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Nachrichten

Freitag, 6. November 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

DRESDEN: Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe soll sich mit den möglichen strafrechtlichen Konsequenzen des von einem deutschen Oberst angeordneten Luftangriffs in Nordafghanistan beschäftigen. Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden verwies das laufende Ermittlungsverfahren an die obersten Ermittler. Als Grund wurde angegeben, dass in Afghanistan ein bewaffneter Konflikt im Sinne des Völkerstrafgesetzbuchs vorliegen könnte, mit dem die Entscheidung von Oberst Georg Klein im Zusammenhang gestanden haben könne. Sollte dies so sein, würde dies nicht nur zur Anwendung des Völkerstrafgesetzbuches führen, sondern auch zu den Regeln des humanitären Völkerrechts, hieß es in Dresden. Dann könnte auch dieser Militäreinsatz innerhalb des Mandats der Vereinten Nationen grundsätzlich gerechtfertigt gewesen sein. -- Klein hatte als ISAF-Kommandeur in Kundus am 4. September die Bombardierung zweier von Taliban entführter Tanklaster durch US-Kampfflugzeuge veranlasst. Dabei kamen auch Zivilisten ums Leben.

RÜSSELSHEIM: Die Belegschaft des deutschen Autobauers Opel läuft Sturm gegen den Verbleib beim US-Mutterkonzern General Motors. Die IG Metall will die Proteste gegen GM ausdehnen. Am Donnerstag hatten bereits tausende von Opel-Mitarbeitern an den vier deutschen Standorten gegen die Entscheidung protestiert, Opel nicht an den Zulieferer Magna und die russische Sberbank zu verkaufen und stattdessen in Eigenregie zu sanieren. Der Bund und die betroffenen Bundesländer forderten nach einem Krisentreffen von GM umgehend ein klares Konzept zur Rettung der deutschen Opel-Werke. -- GM-Chef Fritz Henderson kündigte an, das Opel-Management werde umgebildet. Zugleich räumte er ein, dass die Beziehungen zu Opel durch den langen Entscheidungsprozess - so wörtlich - "gestört" seien.

HOUSTON: Ein Militärpsychiater hat auf dem größten US-Armeestützpunkt ein Blutbad angerichtet. In Fort Hood in Texas erschoss der Offizier Nidal Malik Hasan zwölf Soldaten, 31 wurden verletzt, bevor er selbst schwer getroffen wurde. Das Motiv des 39-jährigen Muslims palästinensischer Herkunft aus Virginia war zunächst unklar. Ende November sollte er offenbar im Irak eingesetzt werden. Zudem soll er sich über Mobbing beklagt haben und wollte den Dienst quittieren. -- Präsident Barack Obama sagte, es sei schwer genug, Soldaten bei Kämpfen im Ausland zu verlieren. Um so schrecklicher sei es, dass sie auf einem Stützpunkt auf amerikanischem Boden unter Beschuss kämen. - Die islamische Vereinigung CAIR verurteilte die Bluttat. Sie zeigte sich gleichzeitig besorgt über mögliche Vergeltungsaktionen gegen Muslime in den USA.

TEGUCIGALPA: Im Machtkampf in Honduras ist auch der jüngste Vermittlungsversuch gescheitert. Übergangspräsident Roberto Micheletti hatte zwar wie geplant sein Kabinett aufgelöst. Dann rief er die vereinbarte "Regierung der nationalen Einheit und Versöhnung" aber ohne Mitwirkung seines Rivalen, des gestürzten Staatsoberhaupts Manuel Zelaya aus. Sie repräsentiere ein Spektrum von Parteien und Bürgerorganisationen, verteidigte sich Micheletti. Führen sollte diese Regierung nach dem vergangene Woche erzielten Kompromiss eigentlich Zelaya, und zwar bis zur Wahl eines neuen Präsidenten Ende November. Zelaya ließ jetzt erklären, diese Vereinbarung sei hinfällig. Man werde auch die Ergebnisse der kommenden Präsidentenwahl nicht anerkennen.

