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Nachrichten

Freitag, 6. März 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Vertreter der Bundesregierung und Spitzen-Manager von Opel und General Motors (GM) sind in Berlin zusammengekommen, um erneut über das Rettungskonzept für den angeschlagenen Autobauer zu beraten. Die Bundesregierung dringt darauf, dass Opel einen Sanierungsplan vorlegt. Ein am vergangenen Montag vorgelegtes Konzept war zuvor als nicht tragfähig zurückgewiesen worden. Unterdessen berichtet die "Bild"-Zeitung, dass General Motors nicht mehr im Besitz der Opel-Patente ist. Nach Informationen der Zeitung hat GM die Patente als Sicherheiten an das US-Finanzministerium abgegeben, um Milliarden-Hilfen der US-Regierung zu erhalten. Washington hatte General Motors zuletzt Mitte Februar vier Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt, um eine Pleite des US-Konzerns abzuwenden.

NEW YORK/TOKIO: Sorgen um die Existenz von General Motors und enttäuschte Hoffnungen über das Konjunkturprogramm Chinas sind nach Ansicht von Experten Ursachen für die erneute Talfahrt an den US-Börsen. Der Dow Jones-Index ging an der Wall Street mit einem Minus von rund 4,1 Prozent vom Parkett. Die Aktienwerte fielen auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren. Vor allem Bankentitel gerieten in den Abwärtssog. Auch der Nikkei-Index in Tokio konnte sich dem Trend nicht entziehen und ging um 3,5 Prozentpunkte zurück. Nach den Verlusten am Donnerstag startete der Deutsche Aktienindex mit leichten Gewinnen in den neuen Handelstag.

BERLIN: Die neue Kfz-Steuer ist unter Dach und Fach. Nach dem Bundestag stimmte auch der Bundesrat der Reform zu. Damit bemisst sich die Steuer für Neuwagen ab dem 1. Juli nicht mehr allein nach dem Hubraum eines Autos, sondern überwiegend nach dessen CO2-Ausstoß. So soll ein Anreiz zum Erwerb schadstoffarmer Pkw gegeben werden. Die neue Fahrzeugsteuer gilt zunächst nur für Neuwagen. Ältere Pkw werden erst ab dem Jahr 2013 auf die neue Formel umgestellt. - Bis zuletzt umstritten war die Höhe des Ausgleichs, der den Ländern zusteht, weil die KFZ-Steuer nun komplett an den Bund geht. Im Vermittlungsausschuss einigten sich beide Seiten auf rund 9 Milliarden Euro jährlich. Das sind 150 Millionen mehr als zunächst im Gesetzentwurf vorgesehen.

BERLIN: Im Bundestag beraten die Abgeordneten über die umstrittenen Gesetzespläne zur Verstaatlichung von Banken. Das sogenannte Rettungsübernahmegesetz der Bundesregierung sieht eine Enteignung der Eigentümer maroder Banken als letzte Möglichkeit vor. Die Regelung soll nur bis Ende Juni gelten und ist auf die Rettung der ums Überleben kämpfenden Hypo Real Estate zugeschnitten. Das Gesetz sieht auch Korrekturen des Banken-Rettungspakets von 480 Milliarden Euro vor. So wird die Zeit staatlicher Garantien für Bank-Anleihen auf fünf Jahre bis maximal Ende 2014 ausgeweitet. Der Bundesrat soll den Gesetzesplänen Anfang kommenden Monats endgültig zustimmen.

STUTTGART: Der SPD-Politiker Jörg Tauss gibt seinen Posten als Generalsekretär der SPD Baden-Württemberg auf. Dies verlautete aus dem Umfeld der Landtagsfraktion in Stuttgart. Sein Abgeordnetenmandat will Tauss nach eigenen Angaben weiter behalten. Gegen den Politiker waren am Donnerstag Ermittlungen wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie eingeleitet worden. Der Bundestag hatte die Immunität des Abgeordneten aufgehoben. Tauss war seit Ende 2005 SPD-Generalsekretär im Südwesten.

KÖLN: Die Suche nach den zwei Vermissten an der Einsturzstelle des Kölner Stadtarchivs verzögert sich. Sie wird nach Angaben der Feuerwehr voraussichtlich nicht vor Freitagmittag beginnen. Man sei immer noch dabei, die Fläche hinter dem Archiv mit Schutt aufzufüllen. Erst dann könne der mehr als 100 Tonnen schwere Abrissbagger zu der Hausruine gelangen, unter der die Vermissten vermutet werden. Das Archiv war am Dienstag eingestürzt und hatte die Nachbarhäuser mit sich gerissen, vermutlich aufgrund von Arbeiten zum Ausbau der U-Bahn.

