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Nachrichten

Freitag, 29. Oktober 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BRÜSSEL: Die Staats- und Regierungschefs der EU haben sich auf eine umfassende Reform des Euro-Stabilitätspaktes geeinigt und den Weg geebnet, die europäischen Verträge zu ändern. So soll ein dauerhafter Krisenmechanismus geschaffen werden, für die Zeit nach dem Auslaufen der Euro-Rettungsmaßnahmen im Jahr 2013. Damit setzte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihren Forderungen gegen die Widerstände mehrerer Staaten weitgehend durch. Zusammen mit Frankreich strebt Deutschland an, dass die Hauptlast für die Rettung überschuldeter Euro-Länder künftig private Gläubiger wie Banken und Fonds tragen. Die Rechtsgrundlage dafür soll bis zum nächsten Gipfel im Dezember geschaffen werden.

BERLIN: Die Bundesregierung will einem Zeitungsbericht zufolge den Druck auf Afghanistan erhöhen, die Korruption stärker zu bekämpfen. Afghanistan stehe vor einem wichtigen Einschnitt, sagte Außenminister Guido Westerwelle der "Berliner Zeitung". Beim NATO-Gipfel im November in Lissabon wolle die internationale Gemeinschaft den Startschuss für die Übergabe der Verantwortung für das Land an die afghanische Regierung geben. Es sei deswegen von zentraler Bedeutung, dass die Afghanen mit aller Entschlossenheit gegen die Korruption vorgingen. Wie die Zeitung unter Berufung auf Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes weiter schreibt, soll dem afghanischen Außenminister Salmai Rassul bei seinem Besuch an diesem Freitag in Berlin klar gemacht werden, dass die Bundesregierung in diesem Punkt das volle Engagement der Regierung in Kabul erwarte.

STUTTGART: In der baden-württembergischen Landeshauptstadt hat die zweite Runde der Schlichtungsgespräche über den umstrittenen Bahnhofsumbau begonnen. Dabei wollen sich Kritiker und Befürworter des Projekts "Stuttgart 21" unter Leitung des Vermittlers Heiner Geißler vor allem mit der Leistungsfähigkeit des geplanten Tiefbahnhofs beschäftigen. Weiteres Thema ist die geplante Neubaustrecke zwischen den Städten Ulm und Wendlingen. Die erste Schlichtungsrunde war vor einer Woche ohne Annäherung beider Parteien zu Ende gegangen. In Stuttgart soll der derzeitige Kopfbahnhof für mehr als vier Milliarden Euro zu einem unterirdischen Durchgangsbahnhof umgebaut werden.

BERLIN: Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat für die geplante Reform der Sicherungsverwahrung von gefährlichen Straftätern geworben. Bei der ersten Lesung des Gesetzentwurfs im Bundestag sagte sie, die Maßnahme sei ein tiefer Eingriff in das Leben eines Verurteilten, der seine Strafe verbüßt habe, und komme daher nur als letztes Mittel in Betracht.

Die Sicherungsverwahrung soll künftig im Anschluss an eine Freiheitsstrafe nur noch dann möglich sein, wenn sie bereits im Urteil vorgesehen war. Eine nachträgliche Sicherungsverwahrung, die erst am Ende der Haft angeordnet wird, soll es nicht mehr geben. Hintergrund der Neuregelung ist ein Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs. Außerdem befasst sich das Parlament erstmals mit der umstrittenen Hartz-Vier-Reform. Der Gesetzentwurf von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen sieht vor, den Regelsatz für Erwachsene um fünf Euro auf 364 Euro im Monat anzuheben. Für bedürftige Kinder ist ein Bildungspaket im Umfang von insgesamt rund 700 Millionen Euro pro Jahr geplant.

HANOI: China und Japan sind weiter bemüht, ihre belasteten Beziehungen wieder zu normalisieren. Am Rande der ASEAN-Konferenz in Vietnam kamen die Außenminister beider Länder, Seiji Maehara und Yang Jiechi, zusammen, um über ein eventuelles Treffen zwischen dem japanischen Ministerpräsidenten Naoto Kan und dem chinesischen Regierungschef Wen Jiabao zu sprechen. Wegen eines Streits über die Gebietsverteilung im Ostchinesischen Meer sind die Beziehungen erheblich belastet. Tokio ist vor allem daran interessiert, dass China den für die Hightech-Industrie wichtigen Rohstoff "seltene Erden" wieder ausführt. Die Volksrepublik produziert 97 Prozent des Materials, das unter anderem in der Handy-Produktion verwendet wird. Der Lieferstopp nach Japan hatte weltweit größte Besorgnis ausgelöst.