HARARE: Der simbabwische Ministerpräsident Morgan Tsvangirai hat seinen Boykott der Einheitsregierung beendet. Er gebe Präsident Robert Mugabe 30 Tage Zeit, die noch strittigen Vereinbarungen zur Teilung der Macht umzusetzen, teilte Tsvangirai nach der Rückkehr von einem Krisengipfel der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) in Mosambik mit. Er und die Minister seiner Bewegung des Demokratischen Wandels (MDC) waren drei Wochen lang den Kabinettssitzungen ferngeblieben. Unmittelbarer Auslöser für den Boykott war die Festnahme eines engen Vertrauten unter Terrorismusverdacht gewesen. --- Tsvangirai und sein Rivale Mugabe hatten die Einheitsregierung im Februar auf Drängen der SADC gebildet.

NEW YORK: Die UN-Vollversammlung hat Israelis und Palästinenser aufgefordert, die Vorwürfe wegen Kriegsverbrechen während der israelischen Offensive im Gazastreifen zu untersuchen. Eine entsprechende Resolution verabschiedete das Gremium mit 114 gegen 18 Stimmen. Mit Nein stimmten auch Deutschland, Israel und die USA. In der Entschließung wird der Weltsicherheitsrat zum Handeln aufgerufen, falls beide Seiten nicht innerhalb von drei Monaten mit einer glaubwürdigen Untersuchung beginnen sollten. Die Vollversammlung billigte zudem den UN-Bericht zur Gaza-Offensive Israels im vergangenen Winter. In dem sogenannten Goldstone-Bericht wird beiden Seiten Kriegsverbrechen vorgeworfen, Israel weist ihn jedoch als unausgewogen zurück. Bei der Militäraktion waren 1.400 Palästinenser und zehn Israelis getötet worden.

WASHINGTON: Bei seinem Antrittsbesuch in den USA hat sich Bundesaußenminister Guido Westerwelle für einen neuen Anlauf bei der atomaren Abrüstung eingesetzt. Der weltweite Abbau der Waffenarsenale könne aber nur in enger Abstimmung mit den Partnern erfolgen, sagte Westerwelle nach einem Gespräch mit US-Außenministerin Hillary Clinton in Washington. Clinton bedankte sich für den deutschen Afghanistan-Einsatz. Sie schätze das Engagement der Bundeswehrsoldaten, die für den Frieden in Afghanistan arbeiteten.

MÜNCHEN: Der insolvente Modehersteller Escada wird von der Familie des indischen Stahlproduzenten Lakshmi Mittal übernommen. Der Kaufvertrag mit der Schwiegertochter des Unternehmers, Megha Mittal, sei unterzeichnet worden, teilte Escada in München mit. Mit der Transaktion gehe der Geschäftsbetrieb der Unternehmensgruppe mit Markenrechten, Produktionsstätten und Mitarbeitern auf die neue Besitzerin über. Der einst größte deutsche Luxusmodenhersteller hatte im August nach jahrelangem Niedergang Insolvenz angemeldet. Derzeit hat er weltweit noch 2.200 Beschäftigte.

NEW YORK: Der angeschlagene US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae hat im dritten Quartal erneut hohe Verluste geschrieben. Unter dem Strich habe ein Fehlbetrag von 18,9 Milliarden Dollar gestanden, teilte das staatlich kontrollierte Institut mit. Deshalb will Fannie Mae den Staat abermals um finanzielle Unterstützung in Höhe von 15 Milliarden Dollar bitten. Damit würden die Hilfen der US-Regierung auf insgesamt knapp 71 Milliarden Dollar anwachsen. Der größte Hypothekenfinanzierer der USA wie auch der Schwesterkonzern Freddie Mac konnten 2008 nur durch staatliche Hilfe vor dem Kollaps bewahrt worden. - Fannie Mae und Freddie Mac stehen hinter etwa jedem zweiten Immobilienkredit in den USA.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Südosthälfte zum Teil freundlich. Sonst meist stark bewölkt mit etwas Nieselregen. Höchstwerte sieben bis zwölf Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 8 Grad, dunstig;

Berlin: 7 Grad, stark bewölkt;

Dresden: 4 Grad, fast wolkenlos;

Köln/Bonn: 8 Grad, bewölkt;

Frankfurt am Main: 8 Grad, stark bewölkt und

München: 4 Grad, wolkig.

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