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Nachrichten

Freitag, 3. August 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN/KABUL: Die Bemühungen um die Freilassung der in Afghanistan verschleppten Geiseln dauern an. Im Fall der 21 verschleppten Südkoreaner will die Regierung in Seoul nun direkte Verhandlungen mit den radikal-islamischen Taliban führen. Dem Vernehmen nach stehen beide Seiten in Kontakt, um einen möglichen Treffpunkt für die Gespräche auszuhandeln. Das Auswärtige Amt in Berlin arbeitet derweil weiterhin an der Freilassung des entführten deutschen Bauingenieurs. Sein in der Geiselhaft zu Tode gekommener Kollege wurde inzwischen in seinem Heimatort in Schleswig-Holstein beigesetzt. Er war laut Obduktionsbericht von den Entführern erschossen worden. Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Christian Schmidt, erklärte, trotz der Ermordung des 44-Jährigen werde Deutschland an seinem Engagement in Afghanistan festhalten. Die Regierung sei nicht erpressbar, betonte er.

LONDON: Gut einen Monat nach dem versuchten Anschlag auf den Flughafen der schottischen Stadt Glasgow ist der schwer verletzte Fahrer des Tatautos gestorben. Der 27-Jährige Inder erlag seinen Brandverletzungen. Seit der Tat am 30. Juni lag er im Koma. Sein Beifahrer, ein Arzt aus dem Irak, sitzt in Untersuchungshaft und ist bereits angeklagt. Die beiden hatten versucht, mit ihrem mit Sprengstoff beladenen Jeep in die Abflughalle des Flughafens Glasgow vorzudringen. Der Wagen war von Pollern gestoppt worden und ging in Flammen auf. - Im Zusammenhang mit dem Anschlag wurden zwei weitere Ärzte, darunter der Bruder des Verstorbenen, in Großbritannien festgenommen.

MINNEAPOLIS: Nach dem Einsturz der Autobahnbrücke über den Mississippi sollen alle Brücken in den USA verstärkt auf ihre Sicherheit überprüft werden. Man werde alles dafür tun, dass sich eine solche Tragödie wie in Minneapolis nicht wiederholen könne, sagte US-Verkehrsministerin Mary Peters. Kontrolliert werden sollten vor allem die rund 700 ähnlich konstruierten Brücken. Nach dem Unglück im US-Bundesstaat Minnesota wurden bisher vier Todesopfer offiziell bestätigt. Für die rund 30 Vermissten gibt es jedoch so gut wie keine Hoffnung mehr.

BERLIN: Wegen der Weitergabe geheimer Akten aus dem BND-Untersuchungsausschuss ermittelt die Justiz nicht nur gegen Journalisten, sondern auch gegen Mitglieder des Gremiums. Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte, sie sei von Bundestagspräsident Norbert Lammert ermächtigt worden, auch gegen Geheimnisträger vorzugehen. Die Verfahren richteten sich bisher jedoch nicht gegen bestimmte Abgeordnete, sondern gegen unbekannt, da noch nicht klar sei, auf welche Weise die Akten an die Öffentlichkeit gelangt seien. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass die Justiz gegen insgesamt 17 Journalisten ermittelt, weil sie aus geheimen Akten des Ausschusses zitiert haben sollen. Betroffen sind unter anderem Redakteure der "Süddeutschen Zeitung" und des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". - Politiker und Medienvertreter äußerten zum Teil scharfe Kritik. Die Ermittlungen waren vom Vorsitzenden des BND-Untersuchungsausschusses, Siegfried Kauder -CDU-, angestoßen worden.

NEW YORK: Eine stärkere politische Rolle der Vereinten Nationen im Irak wird immer wahrscheinlicher. Russland stimmte einem entsprechenden Resolutionsentwurf für den UN-Sicherheitsrat im Grundsatz zu. Damit gilt eine Zustimmung des Gremiums als sicher. Der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin sprach von einer guten Vorlage, an der nur wenig nachgebessert werden müsse. Ausgearbeitet worden war der Entwurf von Großbritannien und den USA, die angesichts immer lauter werdender Rufe nach einem Abzug ihrer Truppen aus dem Irak eine größere Rolle der UN gefordert hatten. Beide plädieren für eine Verlängerung und deutliche Ausweitung der UN-Mission Unami. - Seit dem Anschlag auf das Bagdader UN-Quartier im Jahr 2003 arbeiten die Vereinten Nationen im Irak mit einer Minimalbesetzung.

