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Nachrichten

Freitag, 28. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BOMBAY: Mehr als 36 Stunden nach der Terrorwelle in der indischen Metropole Bombay haben die Sicherheitskräfte die Lage immer noch nicht unter Kontrolle. Im Hotel "Trident Oberoi" tötete ein Sonderkommando der Polizei zwei Terroristen, die sich dort verschanzt hatten. Nach offiziellen Angaben wurden in dem Hotel mindestens 93 Menschen befreit, darunter auch zwei deutsche Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes und sieben Angestellte der Lufthansa. Dagegen hält sich in dem Hotel "Taj Mahal Palace" noch mindestens ein Terrorist mit Geiseln verschanzt. Am Vormittag Ortszeit hatten Einsatzkräfte das ebenfalls überfallene jüdische Gemeindezentrum umstellt. Dort soll eine unbekannte Zahl von Geiseln festgehalten werden. Etwa 130 Menschen kamen bei der Anschlagsserie ums Leben, mehr als 320 wurden verletzt.

BOMBAY: Nach der Anschlagsserie in der indischen Wirtschaftsmetropole Bombay haben die Sicherheitskräfte mindestens drei Terroristen festgenommen. Nach indischen Medienberichten sollen sie gestanden haben, zu der in Pakistan ansässigen Rebellengruppe Lashkar-e-Taiba zu gehören. Diese kämpft für eine Unabhängigkeit Kaschmirs. Die Terroristen sollen mit vorher gekaperten Fischerbooten gekommen sein. Premierminister Manmohan Singh hatte am Donnerstag ausländische Terrorgruppen, die in anderen Ländern säßen, für die Anschlagsserie verantwortlich gemacht. Ohne direkte Nennung des Nachbarn Pakistan warnte Singh vor Konsequenzen, falls diese Länder keine geeigneten Maßnahmen gegen die Terrorgruppen ergriffen.

BANGKOK: Trotz der Verhängung des Ausnahmezustands über die beiden Flughäfen in der thailändischen Hauptstadt Bangkok will die Regierung diese nicht mit Gewalt räumen. Regierungssprecher Nattawut Sai-Kau sagte, die Polizei sei angewiesen worden, die Besetzer auf friedliche Art und Weise aus den Flughäfen zu bringen. Die Anhänger des Oppositionsbündnisses PDA ignorierten den am Donnerstag von Regierungschef Somchai Wongsawat verkündeten Ausnahmezustand. Sie begannen damit, am internationalen Flughafen Blockaden aufzubauen.

TOKIO: Japan beendet seinen Militäreinsatz im Irak zum Jahresende. Ministerpräsident Taro Aso sagte, die Regierung habe entschieden, die Transportflüge der Luftwaffe im Dezember einzustellen. Die Lage im Land habe sich stabilisiert. Die in Kuwait stationierten Flugzeuge hatten seit 2004 Truppen und Material in den Irak transportiert. Die Soldaten, die Japan zum Aufbau des Landes entsandt hatte, waren bereits 2006 wieder abgezogen worden. Nach japanischen Medienberichten sollen die USA Japan gebeten haben, sich mit Transportflugzeugen am Afghanistan-Einsatz zu beteiligen.

SEOUL: Der vor einem Jahr wieder aufgenommene Zugverkehr zwischen Nord- und Südkorea steht vor dem Aus. An diesem Freitag rollte der vorerst letzte südkoreanische Güterzug über die Grenze in die nordkoreanische Industriezone Kaesong. Auch südkoreanische Touristen dürfen die Stadt nicht mehr besuchen. Lediglich südkoreanische Arbeiter, die in dem Industriepark beschäftigt sind, behalten nach offiziellen Angaben aus Seoul zunächst ihre Einreiseerlaubnis. Nordkorea wirft dem neuen südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak vor, eine Konfrontationspolitik zu betreiben, weil er Abkommen in Frage stelle, Hilfe ohne Vorbedingung zu leisten.

