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Nachrichten

Freitag, 30. Dezember 2005

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag

BERLIN: Die Bundesregierung und die Regierung des Jemen bemühen sich weiter intensiv um die Freilassung des ehemaligen Staatssekretärs Jürgen Chrobog und seiner Familie. Der Krisenstab im Auswärtigen Amt arbeite unvermindert daran, die Entführten gesund und baldmöglichst in Freiheit zu bringen, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte zuvor erklärt, er rechne noch in diesem Jahr mit einer Lösung des Falls. Die Chrobogs waren am Mittwoch in der jemenitischen Provinz Schabwa von Bewaffneten verschleppt worden. Die Entführer wollen Mitglieder ihres Stammes aus dem Gefängnis freipressen.

BERLIN: Politiker mehrerer Parteien haben Altbundeskanzler Gerhard Schröder aufgerufen, im Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln. Die CDU-Wirtschaftsexpertin Rita Pawelski sagte der "Bild"-Zeitung, als Aufsichtsratschef einer Gasprom-Tochterfirma sollte Schröder Einfluss auf die Staatsspitzen von Russland und der Ukraine ausüben. Von SPD und Grünen kamen ähnliche Forderungen. Auch die US-Regierung mahnte zu einem Kompromiss.

WASHINGTON: Die Zahl der hungerstreikenden Häftlinge auf dem US- Militärstützpunkt Guantanamo auf Kuba hat sich wieder mehr als verdoppelt, auf jetzt 84. In einer Stellungnahme aus Guantanamo wird bestätigt, dass sich vor einer Woche 46 muslimische Gefangene der Protestaktion angeschlossen haben. Ihre Anwälte sprachen von berechtigtem Widerstand gegen schlechte Haftbedingungen und gegen die Verweigerung grundlegender Rechte der Verteidigung.

KAIRO: Zehn Flüchtlinge aus dem Sudan sind in Kairo getötet worden, als ägyptische Sicherheitskräfte ihr provisorisches Lager vor einem UN-Gebäude gewaltsam auflösten. Nach Angaben des Innenministeriums löste der Großeinsatz eine Massenpanik aus, bei dem außerdem mindestens 20 Flüchtlinge und 23 Polizisten verletzt wurden. Die Flüchtlinge hatten sich geweigert, das Lager zu räumen. Sie fordern vom UN-Flüchtlingshilfswerk, ins Ausland umgesiedelt zu werden. Seit drei Monaten gewährt das Hilfswerk den Sudanesen wegen des Friedensvertrages in ihrem Heimatland keinen Flüchtlingsstatus mehr. Asylsuchende brauchen diesen Status, um in Länder wie die USA, Großbritannien oder Australien gelangen zu können.

GAZA- STADT: Etwa hundert palästinensische Polizisten haben den Grenzübergang zwischen dem Gazastreifen und Ägypten gestürmt. Daraufhin flüchteten EU-Beobachter, die den erst vor wenigen Wochen geöffneten Kontrollpunkt beaufsichtigten. Der Grenzübergang wurde umgehend geschlossen. Anlass der Stürmung ist ein Familienstreit, bei dem am Donnerstag ein Polizist getötet worden war. Seine Kollegen wollten anscheinend mit ihrer Aktion verhindern, dass die Täter nach Ägypten flüchten. NEW YORK: UN-Generalsekretär Kofi Annan und US-Außenministerin Condoleezza Rice haben die Entsendung unabhängiger Wahlbeobachter in den Irak begrüßt. Diese wollen den zahlreichen Beschwerden gegen die Wahlergebnisse vom 15. Dezember nachgehen. Die "Internationale Mission für die irakischen Wahlen (IMIE)" hatte die Überprüfung durch vier ihrer Experten angekündigt, nachdem die Wahlkommission in Bagdad ausdrücklich zu Kontrollen eingeladen hatte. In ersten Reaktionen nach der Parlamentswahl hatte die Beobachter-Mission trotz Unregelmäßigkeiten von "erfüllten internationalen Standards" gesprochen.

PEKING: In China ist ein dritter Mensch an der Vogelgrippe gestorben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starb die 41 Jahre alte Frau am 21. Dezember in der südostchinesischen Provinz Fujian an dem gefährlichen Virus H5N1. Wie sich die Frau infiziert haben könnte, ist unklar. In diesem Jahr sind in China schon mehr als 30 Ausbrüche der Vogelgrippe gemeldet worden. Bisher sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation weltweit 74 Menschen an der Seuche gestorben. Wissenschaftler befürchten, das Virus könne sich verändern und dann von Mensch zu Mensch übertragen werden.

KUALA LUMPUR: Die US-Botschaft in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur ist wegen einer nicht näher erläuterten Drohung vorübergehend geschlossen worden. Es gebe aber darüber hinaus keine spezifische, glaubhafte Bedrohung amerikanischer Interessen in Malaysia, teilte die diplomatische Vertretung mit. Die Botschaft werde voraussichtlich am Dienstag wieder geöffnet.

BERLIN: Der Bund der Steuerzahler und die FDP haben die Anzeigenkampagne von Bundeskanzlerin Angela Merkel als typischen Fall von Steuerverschwendung bezeichnet. Die Bundeskanzlerin habe in ihrer Neujahrsansprache hinreichend Gelegenheit, ihr Anliegen vorzubringen, sagte Steuerzahlerbundpräsident Karl Heinz Däke der Tageszeitung 'Die Welt'. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sagte, eine Bundesregierung, die bei den Bürgern abkassiere, dürfe nicht selbst Steuergelder verschwenden. Merkel hatte sich in einem offenen Brief an die Deutschen gewandt und zu gemeinsamem Handeln und Optimismus aufgefordert. Der Aufruf soll bis Anfang Januar in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht werden.

BERLIN: Bundestagspräsident Norbert Lammert hat von den Mitbürgern ausländischer Herkunft ein Mindestmaß an Sympathie für die Gesellschaft der Bundesrepublik und ihre Werte gefordert. Die Verständigung über gemeinsame Grundlagen und Orientierungen sei eine Voraussetzung dafür, dass sich eine Gesellschaft das Miteinander unterschiedlicher Kulturen erlauben könne, sagte Lammert im ARD-Morgenmagazin. In der Vergangeheit habe man geglaubt, abwarten zu können, wie sich die unterschiedlichen Kulturen entwickelten, kritisierte der CDU-Politiker. Im schlimmsten Fall könnten daraus gewalttätige Auseinandersetzungen wie in Frankreich entstehen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden noch wolkig mit nachlassendem Schneefall. Im Süden und in der Mitte freundlich. Höchstwerte minus sieben bis plus ein Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 0°, bedeckt; Berlin: minus 6°, wolkig; Dresden: minus 8°, fast wolkenlos; Köln/Bonn: minus 3°, wolkig; Frankfurt am Main: minus 3° nach Schneefall und München: minus 10°, wolkig.