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Nachrichten

Freitag, 4. Dezember 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Der Bundestag berät abschließend über das erste große Gesetzespaket der schwarz-gelben Koalition, das Wachstumsbeschleunigungsgesetz. Es enthält Steuerentlastungen für Familien, Unternehmen, Erben und Hotels von insgesamt rund 8,5 Milliarden Euro. Für Hotelübernachtungen soll der Mehrwertsteuersatz von 19 auf sieben Prozent gesenkt werden. Im Bundestag gilt eine Mehrheit aus Union und FDP als sicher, nicht jedoch bei der Abstimmung im Bundesrat am 18. Dezember. Vor allem die CDU-FDP-Landesregierung in Schleswig-Holstein stellt sich quer, weil die Landespolitiker Einnahmeausfälle für ihren Haushalt befürchten. Das Wachstumspaket soll im Januar in Kraft treten.

BERLIN: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat den Luftangriff auf zwei entführte Tanklastwagen in Afghanistan als nicht angemessen bezeichnet. Vor dem Bundestag korrigierte der CSU-Politiker seine bisherige Einschätzung des Vorfalls in Kundus vor drei Monaten. Berichte der Bundeswehr über zivile Opfer und Verstöße gegen Einsatzregeln hätten ihm für seine erste Bewertung nicht vorgelegen, betonte zu Guttenberg. Zugleich erklärte der Minister, er werde den befehlsgebenden Oberst Georg Klein nicht fallenlassen. Dieser habe gehandelt, um seine Soldaten zu schützen. Das Parlament verlängerte das Mandat für den Bundeswehr-Einsatz am Hindukusch um ein Jahr. Die Obergrenze für das deutsche Kontingent bleibt bei 4500 Soldaten. Ebenso verlängert wurden die Bundeswehr-Mandate für den Libanon, sowie für den Einsatz am Horn von Afrika und im Mittelmeer.

BRÜSSEL: Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat die Bereitschaft Deutschlands unterstrichen, sich stärker beim zivilen Aufbau in Afghanistan zu engagieren. Dies gelte insbesondere für den Aufbau und die Schulung der afghanischen Polizei, sagte Westerwelle bei einem Treffen der NATO-Außenminister in Brüssel. Forderungen insbesondere der USA, nach zusätzlichen Soldaten für Afghanistan, wies der deutsche Außenminister als derzeit nicht angebracht zurück. - Nach Angaben von NATO-Diplomaten haben an der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF beteiligte Staaten bereits mehr als die von den USA verlangten 5000 zusätzlichen Soldaten zugesagt.

MOSKAU: Russland und die USA stehen nach Angaben aus Moskau kurz vor der Einigung auf ein Nachfolgeabkommen für den am Samstag auslaufenden START-Vertrag zur Reduzierung strategischer Atomwaffen. Die Verhandlungen seien fast beendet, teilte das russische Außenministerium mit. Der Vertrag solle ein Meilenstein der Abrüstung und Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen werden und die Zusammenarbeit zwischen den USA und Russland auf eine höhere Ebene führen. - Den jetzt auslaufenden START-Vertrag hatten 1991 der damalige sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow und US-Präsident George Bush senior geschlossen.

ISLAMABAD: Bei einem Anschlag in der pakistanischen Garnisonsstadt Rawalpindi sind nach ersten Berichten mindestens zehn Menschen getötet worden. Wie die Polizei mitteilte, wurden mehr als 40 weitere Personen verletzt, als in einer Moschee nahe des Armee-Hauptquartiers Streitkräfte mindestens zwei Sprengsätze explodierten.

MOGADISCHU: Die radikal-islamische Shebab-Miliz in Somalia hat jede Verwicklung in einen Bombenanschlag in einem Hotel der Hauptstadt Mogadischu bestritten, bei dem am Donnerstag nach neuen Angaben mindestens 22 Menschen getötet worden sind. Die Rebellen hätten von dieser Tragödie aus den Medien erfahren, erklärte ein Sprecher der Miliz. - In dem Hotel hatten Studenten bei einer Feier ihre Abschlussdiplome erhalten, als sich ein Selbstmordattentäter in die Luft sprengte. Unter den Toten sind auch drei Minister der von den Islamisten hart bedrängten Übergangsregierung.

