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Nachrichten

Freitag, 31. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BRÜSSEL: Angesichts einer weiteren drastischen Verschlechterung der Flüchtlingslage im Osten der Demokratischen Republik Kongo berät die Europäische Union über die Entsendung einer EU-Truppe, um Hilfslieferungen sicherzustellen. Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner sprach sich für die Entsendung von bis zu 1.500 Soldaten in das afrikanische Land aus. Einen Kampfeinsatz schloss Kouchner aus. Es gehe um humanitäre und technische Hilfe. Mehrere EU-Staaten reagierten skeptisch auf diesen Vorstoß. Auch der Sicherheitsrat der Afrikanischen Union befasst sich mit der Krise. Nach Angaben des Roten Kreuzes ist die Lage der Menschen, die im Osten des Kongo vor den Tutsi-Rebellen flüchten, katastrophal. Rebellen-Chef Laurent Nkunda bot inzwischen an, einen „humanitären Korridor“ einzurichten, um die Versorgung der Flüchtlinge zu ermöglichen.

ISLAMABAD: Ein Selbstmordattentäter hat im Norden Pakistans mindestens sieben Menschen mit in den Tod gerissen. Nach Angaben der Behörden wurden 25 weitere verletzt. Das Ziel des Anschlags in der Stadt Mardan - rund 50 Kilometer nordöstlich der Provinzhauptstadt Peshawar - war ein Polizeikonvoi. - Pakistan war bereits das Ziel von einer Reihe von Selbstmordanschlägen in diesem Jahr. Meist wurden Rebellen der Taliban oder von El Kaida dafür verantwortlich gemacht.

NEU DELHI: Einen Tag nach der Serie von Anschlägen im Nordosten Indiens ist die Zahl der Todesopfer auf 76 gestiegen. Weitere Opfer seien ihren schweren Verletzungen erlegen, teilte die Regionalregierung von Assam mit. Mehr als 300 Menschen waren verletzt worden, als am Donnerstag auf Märkten und in belebten Städten des Bundesstaats zwölf Sprengsätze explodierten. - Wer hinter den Attentaten steht ist noch unklar. Verdächtigt werden Separatisten und muslimische Extremisten aus Bangladesch.

MÜNCHEN: Die Vorstände der Deutschen Bahn sollen nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" im nächsten Jahr deutlich mehr Gehalt bekommen. Auch die Leistungszulagen könnten, sofern der Konzern Umsatz und Gewinn steigert, wesentlich höher ausfallen, berichtet das Blatt mit Verweis auf einen bislang unter Verschluss gehaltenen Prospekt für den geplanten Börsengang. Das Grundgehalt von Bahnchef Hartmut Mehdorn soll 2009 um 20 Prozent auf 900.000 Euro steigen. Als Leistungszulage könnte er 3,5 Millionen Euro erhalten. Aus dem Aufsichtsrat hieß es, die Vergütung liege nach wie vor "im unteren marktüblichen Bereich".

STUTTGART: Im Tarifstreit der deutschen Metall- und Elektroindustrie hat die Gewerkschaft IG Metall das Angebot der Arbeitgeber zurückgewiesen und Warnstreiks angekündigt. Die Arbeitgeber im traditionellen Pilotbezirk Baden-Württemberg boten Lohnsteigerungen von 2,1 Prozent und eine Einmalzahlung an. Die IG Metall kritisierte, damit werde nicht einmal die Inflation ausgeglichen. Sie fordert acht Prozent. Es zeichnet sich eine Streikwelle ab.

BERLIN: Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate hat vom Bankenrettungsfonds der Bundesregierung die beantragte Liquiditätshilfe in Höhe von 15 Milliarden Euro erhalten. Das Münchner Institut benötigt das Geld, bis der eigens für Hypo Real Estate beschlossene Rettungsplan im November in Kraft tritt. Die Bundesregierung und die Finanzwirtschaft haben der Bank 50 Milliarden Euro zugesagt.

TOKIO: Die japanische Zentralbank hat aus Sorge um die Auswirkungen der globalen Finanzkrise auf Japans Wirtschaft erstmals seit über sieben Jahren den Leitzins gesenkt. Die Bank von Japan nahm den Tagesgeldsatz von 0,5 Prozent auf 0,3 Prozent zurück. Angesichts der Finanzkrise hatten auch Notenbanken in Europa und den USA die Zinsen gesenkt. Experten sprechen von koordiniertem Vorgehen. Die Börse zeigte sich indes unbeeindruckt, da eine Zinssenkung bereits erwartet worden war. Inzwischen bekräftigte auch die Europäische Zentralbank die Bereitschaft, ihre Geldpolitik weiter zu lockern.

ROM: In Italien haben hunderttausend Menschen gegen drastische Kürzungen im Bildungswesen protestiert. In allen Großstädten von Mailand, Turin und Venedig über Rom bis Palermo fanden Demonstrationen statt. Nach Schätzungen des Bildungsministeriums beteiligten sich zudem mehr als die Hälfte aller Lehrer an einem Streik. Die Schulreform der Regierung unter Ministerpräsident Silvio Berlusconi sieht in den nächsten Jahren eine Kürzung von rund 130.000 Stellen an Schulen und Universitäten vor.

MIAMI: Der Sohn des früheren liberianischen Präsidenten Charles Taylor ist von einem US-Gericht der Beteiligung an Folter und Massenhinrichtungen für schuldig befunden worden. Das Strafmaß soll im Januar festgelegt werden. Charles Taylor Junior soll die Verbrechen während der Herrschaft seines Vaters als Chef der Anti-Terror-Einheit mit organisiert haben. Der 31-Jährige besitzt die US-Staatsbürgerschaft. Der Prozess ist der erste seiner Art gegen einen US-Bürger wegen im Ausland begangener Verbrechen. Der liberianische Ex-Präsident Charles Taylor steht derzeit in einem Kriegsverbrecherprozess vor dem Sondertribunal für Sierra Leone in Den Haag.

BERLIN: Der älteste Verkehrsflughafen der Welt, Berlin-Tempelhof, ist endgültig geschlossen worden. Auf einer Abschiedsfeier verteidigte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit die Stilllegung des Stadtflughafens als ökonomisch und ökologisch richtig. Ende 2011 soll am Südrand Berlins der Flughafen 'Berlin Brandenburg International' eröffnet werden. - Tempelhof, 1923 eröffnet, war einmal der größte und modernste Flughafen der Welt. International bekannt wurde Tempelhof während der sowjetischen Blockade Westberlins 1948/49. Die Westalliierten versorgten die Stadt damals aus der Luft mit - so der Volksmund 'Rosinenbombern'.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Südwesten und Westen regnerisch, sonst überwiegend trocken. Insgesamt milder bei maximal vier bis zwölf Grad. --- Die Schneefallgrenze steigt auf 1.000 Meter.

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