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Nachrichten

Freitag, 28. März 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MÜNCHEN: Nach dem Aus für den Münchener Transrapid ist eine Diskussion über die Schuld am Scheitern der Magnetschwebebahn entflammt. Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein verschärfte seine Kritik an der Industrie. Er sagte der "Passauer Neuen Presse", wenn die Chefs der beteiligten Großkonzerne noch vor einem Jahr ein Preisangebot von 1,85 Milliarden Euro abgegeben hätten, sollte man sich darauf verlassen können. Es sei völlig unverständlich, wie der Kostenrahmen seitdem auf mehr als 3 Milliarden Euro explodieren konnte. Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle bezweifelte, dass das Projekt wegen der hohen Kosten aufgegeben wurde. Er sagte der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung", die Verteuerung habe der CSU die Möglichkeit gegeben, ein ungeliebtes Projekt vor der Landtagswahl in Bayern zu beerdigen. Der Industriekonzern ThyssenKrupp dementierte unterdessen einen Medienbericht, wonach das Unternehmen überlege, die Rechte an der Transrapid-Technik nach China zu verkaufen.

PEKING: Eine Gruppe ausländischer Diplomaten ist von Peking aus in die tibetische Hauptstadt Lhasa gereist. An der von der chinesischen Regierung organisierten Tour nehmen unter anderem Vertreter der USA, Großbritanniens und Frankreichs sowie aus Deutschland teil. Die USA begrüßten die Initiative, bezeichneten sie zugleich jedoch als ungenügend. Diplomaten und andere Menschen müssten die Möglichkeit erhalten, nicht nur Lhasa, sondern auch die umliegende Region zu besuchen. Erst am Mittwoch hatte die chinesische Regierung eine Reise für ausländische Journalisten nach Lhasa organisiert, die von tibetischen Mönchen zu Protesten genutzt wurde.

BAGDAD: Die seit Tagen anhaltenden Kämpfe im Irak haben sich nun auch auf die südliche Stadt Nassirija ausgeweitet. Aus Sicherheitskreisen in der Stadt, die 350 Kilometer südlich von Bagdad liegt, hieß es, die Miliz des schiitischen Predigers Muktada al Sadr habe die Sicherheitskräfte und das Gebäude der Kommunalverwaltung attackiert. Auch aus anderen Städten wurden Kämpfe gemeldet. In Bagdad gilt an diesem Freitag, dem Tag des Moscheebesuchs der gläubigen Muslime, eine Ausgangssperre. Im Lauf des Tages will das Parlament zu einer Krisensitzung zusammenkommen. Nach Angaben der Armee wurden seit dem Beginn ihrer Offensive am Dienstag in der Ölmetropole Basra mindestens 120 schiitische Milizionäre getötet und 450 verletzt.

KOBLENZ: Die beiden in Afghanistan schwer verletzten Bundeswehrsoldaten sind in Deutschland eingetroffen. Sie landeten auf dem Flughafen Köln/Bonn und wurden von dort in das Militärkrankenhaus in Koblenz gebracht. Die Soldaten waren in der Nacht zum Donnerstag nahe der nordafghanischen Stadt Kundus mit ihrem gepanzerten Wagen in eine Sprengfalle gefahren. Ein dritter Soldat wurde bei dem Anschlag leicht verletzt. Zu der Tat bekannten sich die radikalislamischen Taliban.

JERUSALEM: Israel bemüht sich nach Angaben von Infrastrukturminister Benjamin Ben-Elieser um eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit Syrien. Im Rundfunk sagte der Minister, der Preis dafür sei die Rückgabe der 1967 besetzten Golan-Höhen. Seine Äußerungen kamen einen Tag vor Beginn eines Gipfels der Arabischen Liga in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Bisherige Friedensgespräche waren im Jahr 2000 gescheitert, nachdem sich beide Seiten nicht über den Umfang des israelischen Abzuges vom Golan einigen konnten. Zuletzt hatte der Vorwurf Israels zu Spannungen geführt, das arabische Nachbarland unterstützte die militante Palästinenserorganisation Hamas sowie die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon.

BOGOTA: Kolumbien bietet den linksgerichteten Rebellen die Aussetzung von Haftstrafen für inhaftierte Kämpfer an, falls sie ihre Geiseln freilassen. Präsident Alvaro Uribe unterzeichnete ein entsprechendes Dekret, mit dem er vor allem die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt freibekommen will. Ihr Gesundheitszustand hatte sich zuletzt stark verschlechtert. Ihre Freilassung würde ausreichen, einen humanitären Austausch in Erwägung zu ziehen, teilte die Regierung mit. Die Guerillaorganisation FARC hatte Betancourt 2002 entführt und fordert für ihre und die Freilassung weiterer Geiseln im Austausch die Freiheit für mehrere hundert inhaftierte Guerilleros.

PJÖNGJANG: Nordkorea hat eine Reihe von Kurzstreckenraketen über dem Gelben Meer getestet. Ein südkoreanischer Regierungssprecher erklärte, es habe sich vermutlich um einen Routinevorgang gehandelt. Gleichwohl warnte er vor Provokationen. Die nordkoreanische Führung hatte fast zeitgleich angedroht, den Abbau ihrer Atomanlagen zu verlangsamen. In den staatlichen Medien des kommunistischen Landes hieß es, die USA müssten von ihrem Vorwurf abrücken, die Regierung in Pjöngjang habe ihr Atomrogramm nicht vollständig aufgedeckt. Nordkorea will im Gegenzug für die Lieferung von Erdöl und anderen Gütern seine wichtigsten Atomanlagen abbauen und sein Nuklearprogramm veröffentlichen. Die USA beanstanden, dass der stalinistisch geführte Staat weder Auskunft über ein mutmaßliches Programm zur Urananreicherung erteilt, noch über mögliche Atomlieferungen an Syrien.

DEN HAAG: Der niederländische Regierungschef Jan Peter Balkenende hat sich von der abwertenden Darstellung des Korans im Film des Rechtspopulisten Geert Wilders distanziert. Der von Wilders nun im Internet veröffentlichte Film verbinde Gewalt und den Islam. Diese Interpretation lehne die niederländische Regierung ab, sagte Balkenende in einer auf niederländisch und englisch abgegebenen Erklärung. Der Film habe kein anderes Ziel als zu beleidigen. Balkenende warnte zugleich vor gewaltsamen Reaktionen auf den Film. Gewalt oder Bedrohungen könnten nicht mit Wilders Beleidigungen entschuldigt werden. Wilders dagegen erklärte, er habe den Film veröffentlicht, weil der Islam und der Koran auf lange Sicht die Freiheit in den Niederlanden gefährdeten.

BERLIN: Die Deutsche Filmakademie hat die Nominierungen für den Deutschen Filmpreis 2008 bekannt gegeben. Ins Rennen um die "Goldene Lola" für den besten Spielfilm gehen unter anderem die Dramen "Auf der anderen Seite" des deutsch-türkischen Regisseurs Fatih Akin und "Kirschblüten" von Doris Dörrie. Der Deutsche Filmpreis wird am 25. April in Berlin verliehen. Für die Nominierung gibt es bereits ein Preisgeld von 250.000 Euro.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist wechselnd oder stark bewölkt, vielerorts auch sonnige Abschnitte. Temperaturen neun bis 14 Grad Celsius.

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