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Nachrichten

Freitag, 30. November 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 11-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Der Bundesrat hat das Ende der mit Milliardensummen subventionierten Steinkohle-Förderung in Deutschland im Jahre 2018 besiegelt. Die Vertretung der Länder ließ das vom Bundestag dazu beschlossene Gesetz ohne Einwände passieren. Die deutsche Steinkohle ist auf dem Weltmarkt seit langem nicht wettbewerbsfähig. Die heute noch 30.000 Kumpel im Steinkohle-Bergbau müssen nicht mit betriebsbedingten Kündigungen rechnen. - Zudem billigte der Bundesrat das Telekommunikations-Überwachungsgesetz. Es sieht unter anderem zur Verbrechensbekämpfung die Speicherung aller Telefon- und Internet-Verbindungen für sechs Monate vor.

BERLIN: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat an die USA appelliert, ihre strukturellen wirtschaftlichen Probleme nicht durch eine Abwertung des Dollar zu lösen. Durch ein zu starkes Absacken des Dollar würden notwendige Anpassungsmaßnahmen nicht erreicht, sagte der CSU-Politiker am letzten Tag der Debatte über den Haushalt 2008 im Bundestag. - Die USA leiden vor allem unter hohen Defiziten in der Leistungsbilanz und im Haushalt.

BERLIN: Nach der Einigung auf eine Lohnuntergrenze für Briefzusteller streitet die große Koalition weiter um die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes. SPD-Fraktionschef Peter Struck sagte, ein flächendeckender Mindestlohn sei notwendig, um Hungerlöhne in Deutschland zu vermeiden. Seine Partei werde das Thema weiterverfolgen. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla und CSU-Chef Erwin Huber bekräftigten, einen gesetzlichen Mindestlohn werde es mit der Union nicht geben. - Am Donnerstag waren Union und SPD übereingekommen einen neuen Tarifvertrag mit Mindestlöhnen für Briefzusteller für allgemein verbindlich zu erklären.

BRÜSSEL: Die EU-Verkehrsminister haben beim europäischen Satelliten-Navigationssystem Galileo einen Durchbruch erreicht. In Brüssel verständigten sie sich über die Vergabe der Aufträge für das 3,4 Milliarden Euro teure System an die Industrie in den Mitgliedsstaaten. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee sagte, die deutsche Raumfahrtindustrie werde einen wesentlichen Anteil bei der Realisierung des Projekts spielen. - Galileo soll von 2013 an mit Hilfe von 30 Satelliten eine metergenaue Ortsbestimmung für den Verkehr und andere Zwecke auf der Erde ermöglichen.

NEU DELHI: Die Europäische Union und die aufstrebende Wirtschaftsmacht Indien wollen neue Grundlagen für den Ausbau ihrer strategischen Partnerschaft und ihres bilateralen Handels schaffen. Darüber soll heute in Neu Delhi beim achten EU-Indien-Gipfel beraten werden. Die Europäer werden bei dem Treffen durch den portugiesischen Premierminister und amtierenden EU-Ratspräsidenten José Sócrates sowie EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso vertreten. EU-Handelskommissar Peter Mandelson sprach sich bereits vor dem Gipfeltreffen für ein Freihandelsabkommen zwischen Europa und Indien aus. Die EU ist Indiens größter Handelspartner.

CANBERRA: Der designierte australische Ministerpräsident Kevin Rudd hat Einzelheiten über den geplanten Abzug von Kampftruppen seines Landes aus dem Irak genannt. Etwa 550 Soldaten sollten bis Mitte nächsten Jahres wieder zu Hause sein, sagte er in einem Interview. Der Schritt sei noch nicht mit den USA besprochen. Australien hat rund 1.500 Soldaten im Irak und der weiteren Region stationiert. Rudd hatte im Wahlkampf versprochen, die Soldaten schrittweise zurückzuholen, Aussagen über einen genauen Termin jedoch vermieden. Die Truppen sind überwiegend im friedlicheren irakischen Süden stationiert.

MOSKAU: Russland hat im Streit um das von den USA geplante Raketenabwehrsystem in Osteuropa den KSE-Vertrag über Obergrenzen für schwere Waffen in Europa offiziell ausgesetzt. Präsident Wladimir Putin unterzeichnete ein von beiden Parlamentskammern verabschiedetes Gesetz, das am 12. Dezember in Kraft tritt. - Russland sieht sich durch den geplanten Raketenabwehrschild der USA bedroht, der sich nach Angaben der Regierung in Washington gegen Staaten wie Iran richtet. Offiziell begründet Moskau die Suspendierung des KSE-Vertrages mit der bislang nicht erfolgten Ratifizierung des 1999 modifizierten Abkommens durch die NATO-Staaten. Der Westen fordert, Russland müsse zuvor seine Truppen aus Georgien und Moldawien abziehen.

BOGOTA: Kolumbien hat ein aktuelles Lebenszeichen von der seit fünf Jahren verschleppten französisch-kolumbianischen Politikerin Ingrid Betancourt. Die Behörden in Bogota zeigten jetzt Video-Bänder der Rebellengruppe Farc, die sie bei einer Festnahme sichergestellt hatten. Die Bilder zeigten Betancourt und drei ebenfalls verschleppte US-Amerikaner. Die so genannten 'Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens' halten etwa 50 Geiseln zum Teil seit Jahren fest. In die Bemühungen für deren Freilassung hatten sich zuletzt auch Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der venezolanische Präsident Hugo Chavez vergeblich eingeschaltet.

QUITO: In Ecuador hat die von Anhängern des linksgerichteten Präsidenten Rafael Correa beherrschte verfassungsgebende Versammlung das von der Opposition dominierte Parlament aufgelöst. Bis zur Volksabstimmung über ein neues Grundgesetz im kommenden Jahr sei die Arbeit der Parlamentarier suspendiert, beschloss die Verfassungsversammlung mit großer Merhheit. Correa will mit einer neuen Verfassung den Einfluss des Staates auf die Wirtschaft vergrößern.

CARACAS: In der Hauptstadt Venezuelas haben mehr als 100.000 Menschen gegen die von Präsident Hugo Chavez angestrebte sozialistische Verfassungsreform demonstriert. Auch in anderen Städten des lateinamerikanischen Landes gab es Demonstrationen gegen das Vorhaben des linksgerichteten Präsidenten. Für Sonntag ist in Venezuela ein Referendum über die Verfassungsreform angesetzt, die unter anderem die mehrfache Wiederwahl des Staatspräsidenten ermöglichen soll.

ROM: In Italien hat ein Generalstreik im öffentlichen Verkehr mit Arbeitsniederlegungen bei Bahnen und im Nahverkehr begonnen. Etwa 300.000 Beschäftigte wollen im Laufe des Tages streiken und das Land damit verkehrstechnisch weitgehend lahmlegen. Die großen Gewerkschaften haben zu dem achtstündigen Ausstand aufgerufen, von dem auch mehrere hundert Flüge und der Schiffsverkehr betroffen sind. Der Streik richtet sich gegen Finanzkürzungen im öffentlichen Verkehr.

ANKARA: Beim Absturz einer Passagiermaschine der türkischen Gesellschaft Atlas-Jet sind im Südwesten der Türkei nach örtlichen Berichten alle 56 Insassen ums Leben gekommen. Die Chartermaschine war auf dem Flug von Istanbul nach Isparta kurz vor der Landung aus noch ungeklärter Ursache abgestürzt. An Bord befanden sich 49 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und Osten anfangs Regen und Schnee. Sonst wechselnd wolkig und meist trocken.

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