PARIS: Die französische Regierung will zur umstrittenen vollständigen Rückkehr des Landes in die Nato die Vertrauensfrage stellen. Das Parlamentsvotum werde am 17. März stattfinden, erklärte Premierminister François Fillon. Die Vertrauensfrage kann theoretisch zum Sturz der Regierung führen, wenn sie keine Mehrheit für die Rückkehr in die Militärallianz erhält. Geplant ist die volle Integration zum Nato-Gipfel Anfang April anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Verteidigungsallianz. - Frankreich ist zwar von Beginn an Mitglied der 1949 gegründeten Organisation, zog sich aber nach dem Aufstieg zur Atommacht 1966 unter Präsident Charles de Gaulle aus der militärischen Integration zurück. Erst seit 1996 sitzt Frankreich wieder im Nato-Militärausschuss. Bis heute ist Paris aber weder im Verteidigungsplanungsausschuss noch in der Nuklearen Planungsgruppe vertreten.

WASHINGTON: Mit einem Treffen von Vertretern der Ärzte und Patienten, von Industrie und Versicherungen im Weißen Haus hat US-Präsident Barack Obama die angekündigte Reform des Gesundheitswesens in Angriff genommen. Bei dem "Gipfeltreffen zur Gesundheitsreform" kündigte Obama an, es werde "keine heiligen Kühe" beim Umbau des Systems geben. Die dramatischen Mängel und die Explosion der Kosten bedrohten auch die Basis der Wirtschaft. Das amerikanische Gesundheitssystem ist das teuerste der Welt. Und doch sind schätzungsweise 48 Millionen Amerikaner nicht krankenversichert. --- Aus Obamas demokratischer Partei verlautete, das Gesetz solle bis August unter Dach und Fach sein. Sein Vorgänger Bill Clinton war in den 90er Jahren mit seinen Reformplänen am Widerstand einflussreicher Interessensverbände gescheitert.

NAIROBI: Die Vereinten Nationen fordern nach dem Mord an zwei Menschenrechtsaktivisten in Kenia eine unabhängige Untersuchung des Falls. Für den Rechtsstaat in Kenia stelle der Mord am helllichten Tag im Zentrum der Hauptstadt Nairobi eine "ernste Bedrohung" dar, erklärte der UN-Sonderberichterstatter für außergerichtliche Hinrichtungen, Philip Alston. Unbekannte Täter hatten am Donnerstag den Gründer der Menschenrechtsorganisation "Oscar Foundation", Oscar Kamau Kingara, und deren Chef für Öffentlichkeitsarbeit, John Paul Oulou, erschossen. In der Vergangenheit hatte die Gruppe auf Polizeigewalt und außergerichtliche Hinrichtungen in Kenia aufmerksam gemacht. Wenige Stunden vor seiner Tötung hatte Kingara in Nairobi eine Demonstration von Mitgliedern der verbotenen Mungiki-Gruppe organisiert, die gegen Morde an ihren Anhängern protestiert hatten.

NEW YORK: Angesichts der zunehmenden Zahl der zivilen Opfer bei den Gefechten im Nordosten Sri Lankas hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon die Einstellung der Kämpfe gefordert. Der Konflikt müsse ohne den Tod weiterer Zivilisten dringend beendet werden, ließ er in New York verlauten. Der UN-Generalsekretär rief die Regierung Sri Lankas und die für die Unabhängigkeit kämpfenden Tamilen-Rebellen der LTTE dazu auf, die Gefechte auszusetzen. Unbeteiligten müsse die Flucht aus dem Kampfgebiet und Hilfsorganisationen der Zugang in die Region ermöglicht werden. Ban appellierte zudem an die Regierung in Colombo, die Ursachen des Konfliktes zu lösen.

WASHINGTON: Die Zahl der Piratenangriffe vor der Küste Somalias ist nach Angaben der US-Marine trotz der verstärkten Truppenpräsenz der internationalen Staatengemeinschaft in der Region kaum zurückgegangen. Nach Angaben der USA wurden aber viel weniger Schiffe tatsächlich gekapert. Hätte die Erfolgsquote der Seeräuber bei ihren Überfällen im Herbst des vergangenen Jahres noch bei fast zwei Dritteln gelegen, hätten zuletzt mehr als 80 Prozent der Piraten-Angriffe abgewehrt werden können.--Gegen die Piraten, die die Bundesmarine am Dienstag nach einem vereitelten Überfall auf einen deutschen Frachter festsetzen konnte, hat die Hamburger Justiz Ermittlungen aufgenommen. Unklar ist, ob die neun Piraten zur Strafverfolgung an einen Drittstaat überstellt werden können.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken und verbreitet Regen oder Sprühregen. Die Temperaturen liegen zwischen ein und acht Grad.



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