WASHINGTON: Die USA haben zum ersten Mal in ihrer Geschichte den gesamten Etat ihrer Geheimdienste veröffentlicht. Wie in Washington mitgeteilt wurde, umfasst das Gesamtbudget im Haushaltsjahr 2010 etwa 80 Milliarden Dollar (57 Milliarden Euro). Davon gingen rund 53 Milliarden Dollar den Angaben aus Washington zufolge an die nicht militärischen Geheimdienste. Die größte Summe bekam der Auslandsgeheimdienst CIA. Für die militärischen Nachrichtendienste standen 27 Milliarden Dollar zur Verfügung. - Bisher hatte die US-Regierung ihre Spionageausgaben stets geheim gehalten, aus Sorge, andere Länder könnten daraus das Ausmaß und die Effektivität ihrer geheimdienstlichen Aktivitäten ableiten. Aber meistens waren die Zahlen dennoch durchgesickert. Der neue Geheimdienst-Direktor James Clapper hatte versprochen, die Zahlen offen zu legen.

PORT-AU-PRINCE: In Haiti breitet sich die Cholera weiter aus. Trotzdem sieht die Weltgesundheitsorganisation WHO gute Chancen, die Ausbreitung der Seuche einzudämmen. Zwar habe die Epidemie ihren Höhepunkt noch nicht erreicht, es gebe aber deutliche Fortschritte dabei, die mangelhaften hygienischen Verhältnisse in den Notunterkünften der Erdbebenopfer vom Januar in den Griff zu bekommen. Fast 4.800 Menschen haben sich nach WHO-Angaben bislang mit dem bakteriell übertragenen Krankheitserreger infiziert. Mehr als 300 sind bereits an der Cholera gestorben.

JAKARTA: Auf der von einem Tsunami getroffenen Insel-Kette vor der Küste Sumatras gestaltet sich die Suche nach Überlebenden aufgrund der Verwüstungen weiter schwierig. Zudem behindere schlechtes Wetter die Lieferung von Hilfsgütern auf die indonesischen Inseln, klagen Rettungskräfte. Nach ihren Angaben leben derzeit knapp 13.000 Obdachlose in Notlagern. Durch die Flutwelle vom Montag waren nach jüngsten Angaben 408 Menschen ums Leben gekommen. Hunderte werden noch vermisst. Die Rettungskräfte befürchten, dass viele von ihnen tot sind, da sie von der Flutwelle ins Meer gerissen wurden. Auf der weiter östlich liegenden Insel Java stößt der Vulkan Merapi weiter riesige Asche- und Lavawolken aus. Sicherheitskräfte versuchen, Anwohner von der Rückkehr in ihre teils zerstörten Dörfer am Fuße des Bergs abzuhalten. Beim Ausbruch des Merapi am Dienstag waren 34 Menschen ums Leben gekommen.

KOUROU: Eine europäische Ariane-5-Rakete hat erfolgreich zwei Kommunikationssatelliten in den Weltraum gebracht. Sie hob vom Raumfahrtzentrum Kourou im südamerikanischen Französisch-Guyana ab. Eine halbe Stunde später wurden die Satelliten in Umlaufbahnen ausgesetzt. Ein Satellit wird für Telekommunikationsdienstleistungen in Europa, dem Nahen Osten, Zentralasien, Afrika und dem Indischen Ozean eingesetzt. Der andere soll TV-Programme in Japan übertragen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden häufig noch bewölkt, sonst nach Auflösung örtlicher Nebel meist sonnig und trocken. Die Höchsttemperaturen liegen bei 12 bis 18 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 9 Grad, wolkig;

Berlin und Köln/Bonn: 7 Grad, wolkig;

Dresden: 3 Grad, fast wolkenlos;

Frankfurt am Main: 2 Grad, Nebeltreiben und

München: 4 Grad, wolkenlos.

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