PARIS: Eine Tochterfirma des deutsch-französischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hat nach eigenen Angaben mit Libyen zwei Verträge über die Lieferung von Panzerabwehrraketen und Kommunikationssystemen abgeschlossen. Die Verträge müssten nur noch offiziell unterzeichnet werden, bestätigte der französische Verteidigungsminister Hervé Morin. Dem Vertrag seien monatelange Verhandlungen vorausgegangen. Es handele sich um den ersten Rüstungsvertrag, den Libyen seit Anfang der 90er Jahre mit dem Westen abgeschlossen habe. Die Vereinbarung war bereits vor ihrer offiziellen Bestätigung in die Kritik geraten. Ein Sohn des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi hatte in einem Interview erklärt, die Feilassung der in dem jahrelangen Aids-Prozess verurteilten bulgarischen Krankenschwestern und des Arztes stünden in Zusammenhang mit dem Rüstungsgeschäft.

MOSKAU: Russland setzt seine Ankündigung, die Gaslieferungen nach Weißrussland um fast die Hälfte zu drosseln, vorerst nicht um. Mit Ablauf der vom russischen Energie-Monopolisten Gazprom gesetzten Frist tilgte Weißrussland rund 40 Prozent seiner 465 Millionen Dollar Schulden bei Gazprom. Das Unternehmen schob daraufhin die für diesen Freitag angekündigte Drosselung der Gaslieferung an das Nachbarland um eine Woche auf. Bis nächsten Freitag habe die Regierung in Minsk Zeit, den Rest der Schulden abzutragen, erklärte Gazprom. - Der Energieriese hatte Ende vergangenen Jahres wegen eines Streits über Preiserhöhungen die Gaslieferungen nach Weißrussland zeitweise vollständig unterbrochen. In einigen EU-Ländern hatte die Auseinandersetzung zwischen Moskau und Minsk zu kurzfristigen Lieferstopps geführt.

DARESSALEAM: Der für heute geplante Beginn von Gesprächen der zerstrittenen Rebellengruppen aus Darfur mit Vertreten von UN und Afrikanischer Union verzögert sich. Bisher seien erst zwei Rebellenvertreter aus der westsudanesischen Krisenregion am Verhandlungsort im tansanischen Arusha eingetroffen, sagte ein UN-Sprecher. Bei den Gesprächen soll eine Grundlage für mögliche Friedensverhandlungen mit Sudans Regierung geschaffen werden. Eine Einigung der verschiedenen Rebellengruppen gilt als eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein Ende der Kämpfe in Darfur. Fünf afrikanische Staaten erklärten sich am Donnerstag bereit, für die vom Weltsicherheitsrat beschlossene Darfur-Friedensmission Soldaten zu entsenden. Es sind Ägypten, Äthiopien, Burkina Faso, Kamerun und Nigeria. Die neue UN-Truppe mit bis zu 26.000 Soldaten soll Ende des Jahres einsatzfähig sein.

NEU DELHI: In Südasien sind weiterhin Millionen Menschen auf der Flucht vor den durch die ungewöhnlich heftigen Monsun-Regenfälle ausgelösten Überflutungen. Nach Schätzungen sind fast 20 Millionen Menschen betroffen. Die Zahl der Toten, die in Indien und Bangladesch auf die Überschwemmungen zurückgeführt wurden, stieg auf mindestens 178. Im indischen Unionsstaat Uttar Pradesh begannen Soldaten mit der Evakuierung von 500 überfluteten Dörfern. Im indischen Bundesstaat Assam suchten 100.000 Menschen in Notunterkünften Zuflucht, hunderttausende weitere flüchteten in höher gelegene Gebiete und errichteten dort provisorische Hütten. Besonders stark betroffen sind auch der Bundesstaat Bihar und das nördliche Bangladesch.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Am Nachmittag im Alpenraum noch einzelne Schauer und Gewitter, sonst meist trocken und zunehmend sonnig. Höchstwerte 18 bis 25 Grad.

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