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Nachrichten

Freitag, 30. Mai 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Die Bundesregierung will Konsequenzen aus der Bespitzelungsaffäre bei der Deutschen Telekom ziehen. Innenminister Wolfgang Schäuble lud für kommenden Montag die Vorstandsvorsitzenden der deutschen Telekommunikationsunternehmen nach Berlin ein. Bei dem Treffen soll über eine bessere Überwachung und Realisierung des Datenschutzes in den Unternehmen gesprochen werden. Die 'Süddeutsche Zeitung' berichtet, bei der Telekom seien nicht nur Telefondaten von Journalisten und Aufsichtsräten, sondern auch deren Bankdaten ausgespäht worden. Der Arbeitnehmervertreter im Telekom-Aufsichtsrat, Lothar Schröder, kündigte eine Strafanzeige gegen das Unternehmen an. Am Donnerstag hatte die Staatsanwaltschaft die Zentralen der Telekom und der Konzerntochter T-Mobile in Bonn durchsucht, um Beweise zu sichern.

PEKING /TOKIO: Die chinesischen Behörden haben in der vom Erdbeben weitgehend zerstörten Provinz Sichuan eine weitere Massenevakuierung angeordnet. 1,3 Millionen Menschen müssten sich auf staatliche Anweisung in Sicherheit bringen, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. In den vergangenen Tagen war der Wasserpegel in einem durch das Erdbeben entstandenen See in Tangjiashan bedrohlich angestiegen. Heftiger Regen hatte die Gefahr von Überflutungen noch verstärkt.

RANGUN: Die Militärregierung in Birma blockiert nach Angaben von Hilfsorganisationen noch immer internationale Hilfseinsätze im stark zerstörten Irrawaddy-Delta. Die Behörden behinderten die Unterstützung für die Opfer des Zyklons "Nargis" durch bürokratische Hürden wie erforderliche Spezialbewilligungen und tagelange Bearbeitung von Anträgen. Ausländische Mitarbeiter warteten weiterhin auf eine Einreiseerlaubnis, beklagte zum Beispiel die Organisation "Human Rights Watch".

YOKOHAMA: Vertreter der afrikanischen Staaten sowie internationaler Organisationen haben die sieben größten Industriestaaten und Russland (G8) an die Einhaltung ihrer Zusagen zur Unterstützung des schwarzen Kontinents erinnert. Zum Abschluss der dreitägigen TICAD-Konferenz zur Entwicklung Afrikas im japanischen Yokohama beschlossen die Delegierten einen "Aktionsplan", der unter anderem eine Verdopplung der Reisproduktion in Afrika in den nächsten zehn Jahren vorsieht. Der tansanische Präsident und Vorsitzende der Afrikanischen Union, Jakaya Mrisho Kikwete, hob hervor, es sei nicht nur um mehr Hilfe, sondern auch um mehr Handel und Investitionen gegangen, insbesondere auf dem Privatsektor.

TEL AVIV: In der Korruptionsaffäre um den israelischen Regierungschef Ehud Olmert wächst nun auch der Druck aus den eigenen Reihen. Olmerts Kadima-Partei werde nach dessen Rückkehr aus den USA über parteiinterne Vorwahlen beraten, kündigte der Chef des Kadima-Zentralkomitees, Zachi Hanegbi, im israelischen Rundfunk an. Am Vortag hatte Außenministerin Zipi Livni Olmert offen herausgefordert und verlangt, die Kadima-Basis solle einen Nachfolger für den Parteichef bestimmen. Olmert soll als Bürgermeister von Jerusalem sowie als Industrie- und Handelsminister insgesamt rund 150.000 Dollar von einem US-Geschäftsmann angenommen haben.

