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Nachrichten

Freitag, 28. September 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

RANGUN: In Birmas Hauptstadt Rangun sind am Freitag erneut Einsatzkräfte der Militärregierung gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. Im Zentrum aufmarschierte Polizisten gingen mit Knüppeln auf mehrere tausend Menschen los, wie Augenzeugen berichteten. Es sollen auch Schüsse gefallen sein. Soldaten riegelten das Zentrum ab und errichteten weitere Barrikaden. Zuvor hatte die Militärführung nach Korrespondentenberichten fünf buddhistische Klöster zu Sperrzonen erklärt und die dort lebenden Mönche faktisch unter Hausarrest gestellt. Außerdem seien das Internet sowie Telefonverbindungen weitgehend unterbrochen worden, hieß es. - Birmas Militärführung ist in den vergangenen Tagen wiederholt mit Gewalt gegen die Protestierenden vorgegangen. Am Mittwoch und Donnerstag wurden nach staatlichen Angaben insgesamt mindestens zehn Menschen getötet. Nach Berichten von Augenzeugen ist die Zahl der Toten aber wesentlich höher.

NEW YORK: Der UN-Sonderbeauftragte Ibrahim Gambari soll bei seinem am Samstag beginnenden Besuch in Birma die Lage entschärfen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief in einer Erklärung in New York die herrschende Militärjunta zu einem konstruktiven Dialog mit Gambari auf. Die Machthaber sollten den Weg zu einer friedlichen und nationalen Aussöhnung beschreiten.

MÜNCHEN: In der bayerischen Landeshauptstadt kommt die CSU an diesem Freitag zu einem Parteitag zusammen, bei dem der Nachfolger von Parteichef Edmund Stoiber gewählt wird. Die rund 1.000 Delegierten wollen zunächst ein neues Grundsatzprogramm beschließen. Am Nachmittag steht außerdem eine Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Programm. Die Wahl des neuen CSU-Chefs findet am Samstag statt. Um das Amt bewerben sich der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber, Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer und die Fürther Landrätin Gabriele Pauli. Am Sonntag tritt Stoiber auch als bayerischer Ministerpräsident zurück. Sein Nachfolger in dieser Funktion soll der bisherige Innenminister Günther Beckstein werden.

KABUL: In Afghanistan bemühen sich die Behörden um die Freilassung der verschleppten Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Ein Bezirksgouverneur teilte mit, Unterhändler stünden in Kontakt mit den Entführern. Nach Angaben des IKRK sollten die Helfer in der Provinz Wardak den seit Juli verschleppten deutschen Bauingenieur und fünf mit ihm gekidnappte Afghanen abholen. Sie seien jedoch allein auf dem Rückweg nach Kabul gewesen, als der Kontakt abgerissen sei. Afghanische Behördenvertreter berichteten dagegen, der Deutsche sei zunächst frei gelassen worden, dann aber gemeinsam mit den vier Rot-Kreuz-Mitarbeitern verschleppt worden. Bei ihnen handelt es sich um einen mazedonischen, einen birmanischen und zwei afghanische Staatsbürger.

WASHINGTON: Mehrere als besonders gefährlich eingestufte Terrorverdächtige in dem US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba haben nach einem Bericht der 'Washington Post' formell ein Anrecht auf einen Anwalt zugestanden bekommen. Wie die Zeitung unter Berufung auf Militärkreise berichtete, haben 14 Verdächtige entsprechende Formulare erhalten. Es handle sich um Gefangene, die zuvor in geheimen Gefängnissen des CIA festgehalten und im vergangenen Jahr auf den US-Stützpunkt auf Kuba gebracht worden waren. Unter ihnen sei auch der mutmaßliche Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001, Chalid Scheich Mohammed.

