1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Freitag, 6. Februar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: US-Präsident Barack Obama drückt bei seinem milliardenschweren Konjunkturprogramm aufs Tempo. Er wolle das Gesetzespaket kommende Woche zur Unterzeichnung auf seinem Schreibtisch haben, erklärte Obama mit Blick auf die anhaltenden Verhandlungen im Senat. Sollte der Plan nicht rasch umgesetzt werden, stehe die Wirtschaft vor einer Katastrophe, warnte Obama. Ungeachtet seiner Appelle beharren die oppositionellen Republikaner weiter darauf, den Umfang des inzwischen auf mehr als 900 Milliarden Euro angewachsenen Pakets zu verringern. Außerdem wollen sie darin einen höheren Anteil an Steuererleichterungen verankern.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für ihre Idee einer 'Charta für nachhaltiges Wachstum' Zuspruch von internationalen Finanzinstitutionen erhalten. Weltbankpräsident Robert Zoellick, der Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, und der Generaldirektor der Welthandelsorganisation, Pascal Lamy, sicherten der Kanzlerin Unterstützung zu. Bei ihrem Gipfeltreffen am Donnerstag in Berlin war auch beschlossen worden, die internationalen Finanzinstitutionen in einem neuen Gremium zur Kontrolle der Weltwirtschaft stärker zu vernetzen. Auch an die Adresse der USA gerichtet warnte Merkel nochmals vor Protektionismus. Kein Land tue sich einen Gefallen, wenn es sich abschotte, betonte die Kanzlerin.

ROM: Im Skandal um den Holocaust-Leugner Richard Williamson hat der Vatikan Defizite in der Kommunikation eingeräumt. Er nehme an, dass sich die Menschen, die mit der Aufhebung der Exkommunikation Williamsons betraut waren, der politischen Auswirkungen nicht bewusst gewesen seien, sagte Vatikan-Sprecher Frederico Lombardi der französischen Zeitung "La Croix". Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, kritisierte, man habe Papst Benedikt XVI. - so wörtlich - 'leichtfertig ins Messer laufen lassen'. Die zuständige Kommission habe versagt, indem sie den Papst nicht über die Ansichten des Bischofs Williamson informiert habe.

PARIS: Wegen Beteiligung an dem Selbstmordanschlag auf der tunesischen Ferieninsel Djerba vor knapp sieben Jahren ist ein Deutscher zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Der zum Islam konvertierte Christian Ganczarski gehörte nach Überzeugung eines französischen Schwurgerichts zu den Hintermännern des Anschlags auf eine Synagoge, bei dem im April 2002 21 Menschen getötet wurden, unter ihnen 14 deutsche Urlauber. Ganczarski soll zudem seit den 90er Jahren bei mehreren Aufenthalten in Afghanistan Kontakte zu führenden El-Kaida-Mitgliedern gepflegt haben, unter anderem auch zum Chef des Terrornetzwerks, Osama bin Laden.

BAGDAD: Im Rahmen seiner Asien-Reise ist UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zu einem nicht angekündigten Besuch in die irakische Hauptstadt Bagdad geflogen. Bei einem Treffen mit Regierungschef Nuri al-Maliki ging es um das künftige Verhältnis des Irak zu den Vereinten Nationen. Am Vortag hatte die Wahlkommission die vorläufigen Ergebnisse der Regionalwahlen vom vergangenen Sonntag veröffentlicht. Bei der Abstimmung, die als wichtiger Schritt auf dem Weg zur Stabilisierung des Irak gilt, hatte die Partei Malikis deutliche Stimmengewinne erzielt.

ISLAMABAD: In Pakistan ist der Hausarrest gegen den umstrittenen Atomwissenschaftler Abdul Qadeer Khan nach Angaben seines Anwalts aufgehoben worden. Das Gericht habe sämtliche Reisebeschränkungen gegen den Begründer des pakistanischen Atomprogramms für ungültig erklärt. Khan war 2004 auf Druck der USA unter Hausarrest gestellt worden. Er hatte zugegeben, seine Kenntnisse an Libyen, Nordkorea und den Iran weitergegeben zu haben.

NEU DELHI: Der Beauftragte der Bundesregierung für den 'Aufbau Ost', Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee, hat in Indien um Investitionen in Ostdeutschland geworben. Für indische Investitionen gebe es dort ein großes Potenzial, sagte der SPD-Politiker. Die Vorzüge Ostdeutschlands lägen in der modernen Infrastruktur und der Nähe zu Osteuropa. Ausländischen Firmen, die sich in den neuen Bundesländern ansiedeln wollen, stellte Tiefensee Subventionen in Aussicht.

BERLIN: Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat dazu aufgerufen, den Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung zu verschärfen. Man dürfe nicht aus falsch verstandener Toleranz die Augen vor dieser Menschenrechtsverletzung verschließen, erklärte Wieczorek-Zeul anlässlich des Internationalen Tags gegen Mädchenbeschneidung. Nach UN-Angaben werden jedes Jahr schätzungsweise drei Millionen Mädchen an ihren Genitalien beschnitten. Obwohl diese Praxis mittlerweile fast überall verboten ist, wird sie in mindestens 26 Ländern Afrikas und im Jemen nach wie vor durchgeführt.

BERLIN: In Deutschland haben sich Bund und Länder im Grundsatz darauf verständigt, vom Jahr 2020 an keine neuen Schulden mehr zu machen. Das wurde nach Verhandlungen der Föderalismuskommission in Berlin bekannt. Letzte Details der Regelung will die Kommission unter der Leitung von Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) und SPD-Fraktionschef Peter Struck bis zum kommenden Donnerstag klären. Dann soll nach Angaben aus Teilnehmerkreisen möglichst auch schon ein Gesetzentwurf vorliegen. Hauptstreitpunkt sind derzeit noch die Altschulden ärmerer Bundesländer. Diese wollen einer gesamtstaatlichen Schuldenbremse nur dann zustimmen, wenn sie finanzielle Unterstützung vom Bund und den reicheren Ländern erhalten.

BERLIN: Mit dem Wirtschaftsthriller "The International" des deutschen Regisseurs Tom Tykwer sind in Berlin die 59. Internationalen Filmfestspiele eröffnet worden. Bis zum 14. Februar werden knapp 400 Filme aus aller Welt gezeigt, 18 davon konkurrieren im Wettbewerb um den Goldenen und die Silbernen Bären. Rund ein Viertel der Filme entstand mit deutscher Beteiligung, so viele wie bei keiner Berlinale zuvor.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend wolkig, örtlich Regen. Längere Auflockerungen vor allem im Westen und im Südosten. Höchstwerte drei bis zehn Grad.

Audio und Video zum Thema