BERLIN: Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hat die geplante Teilprivatisierung der Bahn gegen Kritik der Oppositionsparteien verteidigt. Im Bundestag sagte er, die Kunden würden von verbesserten Leistungen und einem schärferen Wettbewerb profitieren. Mit der Lösung, das Schienennetz und die Bahnhöfe in der Hand des Bundes zu halten und den Schienenverkehr teilzuprivatisieren, sei ein guter Kompromiss gefunden worden. Oppositionsvertreter kritisierten, die Koalition wolle das Gesetz im -so wörtlich- Schweinsgalopp durch den Bundestag bringen. Dieser will an diesem Freitag endgültig über die Teilprivatisierung entscheiden.

BONN: Die UN-Artenschutzkonferenz in Bonn geht an diesem Freitag nach fast zwei Wochen zuende. Geplant ist die Verabschiedung eines so genannten "Bonner Mandats". Darin wird der Verlauf der Verhandlungen über den Erhalt der biologischen Vielfalt für die kommenden beiden Jahre festgeschrieben. Die Staatengemeinschaft hatte sich verpflichtet, bis 2010 den Verlust der Artenvielfalt deutlich zu verringern. 34 international tätige Unternehmen verpflichteten sich inzwischen, dem Schutz der Artenvielfalt in ihrer Geschäftspolitik einen wichtigen Stellenwert einzuräumen.

WASHINGTON: Die Selbstmord-Rate in der US-Armee hat den höchsten Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahre 1980 erreicht. Nach Auskunft der Armee setzten im vergangenen Jahr 115 amerikanische Soldaten ihrem Leben ein Ende, fast tausend unternahmen Selbstmordversuche. 43 Prozent der Soldaten, die sich töteten, hätten dies nach Einsätzen im Irak oder in Afghanistan getan. Der Trend setze sich im laufenden Jahr fort, hieß es weiter. Hochrangige Vertreter der US-Streitkräfte räumten ein, dass lange und häufige Kampfeinsätze eine Hauptursache für Stress im Leben der Soldaten seien.

PARIS: Gegen den früheren Chef des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Noël Forgeard, ist ein förmliches Ermittlungsverfahren wegen Verdachts auf Insiderhandel eingeleitet worden. Das teilte der Anwalt Forgeards in Paris mit. Der frühere Top-Manager wie auch der damalige Co-Konzernchef Thomas Enders werden verdächtigt, zwischen Ende 2005 und Frühjahr 2006 interne Aktien mit Insiderwissen verkauft zu haben. Dabei geht es um die mögliche Kenntnis von Schwierigkeiten beim Tochterunternehmen Airbus, vor allem von den Lieferverzögerungen beim Super-Airbus A380. Forgeard brachten Aktienverkäufe vor dem Bekanntwerden der negativen Unternehmensnachrichten einen Reingewinn von 2,5 Millionen Euro. Enders ist heute Chef von Airbus.

NEW YORK: Die Vereinten Nationen haben den 60. Jahrestag ihrer Einsätze zur Friedenssicherung begangen. Dabei erinnerte Generalsekretär Ban Ki Moon in New York an die mehr als 2.400 Blauhelm-Soldaten, die bei den UN-Missionen ihr Leben verloren. Derzeit sind rund 110.000 Friedenssoldaten in 20 Missionen rund um den Globus eingesetzt - so viele wie noch nie. Der Chef der UN-Friedenseinsätze, Jean-Marie Guehenno, beklagte allerdings, dass die Kluft zwischen Mandat und Ausstattung immer größer werde. Beispielhaft verwies er auf die sudanesische Krisenregion Darfur, für die der Sicherheitsrat den Einsatz von 26.000 Soldaten beschlossen habe. Bisher seien jedoch nur 9.000 Mann stationiert worden.

ZUM WETTER IN DEUTSCHLAND: Starke Unwetter haben in der Nacht zum Freitag im Südwesten Straßen überflutet und Bäume entwurzelt. Besonders betroffen waren der badische Raum, Rheinland-Pfalz und das Saarland sowie Teile Nordrhein-Westfalens. In der Westhälfte ist es an diesem Freitag zunächst freundlich, später ziehen wieder Schauer und Gewitter auf. Nur im Osten bleibt es sonnig. Die Tageswerte liegen zwischen 23 und 34 Grad.

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