KINSHASA: Neue Kämpfe in der Demokratischen Republik Kongo haben etwa 13.000 Menschen in die Flucht über die Grenze nach Uganda getrieben. Der UN-Radiosender Okapi berichtet, die Menschen fühlten sich nicht mehr sicher, nachdem sich trotz eines Waffenstillstands seit Mittwoch Truppen des Rebellengenerals Laurent Nkunda und regierungstreue Hutu-Milizen wieder bekämpfen. Hunderttausende Flüchtlinge campieren weiterhin in der Umgebung der Provinzhauptstadt Goma. An diesem Freitag wird UN-Sondervermittler Olusegun Obasanjo zu neuen Vermittlungsgesprächen in Kongos Hauptstadt Kinshasa erwartet.

BERLIN: Der Bundesrat hat grünes Licht für die Neufassung des VW-Gesetzes gegeben. Die Länderkammer stimmte dem Entwurf der Bundesregierung zu, wonach Niedersachsen weiterhin eine Sperrminorität von 20 Prozent bei Hauptversammlungen von Volkswagen hat, obwohl das Land nur zweitgrößter VW-Aktionär nach Porsche ist. Damit riskiert Deutschland erneut eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof. Nach Ansicht der EU-Kommission behindert auch das neue VW-Gesetz den freien Kapitalverkehr in der Union. Die Kommission will klagen, falls die Bundesregierung die Sperrminorität Niedersachsens bis Ende Januar nicht beseitigt.

BERLIN: Der Bundesrat stimmt an diesem Freitag über das umstrittene BKA-Gesetz ab, mit dem das Bundeskriminalamt mehr Befugnisse zur Terrorbekämpfung erhalten soll. Dazu gehört auch die Möglichkeit der Online-Durchsuchung von Computern. Es gilt als sicher, dass die Länderkammer das Gesetz in seiner vorliegenden Form ablehnt und an den Vermittlungsausschuss zur Nachbesserung verweist. Enthalten wollen sich die Bundesländer, in denen die Unionsparteien mit der FDP oder den Grünen regieren. Ablehnung kommt auch aus einigen SPD-geführten Ländern.

OTTAWA: Nur sechs Wochen nach der vorgezogenen Parlamentswahl steht die konservative Minderheitsregierung von Ministerpräsident Stephen Harper möglicherweise vor dem Aus. Die Führer der drei Oppositionsparteien lehnten am Donnerstag ein von Finanzminister Jim Flaherty vorgestelltes Sparprogramm ab. Sie kündigten an, bei der damit verbundenen Vertrauensabstimmung in der kommenden Woche gegen die Vorlage zu stimmen. Da sie zusammen über die Mehrheit im Parlament verfügen, würde dies das Aus für Harper bedeuten. Das Sparprogramm sieht empfindliche Einschnitte bei der Parteienfinanzierung vor, die vor allem die Opposition betreffen würde.

BERLIN: Beim internationalen Weblog-Award "The BOBs 2008" der Deutschen Welle ist das Weblog "Generacíon Y" der kubanischen Bloggerin Yoani Sanchez als Sieger hervorgegangen. Mit dem "Reporter-ohne-Grenzen-Preis" im Rahmen des Wettbewerbs wurden zwei Weblogs ausgezeichnet: das persischsprachige Blog "4equality" und das Weblog der Chinesin Zeng Jinyan. Das Blog „4equality“ ist auf Initiative von 50 Frauen und Männern entstanden, die das Ziel verfolgen, eine Million Unterschriften gegen frauenfeindliche Gesetze im Iran zu sammeln. Zeng Jinyan beschäftigt sich mit dem Leben unter der ständigen Beobachtung durch chinesische Behörden. Bestes deutschsprachiges Weblog ist "Mädchenmannschaft", das sich der Feminismusdebatte in Deutschland widmet.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Teils heiter, teils wolkig und trocken. Im Nordwesten sind vereinzelt Regenfälle möglich. Die Tageshöchstwerte bewegen sich zwischen ein und sechs Grad.

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