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Nachrichten

Freitag, 31. August 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KABUL: Ein Selbstmordattentäter hat am Flughafen von Kabul bei einem Anschlag auf zwei deutsche Militärfahrzeuge einen afghanischen Soldaten getötet. Mehrere Menschen wurden verletzt, darunter Angehörige der belgischen Streitkräfte. Nach Bundeswehrangaben hatte der Täter versucht, sich mit seinem Fahrzeug zwischen die beiden gepanzerten Geländewagen einer Feldjäger-Streife zu drängen und dann seine Bombe gezündet. Durch geschickte Fahrmanöver hätten sich die deutschen Soldaten in Sicherheit bringen können. Der Attentäter sei dann auf eine Gruppe afghanischer Soldaten zugerast. Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich gegenüber Medien zu der Tat und erklärten, sie hätten die Deutschen treffen wollen.

KABUL: Nach der Freilassung der insgesamt 19 südkoreanischen Geiseln in Afghanistan ist die Regierung in Seoul wegen ihrer Verhandlungen mit den radikalislamischen Taliban in die Kritik geraten. Der afghanische Außenminister Rangin Dadfar Spanta sagte, es sei gefährlich, wenn der Eindruck erweckt werde, die internationale Gemeinschaft lasse sich erpressen. Kanadas Außenminister Maxime Bernier erklärte, mit Terroristen dürfe nicht verhandelt werden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich indes erfreut über die Freilassung seiner verschleppten Landsleute. Zugleich äußerte er sich besorgt über das Schicksal des in Afghanistan entführten deutschen Bauingenieurs. Die Taliban hatten am Donnerstag nach sechs Wochen die letzten sieben südkoreanischen Geiseln freigelassen.

KYOTO: Bundeskanzlerin Angela Merkel rechnet mit harten Verhandlungen über ein neues Klimaschutzabkommen. Im japanischen Kyoto, wo 1997 das erste Abkommen auch unter Mitwirkung Merkels geschlossen wurde, sagte sie, es gebe jedoch keinen Weg, sich davor zu drücken. Sie untermauerte ihr Kompromissangebot vom Donnerstag, dass die Schwellenländer ihren Kohlendioxid-Ausstoß so lange erhöhen dürfen, bis sie das dann niedrigere Niveau der Industrieländer erreicht haben. Zurzeit produzieren die Industrieländer deutlich mehr klimaschädliche Stoffe als die Schwellenländer. Das Kyoto-Abkommen läuft 2012 aus und soll dann durch ein neues weltweites Abkommen ersetzt werden. Die Verhandlungen dazu sollen bis 2009 abgeschlossen sein.

SAN FRANCISCO: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat vor einer langsamen politischen Entfremdung zwischen den USA und Deutschland gewarnt. In einer Rede in San Francisco sagte er, in Europa seien die Menschen den USA gegenüber inzwischen skeptischer und gleichgültiger eingestellt. Da beide Seiten im Zeitalter der Globalisierung in den kommenden Jahrzehnten aber aufeinander angewiesen seien, müsse gegengesteuert werden. Deutschland könne etwa seine Kultur- und Wissenschaftsarbeit in den USA verstärken; auch beim Klimaschutz könne enger zusammengearbeitet werden. Steinmeier hatte sich am Donnerstag mit Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger getroffen und von diesem die Zusage zur Teilnahme an der EU-Klimakonferenz Ende Oktober in Lissabon erhalten.

PRISTINA: Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat dazu aufgerufen, in der Kosovo-Frage Ruhe zu bewahren. Nach Gesprächen mit dem Präsidenten sowie dem Regierungschef der unter UN-Verwaltung stehenden serbischen Provinz sagte er, Serben und Albaner sollten von Gewalt absehen. Der Verhandlungsprozess zur friedlichen Beilegung des Konfliktes über den künftigen Status des Kosovo dürfe nicht gefährdet werden. Am Donnerstag waren Gespräche zwischen beiden Seiten, die unter Vermittlung der USA, der EU und Russlands in Wien stattfanden, ohne Durchbruch in der Status-Frage zuende gegangen.

BERLIN: Deutschlands größte Synagoge, die Synagoge in der Rykestraße in Berlin, ist wiedereröffnet worden. Sie war in den vergangenen drei Jahren restauriert worden. Die Kosten beliefen sich auf fünf Millionen Euro. An der Zeremonie nahmen auch Innenminister Wolfgang Schäuble und die Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, teil. Die 1904 erbaute Synagoge in der Nähe des Kollwitzplatzes, in der 1.200 Menschen Platz finden, war während der Reichspogromnacht 1938 nicht in Brand gesetzt worden. Die Nazis wollten die umstehenden Häuser von Nicht-Juden nicht gefährden. Mit der Wiedereröffnung starteten auch die Jüdischen Kulturtage in Berlin. Bis zum 9. September treten zahlreiche nationale und internationale Künstler auf.

BERLIN: Die Internationale Funkausstellung IFA hat ihre Pforten für das Publikum geöffnet. Bis zum 5. September sind Neuheiten der Unterhaltungselektronik und Kommunikationstechnik zu sehen. Im Mittelpunkt stehen das hochauflösende Fernsehen HDTV, mobile Navigationsgeräte sowie das Fernsehen über das Internet. Die Deutsche Welle erreicht inzwischen nach eigenen Angaben immer mehr Hörer und Zuschauer über das Internet. Pro Monat würden mehr als fünf Millionen Abrufe mit den audio-visuellen Angeboten erzielt. Die IFA meldet mit mehr als 1.200 Ausstellern aus 32 Ländern eine neue Rekordbeteiligung. Die Messe gilt als die weltgrößte Branchenschau und Orderplatz für Neuheiten.

WARSCHAU: Die Affäre um die Bespitzelung missliebiger Personen in Polen zieht weitere Kreise. Nach der am Donnerstag erfolgten Festnahme des früheren Innenministers Janusz Kaczmarek und des Ex-Polizeichefs Konrad Kornatowski ging die Staatsanwaltschaft auch gegen Ryszard Krauze vor, der als einer der reichsten Männer des Landes gilt. Angaben zu dessen möglichen Vergehen wurden nicht gemacht. Die Festnahme Kaczmareks hatte in Polen heftige Kritik ausgelöst. Die Opposition sprach von einem Versuch der Regierung, politische Gegner zum Schweigen zu bringen. Sie forderte einen Untersuchungsausschuss. Kaczmarek hatte mehreren Regierungsvertretern wiederholt Machtmissbrauch vorgeworfen.

BERLIN: Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat zur Waldbrandbekämpfung in Griechenland zwei weitere Bundeswehr-Hubschrauber in das Krisengebiet geschickt. Damit werde deutsche Hilfe sichergestellt, erklärte ein Sprecher des Ministeriums in Berlin. Insgesamt sind jetzt fünf deutsche Transporthubschrauber für Griechenland abgestellt. Eine Woche nach dem Beginn der verheerenden Waldbrände dort wird eine neue Hitzewelle erwartet. Nach offiziellen Angaben sind die großen Feuer aber weitgehend unter Kontrolle. Bei den Waldbränden waren im ganzen Land 64 Menschen ums Leben gekommen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nur im Südwesten zeigt sich die Sonne; sonst eher viele Wolken und regnerisch. Tageswerte zwischen 15 und 21 Grad.

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