt. 'Klimakatastrophe' charakterisiere die zunehmende Diskussion um die Veränderungen des Weltklimas, hieß es zur Begründung. 2006 hatten die Sprachwissenschaftler 'Fanmeile' zum Wort des Jahres gekürt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wolkenreich und und viel Regen, aber relativ mild. Die Tageshöchstwerte bewegen sich zwischen acht und 14 Grad.

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