NEU DELHI: Im Nordosten Indiens hat sich der Chef der separatistischen "Vereinigten Befreiungsfront von Assam", (ULFA), Arabinda Rajkhowa, den Sicherheitskräften gestellt. Die UFLA ist die größte von mehreren militanten Gruppen in Assam, die für die Unabhängigkeit des Unionsstaates von Indien kämpfen. Mindestens 10.000 Menschen wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten in dem Konflikt getötet.

MALABO: Im afrikanischen Kleinstaat Äquatorialguinea ist der seit 30 Jahren regierende Staatschef Teodoro Obiang Nguema bei der Präsidentenwahl im Amt bestätigt worden. Wie die Regierung in Malabo jetzt mittteilte, erhielt Obiang bei der Abstimmung am 29. November 95,4 Prozent der Stimmen. Oppositionelle und internationale Menschenrechtsgruppen warfen der Regierung Wahlfälschung vor. - Äquatorialguinea ist das drittgrößte afrikanische Ölförderland südlich der Sahara.

CONAKRY: In Guinea hat der Chef der Militärregierung, Moussa "Dadis" Camara, ein Attentat nach offiziellen Angaben überlebt. Camara sei bei einem Besuch in einer Kaserne in Conakry von Soldaten seiner Präsidentengarde beschossen, aber nur leicht verletzt worden. Der Kommandeur der Garde, Abubakar Diakite, sei auf der Flucht, hieß es im Fernsehen des westafrikanischen Landes weiter. - Diakite, eigentlich ein Weggefährte des Juntachefs, wird für ein Massaker an Anhängern der Opposition Ende September verantwortlich gemacht. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden dabei durch Schüsse der Präsidentengarde mehr als 150 Menschen getötet.

KATHMANDU: Drei Tage vor Beginn des Weltklimagipfels in Kopenhagen hat die Regierung Nepals mit einer spektakulären Kabinettssitzung in 5000 Meter Höhe auf die Folgen der Erderwärmung im Himalaya-Gebirge aufmerksam gemacht. Unter Leitung von Regierungschef Madhav Kumar kamen die Minister in einem Camp am Mount Everest zusammen, dem mit 8845 Meter höchsten Berg der Erde. Während des Treffens trugen die meisten Teilnehmer Sauerstoffmasken. - Durch die globale Erwärmung schmelzen im Himalaya die Gletscher.

BERLIN: Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel will die Politik seines Ressorts stärker an deutschen Wirtschaftsinteressen ausrichten. Der FDP-Politiker sagte der "Süddeutschen Zeitung", dass Entwicklungszusammenarbeit auch der deutschen Wirtschaft nutzen dürfe. Er wolle die Entwicklungshilfe aber nicht an Aufträge für deutsche Firmen koppeln. Zudem versprach Niebel mehr Hilfe für Afghanistan.

BERLIN: Jedes vierte deutsche Unternehmen will im kommenden Jahr Arbeitsplätze abbauen. Das berichtet die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. Von dem Stellenabbau seien vor allem gering qualifizierte Arbeitnehmer in der Industrie betroffen. Besser ausgebildete Beschäftigte bräuchten sich dagegen kaum Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zwischen Schleswig-Holstein und den Alpen gebietsweise Regen, im Bergland zum Teil Schnee. Sonst ist es neben vielen Wolken teilweise auch freundlich mit Sonnenschein. Höchstwerte zwischen 1 bis 7 Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 6 Grad, stark bewölkt
Berlin: -1 Grad, dunstig
Dresden: 1 Grad, bewölkt
Köln/Bonn: 1 Grad, fast wolkenlos
Frankfurt am Main: 4 Grad, wolkig
München: 2 Grad, Regen

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