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Nachrichten

Freitag, 5. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MOSKAU: Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Alexij der Zweite, ist tot. Der Patriarch verstarb im Alter von 79 Jahren in seiner Residenz in der Nähe von Moskau. Die Todesursache wurde nicht mitgeteilt, der Patriarch litt allerdings schon seit längerer Zeit an Herzbeschwerden. Alexij hatte die größte orthodoxe Kirche der Welt seit 1990 geleitet. Er war geistlicher Führer von weit mehr als 100 Millionen Gläubigen. Größte Aufgabe seiner Amtszeit war der Neuaufbau der russisch-orthodoxen Kirche nach mehr als 70 Jahren kommunistischer Unterdrückung.

BERLIN: Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung in Deutschland sinkt zum Jahresbeginn von 3,3 auf 2,8 Prozent. Das hat der Bundestag beschlossen. Damit soll die Belastung der Bürger ausgeglichen werden, die durch die Festsetzung des Krankenkassenbeitrags auf künftig einheitlich 15,5 Prozent entsteht. Zur Jahresmitte 2010 soll der Arbeitslosenbeitrag allerdings wieder steigen, auf 3,0 Prozent. Verabschiedet wurde auch eine Vorlage von Arbeitsminister Olaf Scholz zur Verbesserung der Arbeitsvermittlung. Unter anderem können Erwerbslose danach künftig auf Kosten der Bundesagentur für Arbeit ihren Hauptschulabschluss nachmachen.

WASHINGTON: In den USA ist die Zukunft der drei ums Überleben kämpfenden Autokonzerne weiter ungewiss. Bei einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des Senats stießen die Unternehmenschefs von General Motors, Ford und Chrysler mit ihrer Bitte um staatliche Kredite in Höhe von 34 Milliarden Dollar auf Vorbehalte. General Motors und Chrysler erklärten, sie würden fusionieren, wenn der US-Kongress im Gegenzug staatliche Hilfen bewilligt. Durch einen Zusammenschluss beider Konzerne ergebe sich ein Einsparpotenzial von acht bis zehn Milliarden Dollar, sagte GM-Chef Rick Wagoner. Die Gewerkschaften sprachen sich gegen eine Fusion aus, weil sie massive Stellenstreichungen befürchten. Die Anhörung wird an diesem Freitag vor dem zuständigen Ausschuss des Repräsentantenhauses fortgesetzt.

BANGKOK: Nach achttägiger Blockade hat der internationale Flughafen von Bangkok wieder vollständig den Betrieb aufgenommen. Das bestätigte eine Sprecherin des thailändischen Flughafenverbandes. Wegen der Blockade der beiden Hauptstadt-Flughäfen durch Regierungsgegner hatten mehrere hunderttausend Touristen und Geschäftsleute in Bangkok festgesessen. Die geplante Wahl eines neuen Ministerpräsidenten durch das Parlament wurde unterdessen auf unbestimmte Zeit verschoben. Die für kommenden Montag vorgesehene außerordentliche Sitzung wurde abgesagt. Das thailändische Verfassungsgericht hatte in dieser Woche die regierende 'Partei der Volksmacht' aufgelöst und gegen den bisherigen Ministerpräsidenten Somchai Wongsawat ein politisches Betätigungsverbot verhängt. Daraufhin hatten die Regierungsgegner ihre Blockadeaktion beendet.

JERUSALEM: Nach der Zwangsräumung eines von jüdischen Siedlern besetzten Gebäudes in Hebron im Westjordanland sind die israelischen Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft versetzt worden. Polizei und Militär sollen weitere Krawalle verhindern. Am Donnerstag war es in Hebron zu Racheakten radikaler Siedler gekommen. Sie attackierten Sicherheitskräfte und setzten palästinensische Häuser und Autos in Brand. Nun befürchten die israelischen Behörden, dass es als Reaktion auf die Siedler-Übergriffe zu Ausschreitungen von Palästinensern kommen könnte. Die Zwangsräumung des Hauses in Hebron hatte der Oberste Gerichtshof Israels verfügt.

BERLIN: Die deutsche Marine hat im Golf von Aden einen Piratenangriff auf das Kreuzfahrtschiff 'MS Astor' vereitelt. Nach Angaben eines Bundeswehr-Sprechers sichtete die Besatzung der Fregatte 'Mecklenburg-Vorpommern' zwei Boote, die sich verdächtig schnell dem Luxusliner näherten. Das Kriegsschiff schob sich zwischen den Kreuzfahrer und die Boote. Als diese ihre Geschwindigkeit nicht verringerten, gab die Fregatte Warnschüsse ab. Daraufhin drehten die Boote in jemenitische Hoheitsgewässer ab. Der Vorfall ereignete sich bereits vor einer Woche. Die 'MS Astor' war auf dem Weg vom ägyptischen Scharm el Scheich nach Dubai.

BERLIN: Nach jahrelanger Diskussion hat der Bundestag den Weg für die umstrittene Vertriebenen-Ausstellung in Berlin freigemacht. Mit den Stimmen von CDU, CSU und SPD billigte das Parlament die Einrichtung einer Dauerausstellung auf rund 1.200 Quadratmetern in der Nähe des Potsdamer Platzes. Vorgesehen ist, dass Flucht und Vertreibung der Deutschen den Hauptakzent bilden. Deswegen hatten Polen und andere östliche Nachbarstaaten teils heftige Kritik geäußert. Berücksichtigt werden sollen in der Ausstellung aber auch andere Flucht- und Vertreibungssituationen in Europa im 20. Jahrhundert - darunter auch jene, die von Deutschland erzwungen wurden.

HAVANNA: Kuba will nach den Worten seines langjährigen Staatschefs Fidel Castro ein neues Kapitel in den Beziehungen zu den USA aufschlagen. Mit dem künftigen US-Präsidenten Barack Obama könnten Gespräche 'jederzeit an jedem Ort' stattfinden, schrieb der Bruder des amtierenden Präsidenten Raul Castro in einem Beitrag für die Staatsmedien. Obama hatte sich im Wahlkampf für einen Dialog mit der kubanischen Führung ausgesprochen und die Lockerung einiger Sanktionen in Aussicht gestellt.

PEKING: Ungeachtet ihrer Differenzen haben die USA und China eine engere Zusammenarbeit im Kampf gegen die globale Finanzkrise vereinbart. Die Gespräche seien 'robust und ehrlich' verlaufen, sagte US-Finanzminister Henry Paulson zum Abschluss eines zweitägigen Wirtschaftsdialogs in Peking. Beide Länder sähen sich in der Pflicht, die Weltwirtschaft zu stärken. Zur Belebung des Handels in Entwicklungsländern wollen China und die USA zusätzlich 20 Milliarden Dollar an Krediten bereitstellen.

ZUM SPORT: Die globale Wirtschaftskrise macht auch vor dem Motorsport nicht Halt: Der japanische Autobauer Honda kündigte an, sich aus der Formel 1 zurückzuziehen. Als Grund nannte Honda-Präsident Takeo Fukui die verschlechterte Geschäftslage. - Als erste deutsche Fußball-Bundesligisten haben der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg die Zwischenrunde des UEFA-Pokals erreicht. Wolfsburg ist nach einem 3:2-Heimsieg gegen den FC Pourtsmouth ebenso bereits weiter wie der HSV durch das 2:0 bei Slavia Prag.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist dicht bewölkt, nur örtlich etwas Sonne, von Niedersachsen bis Süddeutschland zeitweise Regen oder Schnee. Höchstwerte vier bis neun Grad.

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