1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Freitag, 5. Januar 2007

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag.

WASHINGTON: Kanzlerin Angela Merkel hat US-Präsident George W. Bush eine Wiederbelebung des so genannten Nahost-Quartetts aus USA, EU, UN und Russland vorgeschlagen. Nach einem Gespräch mit Bush sagte Merkel, sie wolle als EU-Ratspräsidentin in enger Abstimmung mit den USA in der ersten Jahreshälfte eine entsprechende Initiative starten. Bush begrüßte Merkels Vorstoß und kündigte an, Außenministerin Condoleezza Rice werde in Kürze in die Region reisen. Der US-Präsident kritisierte auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Merkel die Umstände der Hinrichtung des früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein. Er hätte sich einen 'würdevolleren' Ablauf gewünscht. In der kommenden Woche will Bush nach eigenen Angaben seine neue Strategie für den Irak vorstellen.

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush plant wenige Tage vor Bekanntgabe seiner neuen Irak-Strategie die Neubesetzung von Schlüsselpositionen im Irak. So solle der bisherige US-Botschafter in Bagdad, Zalmay Khalilzad, neuer Botschafter bei den Vereinten Nationen werden, hieß es von Beamten des Außenministeriums. Khalilzad würde damit Nachfolger von John Bolton, einem vor allem bei den Demokraten sehr umstrittenen Diplomaten. Laut Berichten mehrerer TV-Sender dürfte Admiral William Fallon in Kürze General John Abizaid als Oberbefehlshaber der US-Armee im Nahen und Mittleren Osten ablösen. Der bisherige US-Oberkommandierende im Irak, General George Casey, gebe seinen Posten voraussichtlich an Generalleutnant David Petraeus ab.

WASHINGTON: Im amerikanischen Kongress haben die oppositionellen Demokraten die politische Kontrolle übernommen. Bei der konstituierenden Sitzung auf dem Kapitol in Washington wurde mit Nancy Pelosi erstmals eine Frau an die Spitze des Repräsentantenhauses gewählt. Sie kündigte einen politischen Richtungswechsel und ehrgeizige Reformen an. Das Ergebnis der Kongresswahlen vor zwei Monaten spiegele den Wunsch des amerikanischen Volkes nach einem Wandel deutlich wider, sagte Pelosi.

FRANKFURT AM MAIN: Die deutschen Fluglotsen wollen an diesem Freitag bekanntgeben, ob sie streiken oder nicht. Eine Entscheidung sei bereits gefallen, teilte die Gewerkschaft mit. Ihr Sprecher, Marek Kluzniak, gab sich in einem Fernseh-Interview kämpferisch. Man wolle vor allem in der neuen Tarifstruktur geplante Einbußen bei unteren Gehaltsgruppen verhindern. Die deutsche Flugsicherung hatte den Lotsen drei Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung angeboten. Zur neuen Tarifstruktur wurde nichts gesagt. Ein Streik, der bereits am Samstag beginnen könnte, würde für die Fluggesellschaften tägliche finanzielle Einbußen in Millionenhöhe bedeuten sowie zu einem Chaos an den Flughäfen führen.

BERLIN: Baden-Württemberg will seine endgültige Haltung zur Gesundheitsreform von einem weiteren Experten-Gutachten abhängig machen. Es soll bis Ende des Monats fertig sein. Regierungschef Günther Oettinger signalisierte ein Einlenken, falls die Mehrkosten bei unter 100 Millionen Euro liegen sollten. Die unionsregierten Länder Baden-Württemberg und Bayern befürchten höhere finanzielle Belastungen durch die Reform als von der Bundesregierung berechnet. Bayern blieb dagegen auf Konfrontationskurs. CSU-Generalsekretär Markus Söder schloss ein Veto der gesamten Union nicht aus.

HAMBURG: Der Marokkaner Mounir el Motassadeq steht ab diesem Freitag wieder vor Gericht. Das Oberlandesgericht in Hamburg muss über das Strafmaß für den verurteilten Helfer der Flugzeugattentäter vom 11. September 2001 entscheiden. Der Bundesgerichtshof hatte el Motassadeq im November vergangenen Jahres wegen Beihilfe zum Mord in hunderten Fällen und wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung schuldig gesprochen. Die Verhängung des Strafmaßes wurde an das Hamburger Oberlandesgericht verwiesen. El Motassadeq muss mit der Höchststrafe von 15 Jahren rechnen.

GAZA-STADT: Die rivalisierenden Palästinenser-Gruppen Hamas und Fatah wollen sich um ein Ende der Kämpfe bemühen. Nach einem Krisentreffen mit Präsident Mahmud Abbas sagte Ministerpräsident Ismail Hanija von der radikalislamischen Hamas, man habe sich darauf verständigt, die bewaffneten Kämpfer abzuziehen. Abbas, Vorsitzender der gemäßigteren Fatah, äußerte sich nicht zu dem Treffen. Frühere derartige Appelle hatten nur kurzfristige Erfolge gezeigt.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die somalische Übergangsregierung aufgerufen, sich mit den Islamisten und anderen Parteien zu versöhnen. Ruhe und Stabilität in dem weiter umkämpften Land müssten wieder einkehren. In Nairobi begann die Internationale Somalia-Kontaktgruppe Beratungen unter anderem über die Entsendung einer afrikanischen Friedenstruppe. Uganda sagte, vorbehaltlich der Zustimmung seines Parlaments, Soldaten zu. Die somalische Übergangsregierung hatte mit Unterstützung äthiopischer Truppen zu Wochenbeginn die rebellierenden Islamisten besiegt.

SUVA: Einen Tag nach der Rückgabe der Macht an Präsident Ratu Josefa Iloilo ist der Putschist und Armeechef Voreqe Bainimarama als Übergangsregierungschef vereidigt worden. Bainimarama sagte in der Hauptstadt Suva, Anordnungen der Putschisten wie die zeitweise Suspendierung von Beamten und Juristen würden beibehalten. Die Regierung Neuseelands bezeichnete die Ernennung von Bainimarama als 'Farce'. Damit solle der Putsch den Anstrich des Legitimen bekommen.

RIO DE JANEIRO: Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva hat Streitkräfte und eine Eliteeinheit der Polizei nach Rio de Janeiro beordert, um der wachsenden Gewalt von schwer bewaffneten Banden und Drogenhändlern Einhalt zu gebieten. Er kam damit einer Anforderung des neuen Gouverneurs des Bundesstaats Rio, Sergio Cabral, nach, der auch um Unterstützung durch die Marine und Luftwaffe gebeten hatte.

DÜSSELDORF: Es gibt einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Beschäftigten des insolventen Handyherstellers BenQ. Eine namentlich bisher nicht bekannte deutsch-amerikanische Investorengruppe bekundete Interesse an einer Übernahme des gesamten Unternehmens. Die Tageszeitung 'Die Welt' berichtet unterdessen, die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen prüfe derzeit die Möglichkeiten einer Bürgschaft für das Unternehmen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Weiter regnerisch, windig und mild bei Tageswerten zwischen fünf und zehn Grad.

Audio und Video zum Thema