ISLAMABAD: Der pakistanische Militärmachthaber Pervez Musharraf darf am 6. Oktober zur Präsidentenwahl antreten. Das Verfassungsgericht in Islamabad entschied, es sei kein Hindernis, dass Musharraf zugleich Armeechef ist. Damit blieben mehrere Petitionen der Opposition erfolglos. Musharraf hat angekündigt, seine Uniform erst nach der Wahl am Samstag kommender Woche, aber noch vor der Vereidigung abzulegen. Sollte er nicht wiedergewählt werden, will er Armeechef bleiben. Weite Teile der Opposition haben einen Boykott der Wahl angedroht, sollte Musharraf erneut antreten.

ANKARA: Die Türkei und der Irak haben ein Abkommen zur gemeinsamen Bekämpfung der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) geschlossen. In der Vereinbarung verpflichten sich beide Länder, gegen Extremistenorganisationen vorzugehen. Die Arbeit der Sicherheitsbehörden soll in halbjährlichen Treffen koordiniert werden. Die Türkei konnte sich in dem Abkommen nicht mit ihrer Forderung durchsetzen, PKK-Kämpfer über die Grenze zum Nachbarland hinaus zu verfolgen.

WASHINGTON: Die Weltbank wird ihre Finanzhilfe für die ärmsten Länder der Erde mehr als verdoppeln. Zwischen 2008 und 2010 sollten 3,5 Milliarden US-Dollar für Kredite und und Beihilfen zur Verfügung gestellt werden, teilte die Entwicklungshilfeorganisation in Washington mit. Im auslaufenden Drei-Jahres-Programm betrug die Hilfe 1,5 Milliarden Dollar. Der Schritt solle dazu beitragen, dass sich die Geberländer noch stärker für die 81 ärmsten Staaten einsetzten, sagte der neue Weltbank-Präsident Robert Zoellick.

LOMÉ: Angesichts der dramatischen Lage in den überschwemmten Gebieten Afrikas hat die Europäische Union Fluthilfen in Höhe von zwei Millionen Euro freigegeben. Die Gelder seien für Togo, Burkina Faso und Ghana bestimmt, teilten Vertreter der Europäischen Kommission in der togoischen Hauptstadt Lomé mit. Mit der Soforthilfe sollen Nahrungsmittel und Medikamente zur Vermeidung von Epidemien wie Malaria beschafft werden. - Von den schlimmsten Überschwemmungen seit drei Jahrzehnten sind in Afrika mehr als 20 Staaten betroffen. Seit Juli starben fast 300 Menschen, 1,5 Millionen Menschen wurden obdachlos.

MEXIKO-STADT: Der Tropensturm 'Lorenzo' hat sich über dem Golf von Mexiko zum Hurrikan ausgeweitet und mit hohen Windgeschwindigkeiten die mexikanische Küste erreicht. Im Bundesstaat Veracruz wurden mehr als 100.000 Menschen vorsorglich aus tiefliegenden Gebieten in Sicherheit gebracht. Zahlreiche Schulen wurden vorerst geschlossen.

FRANKFURT AM MAIN: Bei der Deutschen Bahn stehen möglicherweise neue Streiks bevor. Die Lokführer-Gewerkschaft GDL will am Montag bekanntgeben, wann und auf welchen Strecken sie in der kommenden Woche den Bahnverkehr lahmlegen will. Ein Sprecher sagte in Frankfurt am Main, er bezweifle, dass ein Streik noch abgewendet werden könne. Derzeit gebe es kein Signal von den Arbeitgebern. Am Sonntag endet die Friedenspflicht in dem seit Monaten andauernden Tarifstreit.

DÜSSELDORF: Nach drei Jahren Bauzeit wird an diesem Freitag das neu errichtete Arp-Museum im rheinland-pfälzischen Remagen-Rolandseck eröffnet. In dem Gebäude sollen vor allem Werke des deutsch-französischen Künstlers Hans Arp gezeigt werden, einem der Mitbegründer des Dadaismus. Um das über 25 Millionen Euro teure Projekt, das maßgeblich vom Bund und vom Land Rheinland-Pfalz finanziert wurde, hatte es jahrelange Querelen gegeben. An der Eröffnungsfeier nimmt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teil.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und Osten meist bewölkt und regnerisch, sonst auch teils längere trockene Abschnitte. Höchstwerte zehn bis 18 Grad.

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