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Nachrichten

Freitag, 4. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TIFLIS: In dem von Georgien abtrünnigen Gebiet Südossetien sind bei Gefechten nach offiziellen Angaben drei Menschen getötet und zehn verletzt worden. Das georgische Militär habe die Region mit Granatwerfern, Mörsern und leichten Waffen angegriffen, teilte die Führung von Südossetien mit. Die international nicht anerkannte Teilrepublik ordnete als Reaktion die Mobilmachung ihrer Truppen an. Die georgische Regierung erklärte dagegen, ihre Soldaten seien zuerst beschossen worden und hätten lediglich reagiert. In der Region kommt es seit einiger Zeit immer wieder zu Konflikten. Im vergangenen Frühjahr hatte Russland seine Kontakte zu Südossetien und dem ebenfalls abtrünnigen Gebiet Abchasien intensiviert. Die georgische Führung wirft Moskau vor, das Land schwächen und seinen Nato-Beitritt verhindern zu wollen.

MINSK: Bei einer Bombenexplosion sind in der weißrussischen Hauptstadt mindestens 50 Menschen verletzt worden, einige davon schwer. Der Sprengsatz detonierte während eines Konzerts zum weißrussischen Unabhängigkeitstag. Die selbst gebastelte Bombe wurde nach ersten Ermittlungen der Polizei von einem Einzeltäter gezündet, der möglicherweise aus der Hooligan-Szene stammt. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund gebe es vorerst nicht. Unter den Zuschauern des Konzerts war auch Staatschef Alexander Lukaschenko.

BOGOTA: Zwei Tage nach ihrer Befreiung aus der Gewalt der linksgerichteten FARC-Rebellen ist die frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt auf dem Weg nach Frankreich. Vor ihrem Abflug sagte sie in Bogota, sie wolle sich bei allen Franzosen für die Bemühungen um ihre Freilassung bedanken und den Moment des Glücks mit ihnen teilen. In Paris wird Betancourt, die auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt, von Präsident Nicolas Sarkozy empfangen, der sich intensiv für ihre Befreiung eingesetzt hatte. Betancourt war am Mittwoch zusammen mit 14 weiteren Geiseln durch ein spektakuläres Täuschungsmanöver der kolumbianischen Armee befreit worden. Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten, José Miguel Insulza, bewertete die Aktion als 'schweren Schlag' für die Rebellen. Damit sei der Friedensprozess in Kolumbien auf einem guten Weg.

HAVANNA: Mit landesweiten Aktionen hat die Polizei in Kuba ein geplantes Treffen der Opposition verhindert. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden etwa 20 Dissidenten an verschiedenen Orten vorübergehend festgenommen, andere wurden am Verlassen ihrer Häuser gehindert. Regierungsgegner sprachen von einer 'gigantischen Operation' der Staatssicherheit. Ziel war es offenbar, ein geplantes Treffen von Oppositionsgruppen in der Hauptstadt Havanna zu verhindern. Die kubanische Regierung warf den USA in einer von staatlichen Medien veröffentlichten Erklärung vor, die illegalen Tätigkeiten von - so wörtlich - 'Konterrevolutionären' zu finanzieren. Die Europäische Union hatte erst vor zwei Wochen ihre diplomatischen Sanktionen gegen Kuba aufgehoben. Diese waren 2003 verhängt worden, nachdem Kubas Justiz 75 Oppositionelle zu langjährigen Haftstrafen verurteilt hatte.

PEKING: Zwischen China und Taiwan gibt es erstmals seit fast 60 Jahren wieder regelmäßige Direktflüge. Die erste Maschine einer chinesischen Fluggesellschaft mit 100 Touristen an Bord landete am Freitagmorgen auf dem Flughafen von Taipeh. Die Aufnahme der Flüge war Mitte Juni als Ergebnis der ersten formellen Gespräche zwischen China und Taiwan seit 1999 beschlossen worden. Bisher mussten Reisende in der Regel einen Zwischenstopp in Hongkong in Kauf nehmen. Direkte Verbindungen waren aus Sicherheitsgründen verboten.

DRESDEN: Die sächsische Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange hat einen sofortigen Stopp des Baus der Waldschlösschen-Brücke in Dresden gefordert. Die Entscheidung der UNESCO, dem Elbtal den Titel als Weltkulturerbe in diesem Jahr noch nicht zu entziehen, stelle eine letzte Chance dar, erklärte die SPD-Politikerin in Dresden. Eine Expertenkommission müsse nun eine Tunnellösung prüfen. Dagegen kritisierte Dresdens künftige Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) die Entscheidung der UN-Kulturorganisation als unverständlich und ungerecht. Die UNESCO hatte die sächsische Landeshauptstadt nochmals aufgefordert, auf den Bau der Waldschlösschenbrücke zu verzichten und bereits errichtete Teile wieder abzureißen. Ansonsten werde dem Elbtal der Welterbe-Titel 2009 aberkannt.

BERLIN: In seiner letzten Sitzung vor der parlamentarischen Sommerpause hat der Bundesrat grünes Licht für mehrere Neuregelungen gegeben. So stimmte die Länderkammer einer zehnprozentigen Erhöhung des Wohngeldes für Geringverdiener und Rentner zu. Die Leistungen steigen damit 2009 von derzeit durchschnittlich 90 auf 142 Euro im Monat. Zudem wurde die als "Wohn-Riester" bezeichnete neue Eigenheimrente gebilligt. Selbst genutztes Wohneigentum kann danach künftig in die staatlich geförderte Altersvorsorge einbezogen werden. Der Bundesrat stimmte auch für das Gesetz über den Ausbildungsbonus. Demnach erhalten Betriebe für die Ausbildung eines benachteiligten Jugendlichen künftig bis zu 6.000 Euro. In den nächsten drei Jahren sollen auf diese Weise Lehrstellen für rund 100.000 Jugendliche geschaffen werden.

BERLIN: In der Bundeshauptstadt wird an diesem Freitag die neue US-Botschaft eingeweiht. An dem offiziellen Festakt nehmen unter anderen der frühere Präsident George Bush, Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Botschafter William Timken teil. Insgesamt sind rund 4.500 Gäste zu den Feierlichkeiten am amerikanischen Unabhängigkeitstag geladen. Die diplomatische Vertretung liegt am Pariser Platz in der Nähe des Brandenburger Tores. Damit kehren die USA mit ihrer Deutschland-Vertretung nach fast 70 Jahren an den historischen Standort zurück.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Osten wolkig und gebietsweise Regen. Sonst meist freundlich und trocken. Höchstwerte 18 bis 25 Grad Celsius.

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