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Nachrichten

Freitag, 30. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat im Bundestag das Konjunkturpaket der großen Koalition verteidigt. Die Bundesregierung stelle sich damit ihrer Verantwortung in der schwersten Rezession seit 1949, sagte er. Die damit verbundene Neuverschuldung sei verantwortbar. Die oppositionelle FDP lehnte das Programm ab als zu zögerlich und diffus. Die Linkspartei nannte das Paket klein und sozial unausgewogen. Die Grünen sprachen von einer falschen Antwort auf die Krise. Schwerpunkte des 50 Milliarden Euro schweren Paketes sind Investitionen in Bildung und Infrastruktur sowie Entlastungen bei Steuern und Abgaben.

BERLIN: Die Bundesregierung berät an diesem Freitag über Änderungen am Rettungspaket für die Banken. Im Mittelpunkt steht vor allem eine Auffang-Lösung für faule Wertpapiere in den Bankbilanzen. Die Bundesregierung favorisiert dabei die Einrichtung bankeigener Zweckgesellschaften, in die Risikopapiere auslagert werden. Die Gründung einer deutschen so genannten 'Bad Bank' ist nach Presseinformationen vom Tisch.

BRÜSSEL: Der chinesische Regierungschef Wen Jiabao ist mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso zusammengetroffen. Bei den Gesprächen in Brüssel geht es vor allem um die internationale Finanzkrise und den Klimaschutz. Die EU erhofft sich die Hilfe Chinas bei Maßnahmen gegen Treibhaus-Gase. - Am Vortag hatten Ministerpräsident Wen und Bundeskanzlerin Angela Merkel als Vertreter der beiden weltweit größten Export-Nationen eine engere Zusammenarbeit in der Wirtschaftskrise vereinbart.

NAIROBI: Trotz einer neuerlichen Schiffsentführung durch somalische Piraten hat die deutsche Marine die Überwachungsmission der Europäischen Union am Horn von Afrika als Erfolg bezeichnet. Der Kommandant der Fregatte 'Mecklenburg-Vorpommern', Kay-Achim Schönbach, sagte, einen hunderprozentigen Schutz der Handelsschiffe werde es nie geben. Dennoch schränke der EU-Einsatz mit insgesamt vier Kriegsschiffen und drei Aufklärungsflugzeugen die Übergriffe durch Piraten vor Somalia weiter ein. Am Vortag hatten die Seeräuber im Golf von Aden den deutschen Flüssiggastanker 'Longchamp' gekapert. Widersprüchlich sind die Angaben darüber, ob das Schiff in einem geschützten Konvoi fuhr.

BERLIN: In Deutschland haben Regierungs- und Oppositionsparteien übereinstimmend einen in der NATO umstrittenen Vorstoß ihres amerikanischen Oberbefehlshabers zur Tötung von Drogenhändlern in Afghanistan kritisiert. Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, forderte die Allianz in Brüssel auf, die Anweisung von General Bantz Craddock zu stoppen. In der CDU ist von einem 'illegalen Befehl' die Rede. Die Grünen forderten den Rücktritt Craddocks. Nach Presseberichten wehren sich auch zwei hochrangige NATO-Generäle gegen den geplanten Befehl, darunter der deutsche Vier-Sterne-General Egon Ramms. Die Anweisung verstoße gegen die Einsatzregeln und internationales Recht, heißt es.

PJÖNGJANG: Die kommunistische Führung in Nordkorea hat ihren rhetorischen Konfrontationskurs gegenüber Südkorea verschärft und einseitig alle Abkommen über Aussöhnung und Entspannung für nichtig erklärt. Die Beziehungen stünden am Rande eines Krieges, zitierte die staatlich kontrollierte Nachrichtenagentur KCNA die offizielle Haltung in Pjöngjang. Südkorea rief den Nachbarn zu erneuten Gesprächen auf. Nordkorea hatte den Ton bereits in den vergangenen Monaten erheblich verschärft. Die Beziehungen zwischen beiden Staaten haben sich seit dem Antritt einer konservativen Regierung in Seoul vor gut einem Jahr verschlechtert. Diese vertritt eine härtere Haltung gegenüber dem Norden als die liberale Vorgängerregierung.

ISTANBUL: Nach seiner wütenden Abreise wegen eines Streites mit dem israelischen Präsidenten Schimon Peres im schweizerischen Davos ist der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bei seiner Heimkehr begeistert gefeiert worden. Tausende Landsleute empfingen ihn mit Transparenten und Sprechchören am Flughafen in Istanbul. Peres hatte beim Weltwirtschaftsforum eine flammende Rede für den israelischen Krieg im Gazastreifen gehalten. Eine Antwort Erdogans, der im Nahost-Konflikt auch als politischer Vermittler tätig ist, war nicht zugelassen worden. Peres habe sich bei ihm telefonisch entschuldigt, sagte er nach seiner Rückkehr.

LONDON: Das knapp vor dem Staatsbankrott gerettete Island könnte bereits in gut zwei Jahren Mitglied der Europäischen Union sein. Der zuständige EU-Kommissar Olli Rehn sagte der britischen Zeitung 'Guardian', Voraussetzung sei ein schnelles Beitrittsgesuch der neuen Regierung in Reykjavik sowie zügige Aufnahmeverhandlungen. Auf der Insel im Nordatlantik setzen sich die Sozialdemokraten mit der künftigen Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir für eine Volksabstimmung über eine EU-Bewerbung im Frühjahr ein. Sie sehen die Mitgliedschaft in der Union als einzigen Ausweg aus der akuten Finanz-, Währungs- und Wirtschaftskrise an.

WASHINGTON: US-Präsident Barack Obama hat Bonus-Zahlungen an Manager angeschlagener Banken mit aller Schärfe kritisiert. Es sei beschämend, dass Wall-Street-Banker trotz der Finanzkrise Bonuszahlungen in zweistelliger Millionenhöhe einstrichen, während Finanzhäuser staatliche Hilfsgelder erhielten. Zugleich bekräftigte Obama seine Absicht, zur Stabilisierung des Bankensystems eine strengere Aufsicht und Regulierung der Finanzbranche durchzusetzen. - In der amerikanischen Öffentlichkeit regt sich zunehmend Unmut über die milliardenschweren Hilfspakete für Banken und andere Großunternehmen.

WIESBADEN: Knapp zwei Wochen nach der Landtagswahl in Hessen ist die schwarz-gelbe Regierungskoalition perfekt. CDU und FDP einigten sich auf letzte Details in Personal- und Sachfragen. Nach Presseinformationen erhält die CDU sechs Ministerien. Die Liberalen übernähmen neben dem Wirtschafts- auch das Kultus- und Justizressort einschließlich der Zuständigkeit für Europa. Zuvor hatten sich die beiden Parteien bereits auf umfangreiche Investitionen in Straßenbau und sonstige Infrastruktur geeinigt. Die neue Landesregierung unter dem bisherigen Ministerpräsidenten Roland Koch soll am 5. Februar antreten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen und Süden heiter und trocken, sonst meist wolkig und nur vereinzelt Schnee oder Nieselregen.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: minus 4°, dunstig;
Berlin: minus 2°, dunstig;
Dresden: minus 2°, Schneegriesel
Köln/Bonn: minus 3°, wolkenlos;
Frankfurt am Main: minus 2°, wolkig und
München: minus 2°, bedeckt

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